Bachelorarbeit, 2017
45 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Textualitätskriterien in Fünf Mann Menschen
2.1. Kohäsion im Diskurs
2.1.1. Kohäsion in akustischen Medien
2.1.2. Kohäsive Aspekte in Fünf Mann Menschen
2.2. Kohärenz im Diskurs
2.2.1. Kohärenz in akustischen Medien
2.2.2. Kohärente Strukturen in Fünf Mann Menschen
2.3. Intentionalität im Diskurs
2.3.1. Intentionalität in Fünf Mann Menschen
2.4. Situationalität im Diskurs
2.4.1. Situationalität in Fünf Mann Menschen
2.4.2. Chancen und Grenzen der Analyse der Situationalität im Hörspiel Fünf Mann Menschen
2.5. Intertextualität im Diskurs
2.5.1. Intertextualität in Fünf Mann Menschen
2.5.2. Chancen und Grenzen des Nachweises von Intertextualität im Hörspiel Fünf Mann Menschen
2.6. Akzeptabilität im Diskurs
2.6.1. Akzeptabilität in Fünf Mann Menschen
2.6.2. Probandenbefragung bezüglich der Akzeptabilität des Hörspiels Fünf Mann Menschen
2.6.3. Auswertung der Ergebnisse
3. Weitere Beobachtungen
4. Montage und Audiobearbeitung
4.1. Nachweis der Montage
4.2. Schallanalyse
5. Schlussbetrachtung
6. Literatur
7. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht das Hörspiel "Fünf Mann Menschen" von Ernst Jandl unter Anwendung des Textualitätskonzepts nach de Beaugrande/Dressler. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie ein solch multimodales akustisches Werk mit den klassischen Kriterien der Textlinguistik beschrieben werden kann, und welche Rolle dabei die Interaktion verschiedener akustischer und semantischer Codes spielt.
2.1.2. Kohäsive Aspekte in Fünf Mann Menschen
Um die kohäsiven Mittel des Hörspiels zu untersuchen, wird die zweite Szene fokussiert. Dabei ist die Passage des Sprechers in Abgrenzung zur restlichen Szene zu betrachten, da sich diese auf verschiedenen narrativen Ebenen befinden und aufgrund dessen unterschiedliche Analysemerkmale in den Vordergrund gerückt werden. Die Rolle des Sprechers hinsichtlich ihrer kohäsiven Eigenschaften zu untersuchen, bietet sich hierbei an, da man die Vielzahl an kohäsionsstiftenden Mitteln auf anschauliche Weise verwendet findet.
Die oben angeführte Abbildung (Abb. 1) zeigt das Frequenzbild der sprachlichen Äußerung des Sprechers: „Der Vater prüft den langen Bart; die Kinder sind heut‘ gut in Fahrt.“
Zunächst kann man – sich auf Beaugrande/Dressler stützend – feststellen, dass ein korrekter syntaktischer Rahmen zugrunde liegt, was bereits auf einen Kern an Kohäsion verweist. Eine weitere kohäsive Rahmenbedingung ist dadurch gegeben, dass – im Gegensatz zu vielen Stellen im Hörspiel – eine einheitliche Signalstärke vorliegt, was der Abbildung 1 deutlich zu entnehmen ist. Das Herausstellen der Sprecherrolle geschieht außerdem durch ein einheitliches, ruhiges Sprechtempo, das im Kontrast zum Gesamtkommunikat gesehen werden kann, da dieses sonst durch eine starke Variation der Signalstärke und der Artikulationsgeschwindigkeit geprägt ist. Dem schließt sich die stark ähnelnde, gar parallel verlaufende Melodieführung der beiden Konstituenten, „der Vater prüft den langen Bart“ und „die Kinder sind heut‘ gut in Fahrt“, an. Die Abbildung 1 visualisiert diesen Punkt und verweist darauf, wie exakt der nahezu identisch konzipierte Melodieverlauf hergestellt worden ist. Das soll an dieser Stelle noch einmal deutlich gemacht werden: Der maximale Ausschlag eines Frequenzabschnittes wird Amplitude genannt und verweist in diesem Fall auf den Hauptakzent des jeweiligen Wortes. Der erste Teil des Frequenzmusters verweist auf die Äußerung „der Vater prüft den langen Bart“, worauf eine Pause folgt, an der der zweite Sprecht „die Kinder sind heut‘ gut in Fahrt“ anschließt.
1. Einleitung: Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Textualitätskonzepts von de Beaugrande/Dressler auf das Hörspiel "Fünf Mann Menschen" und analysiert die funktionale Interaktion verschiedener akustischer Codes.
2. Textualitätskriterien in Fünf Mann Menschen: In diesem Hauptteil werden die sieben Kriterien der Textualität (Kohäsion, Kohärenz, Intentionalität, Situationalität, Intertextualität, Akzeptabilität) theoretisch eingeführt und methodisch auf das Hörspiel angewandt.
3. Weitere Beobachtungen: Dieses Kapitel vertieft die Erkenntnisse, indem es aufzeigt, wie die bewusste Verwendung von Codes (z. B. Musik oder Geräusche) über verschiedene Textualitätskriterien hinweg kohärente Strukturen und neue Bedeutungsebenen schaffen kann.
4. Montage und Audiobearbeitung: Hier wird der experimentelle Charakter des Hörspiels durch eine technische Schallanalyse und den Nachweis von Montagetechniken validiert, um die Künstlichkeit der akustischen Signale zu belegen.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die multimodale Untersuchung erfolgreich nachweisen konnte, wie durch das Zusammenwirken verschiedener Codes eine strukturierte Rezeption ermöglicht und eine kommunikative Funktion aufrechterhalten wird.
6. Literatur: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Fachliteratur und Quellen.
7. Anhang: Enthält ergänzende grafische Auswertungen und die verwendeten Fragebögen zur Probandenbefragung.
Ernst Jandl, Fünf Mann Menschen, Textualitätskriterien, Kohäsion, Kohärenz, Multimodalität, Hörspielanalyse, Intertextualität, Situationalität, Intentionalität, Akzeptabilität, Akustische Medien, Montage, Sprachwissenschaft, Semiotik.
Die Arbeit analysiert das Hörspiel "Fünf Mann Menschen" von Ernst Jandl mithilfe textlinguistischer Analysemethoden, um zu zeigen, wie multimodale akustische Werke als kohärente "Texte" funktionieren können.
Die zentralen Themen sind die Anwendung der sieben Textualitätskriterien nach Beaugrande/Dressler auf ein akustisches Medium sowie die Untersuchung der Interaktion von Sprache, Musik und Geräuschen.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit das Textualitätskonzept auf ein multimodales Hörspiel angewendet werden kann und welchen Nutzen diese Untersuchung für die Rezeption des Werks hat.
Der Autor nutzt eine textlinguistische Analyse, die durch eine empirische Probandenbefragung sowie eine technische Schallanalyse und Frequenzmessung ergänzt wird, um die theoretischen Hypothesen zu stützen.
Im Hauptteil werden die Kriterien der Textualität systematisch auf das Hörspiel angewandt, technische Montageprozesse nachgewiesen und die Rezeption durch Probanden ausgewertet.
Wichtige Schlüsselwörter sind Multimodalität, Textualität, Kohäsion, Kohärenz, Akzeptabilität und akustische Medien.
Das "Neue Hörspiel" dient als Referenzrahmen, da es den Fokus weg vom rein literarischen Text hin zum Eigenwert von Klang, Geräusch und Montage verschiebt, was die Anwendung klassischer Kriterien besonders herausfordernd macht.
Die Schallanalyse lieferte den technischen Nachweis, dass durch gezielte Audiobearbeitung und Montage eine nahezu identische Signalstruktur bei spezifischen Äußerungen erzeugt wurde, um kohäsive Effekte herzustellen.
Sie zeigt, dass das Hörspiel durch bewusste Anspielungen, etwa die Einbindung des Volksliedes "Schwarzbraun ist die Haselnuss", den Hörer in einen kulturellen Kontext setzt und so eine neue Bedeutungsebene konstituiert.
Die Arbeit schlussfolgert, dass die multimodale Analyse eines Hörspiels durch die Einbeziehung der Interaktion verschiedener Codes tiefere Einblicke ermöglicht, als eine rein literarische Betrachtung der Sprachanteile es könnte.
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