Masterarbeit, 2017
80 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
1.1 Stand der Literatur und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Fallauswahl und Vorgehen
2 Zur kommunalen Verschuldung
2.1 Interdependente Ursachenbündel kommunaler Haushaltsdefizite
2.1.1 Exogene Ursachen kommunaler Haushaltsdefizite
2.1.2 Endogene Ursachen kommunaler Haushaltsdefizite
2.2 Opferthese versus Verschwendungsthese
3 Unentbehrlichkeit eines Regimes der finanziellen Kontrolle
3.1 Grundsätzliche Bedeutung der Kontrolle
3.2 Unzulänglichkeiten der marktlichen Kontrolle
3.2.1 Nicht-existenter Eigenkapitalmarkt
3.2.2 Wenig disziplinierender Fremdkapitalmarkt
3.2.3 Wenig disziplinierender Absatzmarkt
3.3 Unzulänglichkeiten der Kontrolle durch die Wähler
3.3.1 Ambivalente Interessen des Wählers
3.3.2 Wahlparadoxon (paradox of voting)
3.4 Implikationen des Konnexitätsprinzips
4 Akteure der finanziellen Kontrolle von Kommunen
4.1 Örtliche Prüfung
4.2 Überörtliche Prüfung
4.3 Kommunalaufsicht
4.3.1 Staatliche Aufsicht in Abhängigkeit der wahrgenommenen Aufgaben
4.3.2 Organisatorische Ansiedlung
4.3.3 Wesen der Kommunalaufsicht
4.3.4 Funktionen und Instrumente der Kommunalaufsicht
4.3.4.1 Repressive Aufsichtsmittel
4.3.4.2 Präventive Aufsichtsmittel
5 Kommunalaufsicht im Vergleich der Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen
5.1 Zum Begriff der Effektivität
5.2 Organisatorische Ansiedlung und Aufgabenspektrum
5.2.1 Organisatorische Ansiedlung der Kommunalaufsicht
5.2.2 Aufgabenspektrum
5.3 Aufsichtsrechtliche Mittel in Bayern und Nordrhein-Westfalen
5.3.1 Informations-/Unterrichtungsrecht
5.3.2 Beanstandungs- und Aufhebungsrecht
5.3.3 Anordnungsrecht
5.3.4 Recht der Ersatzvornahme
5.3.5 Bestellung eines Beauftragten und der beratende Sparkommissar
5.3.5.1 Bestellung eines Beauftragten
5.3.5.2 Der beratende Sparkommissar
5.3.6 Auflösung der Vertretungskörperschaft
5.3.7 Vorzeitige Beendigung der Amtszeit des Bürgermeisters
5.3.8 Beratung
5.3.9 Anzeige- und Vorlagepflichten
5.3.9.1 Haushaltssatzung
5.3.9.2 Kreditähnliche Rechtsgeschäfte
5.3.10 Genehmigungsvorbehalte und Zulassung von Ausnahmen
5.3.10.1 Kreditähnliche Rechtsgeschäfte
5.3.10.2 Gesamtgenehmigung des Gesamtbetrags der vorgesehenen Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen
5.3.10.3 Einzelgenehmigung bei Kreditbeschränkungen nach dem StWG
5.3.10.4 Genehmigungsvorbehalte bezüglich der Kassenkredite
5.3.10.5 Gesamtgenehmigung des Gesamtbetrags der Verpflichtungsermächtigungen
5.3.10.6 Genehmigung eines Haushaltssicherungskonzeptes
5.4 Tatsächliche Anwendung der Aufsichtsmittel
5.4.1 Wenig restriktiver Mitteleinsatz
5.4.2 Divergierende Aufsichtspraxis
5.5 Zusammenfassung
5.6 Bewertung
5.6.1 Bewertungskriterien
5.6.2 Unklare Verantwortlichkeiten
5.6.3 Geeignetheit der präventiven Aufsichtsinstrumente
5.6.4 Durchsetzbares Sanktionspotenzial
6 Erarbeitung von Lösungsansätzen
6.1 Zur Notwendigkeit neuer Lösungsansätze
6.2 Zugrundeliegende Kriterien
6.3 Lösungsansätze
6.3.1 Trennung von Wächter- und Schutzfunktion
6.3.2 Rotation des Aufsichtspersonals
6.3.3 Punktuelle Erweiterung der Genehmigungsvorbehalte sowie des Haushaltssicherungskonzeptes
6.3.3.1 Erweiterungen in Bayern
6.3.3.2 Erweiterungen in Nordrhein-Westfalen
6.3.4 Normierung eines Publikationsrechtes
7 Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die Effektivität der Kommunalaufsicht in den Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen als Teil der institutionalisierten finanziellen Kontrolle von Kommunen, um Schwächen im aktuellen Rechtsrahmen zu identifizieren und neue Lösungsansätze zur Steigerung der Aufsichtseffektivität zu entwickeln.
Unentbehrlichkeit eines Regimes der finanziellen Kontrolle
Aus den soeben angeführten Gründen soll im folgenden Kapitel aus einer ökonomischen Perspektive heraus erörtert werden, weshalb eine institutionalisierte Form der finanziellen Kontrolle von Kommunen unerlässlich ist. Generell besteht die Notwendigkeit effektive Vorkehrungen zu treffen, welche die Gesamtheit der Bürger vor im ungünstigsten Falle ausschließlich eigennutzorientierten Politikern und Bürokraten bewahrt. Jene beiden Gruppen können durch ihr dadurch motiviertes Handeln das Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit wiederkehrend verletzten und somit zu ineffizientem Haushaltsgebaren beitragen. Durch Ausschlussverfahren manifestiert sich dabei die zentrale Bedeutung eines institutionalisierten Systems der finanziellen Kontrolle zur Erreichung dieses Ziels, denn so stellen sich einerseits marktliche Kontrolle wie auch Kontrolle durch den Wähler als entweder faktisch nicht existent beziehungsweise unzulänglich dar. Zudem suggeriert die Ausgestaltung des Konnexitätsprinzips die Etablierung eines Systems der finanziellen Kontrolle der Kommunen durch das finanzierende Bundesland (vgl. Glöckner/Mühlenkamp 2009, S. 398). Zunächst werden jedoch grundsätzliche Bedeutung und Funktionen von Kontrolle näher beleuchtet und selbige in den Managementzyklus der kommunalen Ebene eingeordnet. Dies soll verdeutlichen, an welchen Stellen Kontrolle Wirkung entfalten kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der kommunalen Aufsicht ein, identifiziert eine Forschungslücke in der detaillierten vergleichenden Analyse von Aufsichtsregimen und definiert das Ziel der Arbeit sowie das qualitative methodische Vorgehen.
2 Zur kommunalen Verschuldung: Das Kapitel kategorisiert die Ursachen für kommunale Haushaltsdefizite in exogene und endogene Faktoren und beleuchtet die konträren Positionen der Opfer- und der Verschwendungsthese.
3 Unentbehrlichkeit eines Regimes der finanziellen Kontrolle: Es wird ökonomisch begründet, warum eine institutionalisierte Kontrolle notwendig ist, da marktliche Mechanismen und die Kontrolle durch Wähler als unzureichend identifiziert werden.
4 Akteure der finanziellen Kontrolle von Kommunen: Hier werden die Akteure des institutionalisierten Kontrollsystems – örtliche Prüfung, überörtliche Prüfung und Kommunalaufsicht – sowie deren Funktionen und Instrumente systematisch vorgestellt.
5 Kommunalaufsicht im Vergleich der Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen: Der Hauptteil der Arbeit bietet einen detaillierten Rechtsvergleich der Aufsichtsregime beider Länder, analysiert die praktische Anwendung der Mittel und bewertet deren Effektivität anhand definierter Kriterien.
6 Erarbeitung von Lösungsansätzen: Auf Basis der vorangegangenen Analyse werden konkrete organisatorische und instrumentelle Verbesserungsvorschläge zur Steigerung der Effektivität der Kommunalaufsicht entwickelt.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Notwendigkeit eines Kulturwandels und die Implementierung vorgeschlagener Lösungsansätze zur Stärkung der Aufsicht hervorgehoben werden.
Kommunalaufsicht, Haushaltsdefizit, Kommunalverschuldung, Finanzielle Kontrolle, Rechtsvergleich, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Haushaltskonsolidierung, Präventive Aufsichtsmittel, Repressive Aufsichtsmittel, Kassenkredite, Haushaltsicherungskonzept, Effektivität, Selbstverwaltung, Konnexitätsprinzip
Die Arbeit untersucht das Handeln und die Effektivität der Kommunalaufsicht als Teil der institutionalisierten finanziellen Kontrolle in den Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen, um die Verschuldung von Kommunen besser zu verstehen und zu bekämpfen.
Zentrale Themen sind die Ursachen kommunaler Verschuldung, die Notwendigkeit staatlicher Kontrolle, die Akteure dieses Kontrollsystems sowie ein detaillierter Rechtsvergleich der Aufsichtsregime.
Ziel ist es, Schwächen in den Aufsichtsregimen zu identifizieren, die eine effektive Arbeit der Kommunalaufsicht behindern, und darauf aufbauend konkrete Lösungsansätze zur Effektivitätssteigerung zu erarbeiten.
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Vorgehen in Form eines Rechtsvergleichs der kommunalaufsichtlichen Regimes in Bayern und Nordrhein-Westfalen, ergänzt durch eine ökonomische Perspektive auf die Kontrollmechanismen.
Im Hauptteil erfolgt der detaillierte Vergleich von Aufgaben, organisatorischer Ansiedlung und Instrumenten (z.B. Beanstandungsrechte, Genehmigungsvorbehalte) sowie die Bewertung der Aufsichtspraxis anhand spezifischer Kriterien.
Die wichtigsten Begriffe sind Kommunalaufsicht, Haushaltskontrolle, Finanzrecht, Verschuldungsursachen, Rechtsvergleich, Verwaltungseffektivität, Haushaltskonsolidierung und kommunale Selbstverwaltung.
Der Funktionsdualismus bedeutet, dass dieselbe Behörde sowohl die Wächter- als auch die Schutzfunktion innehat; dies führt zu unklaren Verantwortlichkeiten, da die Aufsicht zwischen sanktionierender Kontrolle und beratender Unterstützung hin- und hergerissen ist.
In Bayern bedürfen kreditähnliche Rechtsgeschäfte einer Einzelgenehmigung durch die Aufsicht, während in Nordrhein-Westfalen lediglich eine Anzeigepflicht besteht.
Zu den Vorschlägen zählen die organisatorische Trennung von Wächter- und Schutzbehörden, eine verpflichtende Rotation des Aufsichtspersonals sowie die punktuelle Erweiterung von Genehmigungsvorbehalten und die Einführung eines Publikationsrechts für die Aufsicht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

