Bachelorarbeit, 2013
40 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Laura Mulvey rezipiert sich selbst
2.1 „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ und „Afterthoughts“
2.2 „Death 24x a Second: Stillness and the Moving Image“
3. Mulvey als Inspiration für Filmtheorien
3.1 Mary Ann Doane und die maskierte Frau
3.2 bell hooks und der oppositionelle Blick der schwarzen Frau
3.3 Steve Neale und der determinierende Blick auf Männer
3.4 Linda Williams und Körperflüssigkeiten
3.5 Kastrationsangst und die Ähnlichkeit von Frau und Monster im Horrorfilmdiskurs
3.6 Das homosexuelle Publikum und die Herausforderung von Mulvey in dem Diskurs der Queer Studies
4. Eine andere Form der Rezeption: ausgewählte Film- und Fernsehserienanalysen
5. Die Abwendung von dem psychoanalytischen Ansatz: ein Kurzer Einblick in die Cultural Studies
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte von Laura Mulveys wegweisendem Essay „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ innerhalb feministischer und Gender-Filmtheorien. Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Mulveys Thesen über den „männlichen Blick“ von nachfolgenden Theoretikerinnen und Theoretikern aufgegriffen, kritisiert, erweitert oder auf neue Medienkontexte übertragen wurden, um ihre heutige Relevanz zu bewerten.
2. Laura Mulvey rezipiert sich selbst
Im Jahre 1975 veröffentlichte die Britin Laura Mulvey ihr, später als bahnbrechend bezeichnetes Essay „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ im Filmtheorie Magazin „Screen“. Darin stützt sie sich auf die Psychoanalyse nach Freud und Lacan und verbindet diese mit Feminismus und Filmtheorie. Mit Hilfe der Psychoanalyse nach Freud und Lacan und den verschiedenen Arten des männlichen Blickes, entwickelt sie eine Theorie über die Rolle der Frau im Film. Dieses Zusammenspiel veranschaulicht sie an den Werken von Sternberg und Hitchcock. Mulvey sah den Filmtext grundlegend durch die Geschlechterherrschaft strukturiert. Filme reflektieren demnach die bestehenden, gesellschaftlich etablierten Interpretationen der Geschlechter völlig; spielen damit und kontrollieren die erotischen Darstellungen und Perspektiven. Mulvey sieht den Film als Ganzen in direkter Relation zur Skopophilie bzw. Schaulust nach Freud. Die Schauspieler werden durch Betrachten als Objekt sexueller Stimulation benutzt. Die Struktur des Kinofilms resultiert aus dieser Lust andere Menschen als stimulierendes Objekt zu nutzen. Dabei muss die Kinowelt als geschlossenes Konstrukt aufgefasst werden; dem Zuschauer wird der Eingriff in die Handlung verwehrt. Durch die Vorführungsart bildet sich eine zusätzliche Distanz zwischen Film und Publikum, es erscheint dem Betrachter wie ein Einblick in eine fremde, private Welt. Man spielt mit den voyeuristischen Fantasien des Publikums, wobei der eigene Exhibitionismus unterdrückt wird und diese unterdrückten Wünsche auf die Schauspieler übertragen werden. Des Weiteren kommt es mittels Narzissmus und der Konstruktion innerhalb des Filmes zur Entwicklung eines Egos durch Identifikation mit dem Bild. Das Kino zeigt dem Betrachter Projektionen von Ich-Idealen; es erfüllt den Wunsch nach lustvollem Sinnesspiel und entfaltet ein „narzisstisches Moment“.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Laura Mulveys Theorie ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den breiten Einfluss von „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ darzustellen.
2. Laura Mulvey rezipiert sich selbst: Das Kapitel analysiert Mulveys eigene theoretische Entwicklung durch ihre zentralen Essays von 1975 bis hin zu späteren Werken wie „Death 24x a Second“.
3. Mulvey als Inspiration für Filmtheorien: Hier wird die Rezeption durch verschiedene Theoretiker untersucht, die Mulveys Konzept erweiterten, kritisierten oder auf spezifische Identitäten anpassten.
4. Eine andere Form der Rezeption: ausgewählte Film- und Fernsehserienanalysen: Dieses Kapitel zeigt exemplarisch an konkreten Filmbeispielen, wie Mulveys Theorie auf moderne Produktionen angewendet werden kann.
5. Die Abwendung von dem psychoanalytischen Ansatz: ein Kurzer Einblick in die Cultural Studies: Das Kapitel beleuchtet alternative Forschungsansätze der Cultural Studies, die versuchen, die methodischen Grenzen der Psychoanalyse zu überwinden.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Mulveys Thesen trotz ihrer 40-jährigen Geschichte weiterhin als zentraler Ankerpunkt für die Auseinandersetzung mit Filmtheorie und Geschlechterrollen dienen.
Laura Mulvey, Visual Pleasure and Narrative Cinema, Filmtheorie, Feministische Filmtheorie, Männlicher Blick, Skopophilie, Psychoanalyse, Gender Studies, Identifikation, Cultural Studies, Voyeurismus, Identität, Geschlechterrollen, Repräsentation, Filmgeschichte
Die Arbeit behandelt die Rezeptionsgeschichte von Laura Mulveys einflussreichem Aufsatz „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ und untersucht, wie dieses Werk feministische und Gender-Filmtheorien bis heute prägt.
Zentrale Themen sind die Psychoanalyse im Kino, die Struktur des „männlichen Blickes“, Identifikationsprozesse von Zuschauerinnen und Zuschauern sowie die kritische Weiterentwicklung dieser Konzepte durch andere Filmtheoretiker.
Ziel ist es, einen Überblick über den weit gefächerten Einfluss von Mulveys Thesen zu geben und zu prüfen, ob diese nach fast 40 Jahren in neueren Analysen oder Theorien noch als maßgeblich oder inspirierend betrachtet werden.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und filmtheoretische Analyse, indem sie primär Mulveys eigene Schriften mit der Forschungsliteratur und konkreten Fallbeispielen aus Film und Fernsehen in Beziehung setzt.
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Ansätze von Mulvey, stellt die Weiterentwicklungen durch Autoren wie Mary Ann Doane, bell hooks und Linda Williams vor und verknüpft diese mit Analysen zu Horrorfilmen und Fernsehserien.
Die wichtigsten Schlagworte sind Filmtheorie, Feminismus, Männlicher Blick, Psychoanalyse, Identifikation und Gender Studies.
Laut Mulvey fungiert die Frau im patriarchalen Kino als Repräsentantin für die Kastrationsangst des Mannes, was zu einer Fetischisierung oder Abwertung der weiblichen Figur führt.
Vertreter der Cultural Studies kritisieren die zu starke Fokussierung auf psychoanalytische Strukturen und fordern eine stärkere Berücksichtigung empirischer Zuschauerrezeptionen und sozialer Kontexte anstelle reiner Textanalysen.
Die Queer Studies hinterfragen die heterosexuelle Normativität von Mulveys „männlichem Blick“ und untersuchen, wie homosexuelle Zuschauer eigene Identifikationsmuster und „queer moments“ in Filmen konstruieren.
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