Masterarbeit, 2018
99 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung zum Thema
1.1 Forschungsfrage und Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Die Theorie effizienter Märkte
3 Theoretische Fundierung effizienter Kursreaktion bei Indexanpassungen im DAX 30
3.1 Indexzusammensetzung des DAX 30
3.2 Prognosefähigkeit einer regulären Indexauswechslung im DAX 30
3.3 Informationseffizienzhypothese
3.4 Transaktionskostenhypothese
4 Theoretische Fundierung verhaltenswissenschaftlicher Erklärungsansätze für einen Indexeffekt im DAX 30
4.1 Abgrenzung aktives und passives Portfoliomanagement
4.1.1 Verfahren des Trackings von Aktienindizes
4.1.2 Indexbezogene Finanzprodukte im Vergleich
4.1.3 Performancevergleich aktiver Aktienfonds gegenüber deren Benchmark- index
4.2 Zunehmende Bedeutung von Indexing am europäischen Aktienmarkt
4.3 Preisdruckhypothese
4.4 Substitutionshypothese
4.5 Stand der Forschung
5 Daten und methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung
5.1 Datenbasis
5.2 Verfahren zur Schätzung der erwarteten Rendite
5.2.1 Mittelwertmodell
5.2.2 Marktmodell
5.2.3 Marktadjustierte Rendite
5.3 Aggregation der stetigen Tagesrenditen
5.4 Signifikanzprüfung nach dem student-t-Test
5.5 Signifikanzprüfung nach dem Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test
6 Auswertung empirischer Ergebnisse
6.1 Die Ankündigungsperiode
6.2 Die Zwischenperiode
6.3 Die Umstellungsperiode
6.4 Die Gesamtperiode
6.5 Ergebniszusammenfassung und Interpretation der Preiseffekte anhand der Erklärungshypothesen
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Masterthesis untersucht am Beispiel des DAX 30, ob der deutsche Aktienmarkt aufgrund des Investitionsverhaltens indexorientierter Anleger ineffizient auf Indexanpassungen im Zeitraum von 2000 bis 2017 reagiert hat. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob durch Indexumstellungen dauerhafte Überrenditen erzielt werden können oder ob diese Markteffizienz bestätigen.
3.1 Indexzusammensetzung des DAX 30
Der DAX 30 repräsentiert die 30 „größten“ und „umsatzstärksten“ deutschen Unternehmen, die im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sind. Quantitativ werden die Größe und die Umsatzstärke der Unternehmen an den Kennzahlen Free Float-Marktkapitalisierung und Orderbuchumsatz gemessen. Die FF-Marktkapitalisierung ist das Produkt aus der durchschnittlichen Marktkapitalisierung einer Aktiengattung und deren Free Float-Faktor. Der FF-Faktor gibt den Streubesitzanteil an, also wieviel Prozent der Anteile einer Aktiengattung frei handelbar sind und sich nicht im Festbesitz befinden. Als Festbesitz gilt grundsätzlich, wenn ein Anteilseigner kumuliert mindestens fünf Prozent des auf eine Aktiengattung entfallenen Grundkapitals eines Unternehmens hält.
Die Indexzusammensetzung wird auf Basis eines monatlich durchgeführten Rankings quartalsweise überprüft und gegebenenfalls angepasst. Als Indexanpassung wird hier jener Vorgang bezeichnet, in welchem eine Mitgliedsaktie des DAX 30 aus dem Index herausgenommen wird und durch eine andere, nicht DAX 30-Indexaktie, ersetzt wird. Dafür wird jeweils zum Monatsende eine Rangliste erstellt, in welcher die Aktiengattungen aufsteigend, entsprechend der Höhe ihrer FF-Marktkapitalisierung und ihrem Orderumsatz der letzten 12 Monate, sortiert werden. In die Rangliste und damit letztlich in den DAX 30 werden nur Aktien aufgenommen, welche die in Abb. 2 genannten Basiskriterien erfüllen. Ob die größten und bedeutendsten Aktien im DAX 30 weiterhin vertreten sind, wird anhand der aktuellen Rangliste jeweils im März, Juni, September und Dezember überprüft.
1 Einführung zum Thema: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung von Aktienindizes für Anleger und stellt die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit vor.
2 Die Theorie effizienter Märkte: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Markteffizienz nach Fama und die verschiedenen Stufen der Informationseffizienz dargestellt.
3 Theoretische Fundierung effizienter Kursreaktion bei Indexanpassungen im DAX 30: Dieses Kapitel behandelt die Auswahlregeln des DAX 30 sowie die theoretischen Hypothesen (Informationseffizienz, Transaktionskosten), die potenzielle Kursreaktionen erklären sollen.
4 Theoretische Fundierung verhaltenswissenschaftlicher Erklärungsansätze für einen Indexeffekt im DAX 30: Hier werden Investitionsstrategien von Indexfonds diskutiert und alternative Hypothesen wie der Preisdruck und unvollständige Substitute eingeführt.
5 Daten und methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung: Dieses Kapitel definiert die Datenbasis, die Stichprobenauswahl und die mathematischen Modelle zur Berechnung abnormaler Renditen und deren Signifikanzprüfung.
6 Auswertung empirischer Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse der Ereignisstudie in verschiedenen Zeitfenstern detailliert analysiert und die Hypothesen interpretiert.
7 Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf möglichen weiteren Forschungsbedarf.
Indexeffekt, DAX 30, Indexanpassung, Event Studie, Indexfonds, Kapitalmarkteffizienz, Portfolioanpassung, Überrendite, Markteffizienz, Aktienmarkt, Preisdruckhypothese, Substitutionshypothese, Finanzmarktanalyse, Institutionelle Investoren
Die Arbeit untersucht, ob Indexanpassungen (Aufnahmen und Entnahmen) im DAX 30 zu messbaren Kurseffekten führen und inwiefern der deutsche Aktienmarkt in diesen Fällen als effizient bezeichnet werden kann.
Die Arbeit verknüpft die Theorie effizienter Kapitalmärkte mit verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen wie der Preisdruckhypothese und der Substitutionshypothese, ergänzt durch eine empirische Analyse.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob das Investitionsverhalten indexorientierter Anleger bei Indexauswechslungen zu dauerhaften Kursverzerrungen (Ineffizienzen) führt.
Der Autor verwendet eine Ereignisstudie (Event Study), um abnormale Renditen anhand eines marktadjustierten Modells zu berechnen und diese statistisch mittels student-t-Test und Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test zu prüfen.
Neben der theoretischen Herleitung werden die Auswahlkriterien des DAX 30, die wachsende Bedeutung des ETF-Marktes sowie die empirischen Ergebnisse der Ereignisstudie für verschiedene Zeitfenster (Ankündigung, Zwischenperiode, Umstellung) detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind Indexeffekt, DAX 30, Kapitalmarkteffizienz, Indexfonds, Event Studie und abnormale Renditen.
Nein, die Untersuchung zeigt, dass langfristig kein signifikanter Indexeffekt nachgewiesen werden kann und die Ergebnisse eher für eine effiziente Reaktion des Marktes sprechen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Markt Informationen über Indexanpassungen bereits kurz nach der Ranglistenerstellung und damit vor der offiziellen Ankündigung verarbeitet, was die "neue Information" am Ankündigungstag hinfällig macht.
Einzelne extreme Renditen von Stichproben (wie MLP, K+S oder Infineon) beeinflussen die Ergebnisse stark; der Autor bereinigt diese Ausreißer, um die Robustheit der Analysen zu gewährleisten.
Überraschenderweise nicht; trotz des starken Wachstums verwalteter Fondsvolumina konnten in der vorliegenden Studie keine signifikanten Kurseffekte am Verkettungstag identifiziert werden.
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