Bachelorarbeit, 2014
61 Seiten, Note: 1,5
1 Einführung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Notation
1.3 Mathematische Grundlagen
2 Die Rechtsetzung im Rat der Europäischen Union
2.1 Der Rat der Europäischen Union
2.2 Der Vertrag von Nizza
2.3 Der Vertrag von Lissabon
3 Macht gemessen und verglichen
3.1 Machtindizes
3.1.1 Der Banzhaf-Index
3.1.2 Der Shapley-Shubik-Index
3.1.3 Beispiele zu den Machtindizes
3.2 Machtverteilung in der EU-28
4 Fairness und das Quadratwurzelgesetz von Penrose
4.1 Fairness in demokratischen Systemen
4.2 Macht in zweistufigen Wahlsystemen
4.3 Das Quadratwurzelgesetz von Penrose
4.3.1 Satz und Beweis
4.3.2 Voraussetzungen
5 Der Jagiellonische Kompromiss in der Diskussion
5.1 Das entscheidende Quorum
5.2 Vor- und Nachteile
6 Faire Machtverteilung mit dem Shapley-Shubik-Index
6.1 Analogon zum Quadratwurzelgesetz
6.1.1 Konstruktion von π(S) und φ(D)
6.1.2 Satz und Beweis
6.2 Voraussetzungen und Ausblick
7 Zusammenfassung und Vergleich
Diese Arbeit untersucht die historischen und gegenwärtigen Machtverhältnisse innerhalb der Europäischen Union mit dem Ziel, mathematisch fundierte Methoden zur gerechten Verteilung von Abstimmungsmacht zu evaluieren. Im Zentrum steht die Untersuchung, ob Bürger unabhängig von ihrem Herkunftsland fairen Einfluss auf EU-Entscheidungen haben und wie bestehende Wahlsysteme durch mathematische Ansätze wie das Quadratwurzelgesetz optimiert werden könnten.
4.3.1 Satz und Beweis
Satz 4.3.1 (1. Quadratwurzelgesetz von Penrose (Lionel Penrose, 1946.)) Es sei (S,G) das zweistufiges Wahlsystem im EU-Ministerrat. Damit die Abstimmungsmacht in (S,G) für jeden EU-Bürger gleich ist, muss der Einfluss, d. h. die Penrose-Zahl, eines jeden Repräsentanten Dk bei einer Wahl in (D,C) proportional zur Quadratwurzel der Bevölkerungszahl Nk seines Landes sein. Vorausgesetzt sei dabei, dass Dk so entscheidet, wie die einfache Mehrheit bei einer (fiktiven) Volksabstimmung in seinem Land dies vorgibt.
Damit das Wahlsystem fair ist, muss folglich gelten:
P(D,C) Dk = c · √Nk (4.12)
mit einer Proportionalitätskonstante c ∈ R+.
Bevor wir zum Beweis kommen, führen wir noch einen wesentlichen Hilfssatz ein, den Werner Kirsch 2013 aufgestellt hat (siehe auch [13]).
1 Einführung: Die Arbeit motiviert die mathematische Untersuchung von Abstimmungsmacht in der EU und definiert den strukturellen Rahmen sowie die verwendeten Notationen.
2 Die Rechtsetzung im Rat der Europäischen Union: Dieses Kapitel erläutert die Arbeitsweise des EU-Rates und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Verträge von Nizza und Lissabon.
3 Macht gemessen und verglichen: Hier werden die mathematischen Kernkonzepte wie die Penrose-Zahl, der Banzhaf-Index und der Shapley-Shubik-Index eingeführt und an Beispielen illustriert.
4 Fairness und das Quadratwurzelgesetz von Penrose: Der Fokus liegt auf der Definition von Fairness in zweistufigen Wahlsystemen und der Herleitung des Penrose-Gesetzes.
5 Der Jagiellonische Kompromiss in der Diskussion: Das Kapitel diskutiert das optimale Quorum für Abstimmungen und bewertet die Vor- und Nachteile des Jagiellonischen Kompromissmodells.
6 Faire Machtverteilung mit dem Shapley-Shubik-Index: Hier wird ein zum Quadratwurzelgesetz analoges Gesetz basierend auf der Machtdefinition nach Shapley-Shubik abgeleitet.
7 Zusammenfassung und Vergleich: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Vergleich der verschiedenen mathematischen Ansätze zur Machtverteilung.
Quadratwurzelgesetz, Penrose, Banzhaf-Index, Shapley-Shubik-Index, EU-Ministerrat, Abstimmungsmacht, Fairness, zweistufiges Wahlsystem, Jagiellonischer Kompromiss, EU-28, Vertrag von Nizza, Vertrag von Lissabon, Stimmgewicht, demokratische Systeme, mathematische Politikanalyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der mathematischen Messung und fairen Verteilung von Abstimmungsmacht in der Europäischen Union unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen der Mitgliedstaaten.
Die zentralen Felder sind die Spieltheorie in der Politik, die Analyse von EU-Vertragsänderungen und die Anwendung mathematischer Indizes zur Ermittlung des Einflusses von Wählern.
Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob die Abstimmungsregeln der EU fair sind, und mathematisch zu begründen, wie eine gerechte Machtverteilung erreicht werden könnte.
Die Arbeit nutzt Methoden aus der Mengenlehre, der Analysis und der Spieltheorie, insbesondere die Berechnung von Machtindizes wie dem Banzhaf-Index und dem Shapley-Shubik-Index.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition mathematischer Machtbegriffe, der Anwendung dieser auf die EU-Verträge von Nizza und Lissabon sowie der Herleitung des Quadratwurzelgesetzes von Penrose.
Die wichtigsten Schlagworte sind Quadratwurzelgesetz, Machtindizes, EU-Ministerrat, Fairness, Stimmgewicht und zweistufige Wahlsysteme.
Es besagt, dass für ein faires Wahlsystem die Stimmkraft eines Vertreters im EU-Rat proportional zur Quadratwurzel der Bevölkerungszahl seines Landes sein sollte.
Während der Banzhaf-Index auf der Untersuchung möglicher Koalitionen basiert, betrachtet der Shapley-Shubik-Index die Bedeutung eines Wählers innerhalb aller möglichen Permutationen (Reihenfolgen) der Abstimmenden.
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