Bachelorarbeit, 2017
64 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Moral Disengagement
2.1.1 Mechanismen
2.1.2 Der Einfluss der Persönlichkeit
2.1.3 Medienrezeption und -bewertung
2.1.4 Moral Disengagement im Kontext dieser Arbeit
2.2 Charakterbewertung
2.3 Parasoziale Interaktion und Identifikation mit Serien-Personen
2.4 Die Big Five der Persönlichkeit
2.5 Enjoyment
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Serie
3.3 Charakterauswahl
3.3.1 Jon Schnee
3.3.2 Cersei Lennister
3.3.3 Jaime Lennister
3.4 Fragebogen
3.4.1 Charakter
3.4.2 Moral Disengagement
3.4.3 Parasoziale Interaktion
3.4.4 Identifikation
3.4.5 Big five
3.4.6 Enjoyment
4 Ergebnisse
4.1 Probanden
4.2 Prüfung der H1
4.2.1 Prüfung der H1 a)
4.2.2 Prüfung der H1 b)
4.2.3 Prüfung der H1 c)
4.3 Prüfung der H2
4.3.1 Berechnung der Korrelationen
4.3.2 Faktorenanalyse des PSI-Scores
4.4 Prüfung der H3
4.5 Prüfung der H4
4.5.1 Prüfung der H4 a)
4.5.2 Prüfung der H4 b)
4.5.3 Prüfung der H4 c)
4.6 Prüfung der H5
4.7 Exploratives Vorgehen
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Studie
5.2 Ergebnisse zu Hypothese 1
5.3 Ergebnisse zu Hypothese 2
5.4 Ergebnisse zu Hypothese 3
5.5 Ergebnisse zu Hypothese 4
5.6 Ergebnisse zu Hypothese 5
5.7 Weitere Ergebnisse
5.8 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.9 Limitation der Studie
5.10 Ausblick
Die Arbeit erforscht, wie die Persönlichkeit von Rezipienten das Moral Disengagement bei der Wahrnehmung und Bewertung von Charakteren in der Serie "Game of Thrones" beeinflusst. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, inwiefern parasoziale Interaktion, Identifikation, allgemeines Enjoyment und Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale die moralische Entkopplung bei der Rezeption von Serien-Antihelden erklären können.
2.1.1 Mechanismen
Die acht von Bandura et al. (1996) herausgearbeiteten Mechanismen des Moral Disengagements sind moral justification, euphemistic labeling, advantageous comparison, displacement of responsibility, diffusion of responsibility, distortion of consequences, attribution of blame und dehumanization.
Der wohl am meisten verwendete dieser Mechanismen ist moral justification, bei dem eine unmoralische Handlung für einen höheren, guten Zweck von den Sanktionen freigesprochen wird. Beispiele hierfür wären jemanden anzulügen, um ihn/sie nicht zu verletzen oder das Foltern von Menschen, um an Informationen zu kommen, die viele Menschen beschützen könnten. Beim euphemistic labeling geht es darum, verschönernde Begriffe zu verwenden, bspw. das Wort „bereinigen“ anstatt „töten“ oder das Wort „Arbeitslager“ statt „Vernichtungslager“. Bei dem Mechanismus advantageous comparison werden hingegen unmoralische oder moralisch fragwürdige Handlungen mit anderen „schlimmeren“ Taten verglichen, um sie zu relativieren: „Es ist nicht so schlimm, ein wenig Geld zu stehlen, denn andere stehlen weitaus mehr Geld.“ oder „Ein einmaliger Betrug ist nicht so schlimm wie eine länger anhaltende Affäre“.
Ein bekannter Mechanismus wird oft auf Kriege bezogen, in denen Soldaten die Verantwortung ihrer Taten von sich schieben konnten, da sie ja nur Befehle befolgten (displacement of responsibility), nicht zu verwechseln mit diffusion of responsibility, wobei eine unmoralische Handlung negiert wird, weil „andere es auch machen“, wie bspw. in einem Lebenslauf zu lügen oder einen Stau über den Seitenstreifen zu umfahren. Zudem gibt es den Mechanismus der Minimierung der Konsequenzen (distortion of consequences), wie bspw., dass „man sowieso nicht erwischt wird, wenn man bei einer Prüfung schummelt“. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, das Opfer selbst zu beschuldigen, das es „nicht anders verdient hat“ (auch bekannt unter „victim blaming“), weil es sich bspw. reizvoll anzog und sexuell belästigt wurde (attribution of blame). Letztlich bleibt das Absprechen der Menschlichkeit (dehumanization) der Opfer, die es „nicht wert sind, wie Menschen behandelt zu werden“ (Bandura et al., 1996; Aquino, Reed, Thau & Freeman, 2007; Tsay-Vogel & Krakowiak, 2016).
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Serie "Game of Thrones" und die Fragestellung nach der moralischen Rechtfertigung unmoralischer Handlungen durch Zuschauer.
2 Theorie: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit durch Konzepte wie Moral Disengagement, parasoziale Interaktion, Identifikation, Big Five und Enjoyment sowie die Ableitung der Hypothesen.
3 Methode: Der Methodenteil beschreibt das Design der Online-Studie mit 427 Probanden, die Auswahl der Charaktere Jon Schnee, Cersei und Jaime Lennister sowie die eingesetzten Messskalen.
4 Ergebnisse: Hier erfolgt die deskriptive Darstellung und statistische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Korrelationsanalysen.
5 Diskussion: Das Kapitel diskutiert die gewonnenen Befunde kritisch im Kontext der bestehenden Literatur, nennt Limitationen und bietet einen Ausblick für zukünftige Forschung.
Moral Disengagement, Game of Thrones, Persönlichkeit, Big Five, Parasoziale Interaktion, Identifikation, Enjoyment, Moralische Bewertung, Antihelden, Serienrezeption, Charakterbewertung, Medienpsychologie, Moralische Rechtfertigung, Handlungsmotivation, Sozialkognitive Theorie
Die Arbeit untersucht, wie Rezipienten ihre moralischen Standards anpassen, um unmoralische Handlungen von geliebten oder ambivalenten Seriencharakteren in der Serie "Game of Thrones" zu akzeptieren.
Die zentralen Themen sind das psychologische Konzept des "Moral Disengagements" (moralische Loslösung), parasoziale Beziehungen zu fiktiven Figuren sowie der Einfluss der eigenen Persönlichkeit auf die Medienrezeption.
Ziel ist es zu ergründen, warum Serien mit moralisch fragwürdigen Charakteren so erfolgreich sind, indem Persönlichkeitsfaktoren und Rezeptionsmodi (wie PSI und Identifikation) als Erklärungsmodelle analysiert werden.
Es wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, bei der 427 Teilnehmende verschiedene Aspekte der Rezeption zu drei ausgewählten Charakteren (Jon Schnee, Cersei und Jaime Lennister) bewerteten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der psychologischen Konstrukte, die Beschreibung des Studiendesigns sowie die detaillierte statistische Auswertung und Diskussion der Hypothesen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Moral Disengagement, Parasoziale Interaktion, Big Five, Serienrezeption, moralische Bewertung und Charakterbindung charakterisiert.
Die Serie eignet sich besonders gut, da sie eine Vielzahl moralisch ambivalenter Charaktere bietet und keine klassische, klare Trennung in "gut" und "böse" vornimmt, was für das Moral Disengagement einen idealen Nährboden darstellt.
Die Studie untersuchte, ob Persönlichkeitsmerkmale wie Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit oder Extraversion vorhersagen können, in welchem Ausmaß ein Individuum dazu neigt, sich moralisch von den Taten einer Serienfigur zu entkoppeln.
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