Magisterarbeit, 2005
141 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Rezeptionsliteratur
1.2 Kunst- oder Trivialmusik? – Saties disparate Einordnung in Wertekategorien
1.2.1 Überblick
1.2.2 Konsequenzen für die Rezeption
2. Rezeption bis 1925
2.1 Frühe Klavierstücke 1884 – 1895
2.1.1 Erste Werke
2.1.2 Neogregorianik – Quatre Ogives
2.1.3 Klangmusik und Baukastenprinzip - Die Trois Sarabandes
2.1.4 Neogrec - Trois Gymnopédies und Gnossiennes
2.1.5 Satie-Rezeption der frühen Klavierstücke zu Lebzeiten
2.2 Rosenkreuzermusik und wagnérisme
2.3 Freundschaft mit Debussy – Satie als „Vorläufer“
2.3.1 Freundschaft und ästhetische Einflüsse
2.3.2 Musikalische Einflüsse
2.3.3 Satie als „Vorläufer“ im Spiegel seiner Zeitgenossen
2.4 1896 – 1910 – Saties musikalischer Stillstand
2.4.1 Rückzug nach Arceuil
2.4.2 Rezeption als Komponist populärer Lieder - Reputation in Arcueil
2.5 Zwischenergebnis
2.6 1911 – 1918 Saties Wiederentdeckung - humoristische Klavierstücke - Skandal um Parade
2.6.1 Ironische Klavierstücke mit Geschichten und erfundenen Spielanweisungen
2.6.1.1 Erfundene Spielanweisungen
2.6.1.2 Klavierstücke mit Geschichten
2.7 Parade und der Skandal um Parade
2.7.1 Musik
2.7.2 Rezeption Parades
2.7.3 Satie-Rezeption durch die Dadaisten
2.8 Saties Rezeption im Spiegel seiner Kritiker
3. Rezeption nach Saties Tod
3.1 Rezeption durch Virgil Thomson und John Cage/New York School Music
3.1.1 Überblick /Virgil Thomson
3.1.2 John Cage
3.1.3 Uraufführung der Vexations
3.1.4 Cages Beitrag zur Satie-Rezeption
3.2 Satie: in Europa vergessen, in Amerika wiederentdeckt
3.3 Rezeption in den USA
3.4 Rezeption in Deutschland
3.4.1 Publizistische Rezeption
3.4.1.1 ...in der wissenschaftlichen Literatur
3.4.1.2 ...im Feuilleton
3.4.2 Satie-Aufführungen in Deutschland
3.4.2.1 Deutsche Uraufführung der Vexations
3.4.2.2 Kasseler Musiktage – Festival – September 1992
3.4.2.3 Geneviève de Brabant am Gymnasium Syke
3.4.3 Rezeption durch den Jazzpianisten Ulrich Gumpert – Fragen der Interpretation
3.5 Neue Rezeptionsformen? – Satie in der Werbung
3.6 Saties Filmmusik und Rezeption seiner Musik im Film
3.6.1 Die Filmmusik Cinéma in Relâche
3.6.1.1 Saties ästhetische Grundlage - die Musique d’ Ameublement
3.6.1.2 Ästhetische Modelle der Filmmusik
3.6.2 Satie-Rezeption in Hollywood- und Großproduktionen
3.6.2.1 Badlands – Zerschossene Träume: Regie: Terrence Malick, USA 1973
3.6.2.2 Chocolat, Regie: Lasse Hallström, USA, FR, GB 2000
3.6.2.3 About Schmidt, Regie: Alexander Payne, USA 2000
3.6.2.4 Corrina, Corrina, Regie: Jessie Nelson, USA 1994
3.6.2.5 Another Woman - Tränen der Liebe, Regie: Woody Allen, USA 1988
3.6.3 Ergebnis – Anwendung der Klavierstücke zur Gefühlscharakteristik
3.6.4 Satie der Bohemien in Moulin Rouge, Regie: Baz Luhrmann, AUS, USA, 2001
3.6.5 Film in Deutschland
3.6.6 Ergebnis: Satie im Film
3.7 Rezeption in Pop-, Rockmusik und Ambient music
3.7.1 Blood, Sweat & Tears (BS&T) – Variations on a Theme by Erik Satie
3.7.2 Steve und John Hackett – Sketches of Satie
3.7.3 Brian Eno – Ambient music – Ambient IV - On Land
4. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte des Komponisten Erik Satie von seinen Anfängen bis in die Gegenwart. Dabei wird analysiert, wie Satie als Künstler wahrgenommen wurde, welche Rolle er im Verhältnis zu anderen Komponisten wie Debussy einnahm und wie sein Werk über die Jahrzehnte hinweg in verschiedenen kulturellen Kontexten – von der klassischen Musik über Jazz und Pop bis hin zum Film – interpretiert und instrumentalisiert wurde.
2.1.2 Neogregorianik – Quatre Ogives
Durch den Einfluss von Contamine de Latour begann sich Erik Satie für das Mittelalter und Mystizismus zu interessieren. Die Verehrung des Mittelalters war zu Saties Jugendzeit schon seit mehr als 50 Jahren modisch. Sie erwachte gleichzeitig mit der Romantik und fand Eingang in Literatur, Architektur und Musik. Victor Hugos Roman Der Glöckner von Notre Dame (1831) förderte die Schwärmerei z. B. in der Literatur. Allerdings ging es nicht um die exakte Wiederbelebung, sondern mehr um die Atmosphäre. Man verklärte eine Epoche der eigenen Geschichte, die von Irrationalität geprägt war. „Das Mittelalter mit seinen mystischen Strömungen bot den Ansatzpunkt.“
In der Architektur griff man auf die Gotik zurück. Ein Initiator dieser Neugotik - Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc – weckte das Interesse für mittelalterliche Architektur in Frankreich. Im Gegensatz zur romantischen Verklärung des Mittelalters als dekorativer Hintergrund, beschäftigte er sich wissenschaftlich exakt und ohne wertende Darstellung mit dem Zeitalter. In seinem Dictionnaire Raisonnee de l’architecture Francaise du XVIe siècle beschreibt er alle Einzelheiten einer exakten Konstruktion u. a. auch gotische Spitzbögen – Ogives. Dieses Lexikon studierte Satie in der Nationalbibliothek und komponierte die vier Ogives, kleine Klavierstücke, deren Themen als Parallelorganum im Stil des gregorianischen Chorals gesetzt sind. Das Grundprinzip ist, eine oktavierte Melodie in unterschiedlich stark ausgeprägten Akkorden zu wiederholen. In beiden Händen parallel geführte Akkorde werden statisch aneinander gereiht. Diese Art von Musik ist völlig entwicklungslos und unterscheidet sich nur in der Klanglichkeit. Das Prinzip wurde von Grete Wehmeyer „Baukastenprinzip“ genannt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten der zeitgenössischen Einordnung Saties und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seiner Rezeptionsgeschichte.
2. Rezeption bis 1925: Dieses Kapitel analysiert die frühen Klavierwerke, Saties Einflüsse (Mittelalter, Rosenkreuzer), sein Verhältnis zu Debussy sowie seinen Rückzug in die Bedeutungslosigkeit und erste humoristische Ansätze.
3. Rezeption nach Saties Tod: Der Hauptteil untersucht die Satie-Renaissance durch John Cage und Virgil Thomson, die Rezeption in Deutschland, die Verwendung seiner Musik im modernen Film sowie den Einfluss auf Pop- und Ambient-Genres.
4. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtungen fassen die Diskrepanz zwischen Saties tatsächlichem kompositorischen Erbe und seiner oft verzerrten Rezeption in verschiedenen Kulturräumen zusammen.
Erik Satie, Rezeptionsgeschichte, Musik des 20. Jahrhunderts, Impressionismus, John Cage, Filmmusik, Musique d’Ameublement, Baukastenprinzip, Claude Debussy, Avantgarde, Trivialmusik, Moderne, Klavierstücke, Dadaismus, Humor in der Musik.
Die Magisterarbeit untersucht die wechselvolle Geschichte der Aufnahme und Wirkung des Komponisten Erik Satie in der Musikgeschichte, von den ersten Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur modernen filmischen und populärkulturellen Rezeption.
Im Zentrum stehen die Kategorisierung zwischen Kunst- und Trivialmusik, Saties Einfluss auf bedeutende Zeitgenossen wie Debussy sowie die Transformation seiner Musik durch spätere Komponisten und Medientechnologien.
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Wahrnehmung Saties nachzuzeichnen, gängige Klischees über sein Werk kritisch zu hinterfragen und die Bedeutung seiner ästhetischen Neuerungen für die Moderne herauszuarbeiten.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse der vorhandenen Satie-Literatur, Primärquellen wie Partituren und Briefe sowie musikwissenschaftliche Vergleiche und Analysen der Rezeption in Film, Jazz und Popmusik.
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert: Er behandelt die Zeit bis 1925 (frühe Werke, Debussy-Beziehung), die Phase nach Saties Tod mit Fokus auf John Cage und die USA sowie die Nutzung seiner Musik im Film und der Unterhaltungsindustrie.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Baukastenprinzip", "Musique d'Ameublement", "Rezeptionsgeschichte" und die Abgrenzung zur "Ausdrucksmusik" bestimmt.
Die Arbeit erklärt, dass Satie durch sein Konzept der "Möblierungsmusik" bereits die ästhetischen Grundlagen für Hintergrundmusik schuf, die heute aufgrund ihres repetitiven, statischen Charakters besonders gut zur Stimmungsuntermalung geeignet ist.
Cage gilt laut Autor als maßgeblicher Entdecker und Promoter Saties, dessen radikale Interpretationen und Inszenierungen (wie die "Vexations") Satie im 20. Jahrhundert erst ins Bewusstsein der Avantgarde rückten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

