Magisterarbeit, 2005
125 Seiten, Note: 1.8
1. Einleitung
2. Streitbare Demokratie
2.1 Konzept der streitbaren Demokratie
2.1.1 Theoretische und geistesgeschichtliche Grundlagen
2.1.2 Die grundlegende Rechtsprechung zur streitbaren Demokratie
2.1.2.1 Das KPD-Urteil
2.1.2.2 Das Soldaten- und das Abhörurteil
2.1.2.3 Der „Radikalenbeschluss“
2.1.2.4 Der „Radikalenerlass“
2.1.2.5 Eigenständige rechtliche Bedeutung der „streitbaren Demokratie“
2.1.3 Abgrenzung Radikalismus und Extremismus
2.2 Freiheitlich demokratische Grundordnung
2.3 Verbindung zwischen streitbarer Demokratie/fdGO und weiteren Kritikpunkten
3. Der administrative Verfassungsschutz
3.1 Rechtliche Grundlagen
3.2 Das Bundesamt, die Landesämter und das Trennungsgebot
3.3 Aufgaben des administrativen Verfassungsschutzes
3.3.1 Ausländerextremismus, Islamismus und Terrorismus
3.3.2 Spionageabwehr und Geheimschutz
3.3.3 Religiöser Extremismus
3.3.4 Organisierte Kriminalität
3.4 Publikationen des Verfassungsschutzes
3.5 Kontrolle des Verfassungsschutzes
3.5.1 Verwaltungsinterne Kontrolle
3.5.2 Der Datenschutzbeauftragte
3.5.3 Parlamentarische Kontrolle
3.5.3.1 Das Parlamentarische Kontrollgremium
3.5.3.2 Große und Kleine Anfragen
3.5.3.3 Gerichtliche Kontrolle
3.5.3.4 Kontrolle durch die Öffentlichkeit
4. Reformkonzepte
4.1 Chronologische Zeitungsanalyse
4.1.1 Zeitungsanalyse Jahrgang 2000
4.1.2 Zeitungsanalyse Jahrgang 2001
4.1.3 Zeitungsanalyse Jahrgang 2002
4.1.4 Zeitungsanalyse Jahrgang 2003
4.1.5 Zeitungsanalyse Jahrgang 2004
4.1.6 Zeitungsanalyse Jahrgang 2005
4.2 Ergebnisse der Zeitungsanalyse
5. Analyse der Verfassungsschutzberichte
5.1 Der Untersuchungsgegenstand
5.2 Aufbau der Verfassungsschutzberichte
5.3 Islamismus in den Bundesverfassungsschutzberichten 2000 und 2003
5.4 Islamismus in den Landesverfassungsschutzberichten 2000 und 2003
5.5 Vergleichsergebnisse
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Konzept der streitbaren Demokratie als theoretisches Fundament für die Sicherheitsinstitutionen in Deutschland, insbesondere den Inlandsgeheimdienst Verfassungsschutz. Im Fokus steht dabei die institutionelle Umsetzung dieses Konzepts sowie eine kritische Analyse der aktuellen Reformkonzepte und der praktischen Arbeit der Sicherheitsbehörden vor dem Hintergrund islamistischer Aktivitäten und terroristischer Bedrohungen.
2.1 Konzept der streitbaren Demokratie
Die Existenz einer Institution – wie die des administrativen Verfassungsschutzes – ist durch die bestehende politische Ordnung, die innerhalb eines Staates herrscht, begründet. Denn durch sie bezieht sie ihre eigentliche Legitimation. Aus diesem Grund soll zunächst auf eben dieses geistige und politische Konzept eingegangen werden, bevor die Beschäftigung mit der Institution selbst erfolgt. In diesen Ausführungen zu den theoretischen Konzeptionen wird die Verbindung zwischen dem zu bearbeiteten Thema und zum Teilgebiet „Politische Theorie“, mit seinen demokratietheoretischen Inhalten an der Fernuniversität Hagen hergeleitet.
Das Konzept der streitbaren Demokratie in Deutschland ist untrennbar mit bestimmten Werten verbunden. Man nennt dies Wertgebundenheit des demokratischen Staates in Abgrenzung zum Werterelativismus der WRV. Seine obersten Güter sind in den ersten Artikeln im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland festgelegt. Es sind dies u.a.: die „Unantastbarkeit der Menschenwürde“ (Art. 1 GG), die „Handlungsfreiheit und Persönlichkeitsentfaltung“ (Art. 2 GG), die „Gleichheit aller“ (Art. 3 GG) und die „Glaubens- und Meinungsfreiheit“ (Art. 4 GG). Demokratie ist folglich unbedingt mit dem Freiheitsgedanken verbunden. Diese politischen Freiheitsrechte gelten für alle diejenigen in gleicher Weise, die zu der politischen Gemeinschaft des Volkes eines Staates gehören. Es besteht also ein Kausalzusammenhang zwischen der persönlichen Freiheit und den Aufgaben des Staates, z.B. als Hüter der Verfassung durch das BVerfG. Demokratie geht dabei von einem bestimmten Menschenbild aus. „Die Menschen sollen frei sein...denn nur ein freier Mensch kann sich und seine Umwelt in eigener Verantwortung mitgestalten.“
1. Einleitung: Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen der streitbaren Demokratie und der Zielsetzung der Untersuchung im Kontext der Sicherheitsreformen nach 2001.
2. Streitbare Demokratie: Analyse der theoretischen Konzepte, der Rechtsprechung (u.a. KPD-Verbot) und der Abgrenzung von Radikalismus und Extremismus.
3. Der administrative Verfassungsschutz: Darstellung der rechtlichen Grundlagen, Aufgabenbereiche und der Kontrollmechanismen sowie der Trennungsgebot-Diskussion.
4. Reformkonzepte: Untersuchung aktueller Reformvorschläge zur Sicherheitsarchitektur anhand einer chronologischen Zeitungsanalyse der Jahre 2000 bis 2005.
5. Analyse der Verfassungsschutzberichte: Empirischer Vergleich von Bundes- und Landesverfassungsschutzberichten zur Islamismus-Beobachtung vor und nach den Terroranschlägen.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der Sicherheitsstrukturen und der Ambivalenz zwischen Sicherheitsbedürfnis und rechtsstaatlichen Kontrollen.
Streitbare Demokratie, Verfassungsschutz, Bundesamt für Verfassungsschutz, Freiheitlich demokratische Grundordnung, Extremismus, Islamismus, Trennungsgebot, Terrorismusbekämpfung, Sicherheitspolitik, Sicherheitsarchitektur, Politische Theorie, Rechtsstaat, Geheimdienst, Zeitungsanalyse, Reformkonzepte
Die Arbeit analysiert das Konzept der streitbaren Demokratie und dessen institutionelle Umsetzung durch den Verfassungsschutz unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheitsreformen nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001.
Zentrale Themen sind die demokratische Wertgebundenheit, das Verhältnis von staatlicher Sicherheit und individueller Freiheit sowie die Aufgaben und Kontrollmechanismen der deutschen Inlandsnachrichtendienste.
Ziel ist die kritische Darstellung, wie der administrative Verfassungsschutz das Konzept der streitbaren Demokratie in der Praxis umsetzt und wie sich dieses durch Reformen im Kontext der Terrorabwehr verändert hat.
Es wird eine Dokumenten- und Inhaltsanalyse von Sekundärdaten (Rechtsprechung, Literatur) mit einem politikwissenschaftlichen Fokus sowie eine chronologische Zeitungsanalyse angewendet.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die Strukturen der Verfassungsschutzämter, die Problematik des Trennungsgebots von Polizei und Geheimdienst sowie eine detaillierte Auswertung von Berichten zum Thema Islamismus.
Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie streitbare Demokratie, Verfassungsschutz, Trennungsgebot, Extremismus und Innere Sicherheit beschreiben.
Der Autor zeigt auf, dass das strikte Trennungsgebot durch aktuelle Reformen und die praktische Sicherheitskooperation zunehmend ausgehöhlt wird, was er als kritisch für rechtsstaatliche Kontrollmöglichkeiten einstuft.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass diese Berichte nicht nur rein informativ sind, sondern als Instrument der amtlichen Öffentlichkeitsarbeit und zur Selbstlegitimation der Ämter fungieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

