Magisterarbeit, 2009
132 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 RUNGE UND DIE ROMANTIK
2.1 RUNGE ALS MALER
2.1.1 Forschungsüberblick
2.1.2 Fazit
2.2 RUNGE ALS AUTOR
2.2.1 Forschungsüberblick
2.2.2 Fazit
3 RUNGE ALS AUTOR DER ROMANTIK
3.1 DIE EINHEIT VON POESIE, PROSA UND FRAGMENTEN
3.1.1 Lyrik – „Die Blume der Blumen“
3.1.2 Briefe – An Pauline 1802
3.1.3 Fragmente – Zur Begeleitung der Tageszeiten, Ossian
3.2 DIE MÄRCHEN
3.2.1 Von dem Fischer und syner Fru
3.2.2 Von dem Machandelboom
3.2.3 Wertung, Wirkung und Rezeption
4 SCHLUSS
5 ANHANG
5.1 DIE BLUME DER BLUMEN
5.1.1 Brieffassung
5.1.2 Liedfassung
5.1.3 Die heiligen drei Könige – Federzeichnung
5.2 BRIEF AN PAULINE, DEZEMBER 1802
5.3 ZUR BEGLEITUNG DER TAGESZEITEN
5.4 AUSZUG AUS DER OSSIAN-BEARBEITUNG RUNGES
5.5 VON DEM FISCHER UND SYNER FRU – MANUSKRIPT F. V. D. HAGENS, MAI 1808
5.6 VON DEM MACHANDELBOOM – MANUSKRIPT FROHREICHS
5.7 DER FISCHER – JOHANN WOLFGANG VON GOETHE
5.8 CONSTRUCTION DER FARBENKUGEL
6 BIBLIOGRAPHIE
Die Arbeit untersucht, inwieweit Philipp Otto Runge als Autor der Epoche der Romantik einzuordnen ist. Dabei wird der Fokus auf die Trennung zwischen seinen Rollen als Maler und Schriftsteller gelegt, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, ob Runge primär als romantischer Maler wahrgenommen werden sollte oder ob eine Würdigung seines literarischen Gesamtwerks notwendig ist, um ihn als Künstler der Romantik zu begreifen.
3.2.1 Von dem Fischer und syner Fru
Die Untersuchung des Fischermärchens steht hier am Anfang, obwohl es nicht der erste gedruckte Text ist. Es ist aber das weiter verbreitete der beiden Rungeschen Märchen. Aufgrund der geschilderten Überlieferungslage der Märchen muss sich eine Untersuchung entweder auf eine der Fassungen beschränken oder alle Fassungen miteinander in Bezug setzen. Aufgrund der zu erwartenden Länge einer solchen vergleichenden Untersuchung wird in der vorliegenden Arbeit eine der Fassung zur Analyse ausgewählt. Es wird hierfür die Abschrift von der Hagens verwendet, da diese, obwohl sie keinen Eingang in eine der Druckfassungen gefunden hat, dem Original Runges am nächsten steht.
Ein armer Fischer lebt mit seiner Frau in einem Pisspott am Meer und geht wie jeden Tag zum Fischen. An diesem Tag jedoch geht ihm ein Fisch ins Netz, der um sein Leben bittet, und der Fischer lässt den verwunschenen Prinz, als welcher der Fisch sich vorstellt, wieder frei. Seine Frau allerdings, von dieser wundersamen Begebenheit unterrichtet, schimpft ihren Mann aus, er hätte sich etwas wünschen sollen, und schickt ihn mit dem Wunsch nach einer besseren Behausung zurück ans Meer, um den Fisch zu rufen. Hier folgt der berühmte Spruch:
„Mandje, mandje, timpe tee! Buttje, Buttje in de See! Miene Fru de Ilsebil Will nich so, as ick woll will!“
Es beginnt nun das eigentliche Geschehen, der Wunsch nach einer schönen Hütte wird bald ersetzt durch den Wunsch nach einem Schloss. Das Schloss als Besitz reicht bald nicht mehr, die Frau begehrt erst König, dann Kaiser und schließlich Papst zu werden. Der Fischer gehorcht trotz seiner Bedenken immer ihren Wünschen und übermittelt diese dem wundersamen Helfer, der diese jeweils ohne zu zögern ausführt, während mit jedem Wunsch das Meer immer bedrohlichere Züge annimmt und ein aufziehendes Gewitter diese Atmosphäre unterstreicht. Doch erst der letzte Wunsch der Frau wird den beiden zum Verhängnis: Ihr Begehren „ik will warden as de lewe Gott“ befördert die beiden wieder an den Anfang der Geschichte, in ihr ursprüngliches Leben im Pisspott zurück.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die einseitige Wahrnehmung Runges als bloßer Maler und führt in die Fragestellung ein, ob eine Trennung in Maler und Autor sinnvoll oder für die literaturwissenschaftliche Beurteilung hinderlich ist.
2 RUNGE UND DIE ROMANTIK: Dieses Kapitel analysiert den Forschungsstand zu Runges Rolle als Maler und Autor in der Romantik, wobei die Problematik der bisherigen Trennung dieser beiden Tätigkeitsbereiche im Vordergrund steht.
3 RUNGE ALS AUTOR DER ROMANTIK: Der Hauptteil untersucht Runges literarisches Schaffen, insbesondere seine Lyrik, seine Briefe und seine Märchen, und ordnet diese in den Kontext der romantischen Universalpoesie ein.
4 SCHLUSS: Das Fazit fasst zusammen, dass eine getrennte Betrachtung Runges als Maler und Autor der Komplexität seines Werkes als Gesamtkunstwerk nicht gerecht wird und plädiert für eine ganzheitliche wissenschaftliche Sichtweise.
Philipp Otto Runge, Romantik, Frühromantik, Maler, Autor, Märchen, Gesamtkunstwerk, Farbentheorie, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Von dem Fischer und syner Fru, Von dem Machandelboom, Hinterlassene Schriften, Ludwig Tieck, Brüder Grimm.
Die Arbeit untersucht Philipp Otto Runge nicht nur als Maler, sondern primär als Autor und Literaten der Romantik, um sein Wirken als Universalkünstler in einem ganzheitlichen Licht zu betrachten.
Die zentralen Themen umfassen die Einordnung Runges in die Epoche der Romantik, die Analyse seines schriftstellerischen Werks, die kritische Edition seiner Schriften und eine detaillierte Märchenforschung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Trennung zwischen Runges bildnerischem und schriftstellerischem Werk die wissenschaftliche Forschung behindert, und die Notwendigkeit einer Betrachtung als Gesamtkünstler zu unterstreichen.
Die Arbeit nutzt einen forschungsgeschichtlichen Überblick, eine textkritische Analyse der unterschiedlichen Märchenfassungen und eine Auseinandersetzung mit Runges theoretischen Schriften sowie zeitgenössischer Literatur.
Im Hauptteil werden Runges Lyrik, seine Briefe als literarische Gattung sowie seine Märchenbeiträge für die Brüder Grimm unter Berücksichtigung von Symbolik und Naturbegriff analysiert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Gesamtkunstwerk, Frühromantik, Farbentheorie, Märchen, Intertextualität, Philologie und Überlieferungsgeschichte.
Dies ist historisch bedingt durch die frühen Lexika-Einträge und eine kunstgeschichtliche Forschung, die Runges Malerei stärker gewichtete, während seine literarischen Texte oft nur als Quellenmaterial betrachtet wurden.
Die Märchen sind das bekannteste literarische Zeugnis Runges, wobei die Arbeit herausarbeitet, dass Runge hier kunstvoll und versiert Volksmärchen nacherzählte, ohne jedoch den ursprünglichen Charakter der Volksdichtung zu verfälschen.
Die Eingriffe seines Bruders Daniel Runge in die Texte haben zu einer kontroversen Diskussion über die philologische Authentizität der überlieferten Schriften geführt, was bis heute die textkritische Arbeit erschwert.
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