Examensarbeit, 2005
139 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1 Jugend / Adoleszenz
2.2 Kultur
2.3 Subkultur
2.4 Jugendsubkultur / Jugendkultur
2.5 Szene
2.6 Jugendkultur statt Subkultur?
3. EINBLICKE IN DIE BESONDERHEITEN DES JUGENDALTERS
3.1 Psychobiologische Aspekte zum Jugendalter
3.2 Psychosoziale Aspekte zum Jugendalter
3.3 Die Wertorientierung der Jugendlichen
4. JUGEND(SUB)KULTUREN
4.1 Das Konzept der Subkultur in der Soziologie
4.2 Die Theorie der Subkultur
4.3 Normen der Subkulturen
4.4 Jugendkulturelle Stile zwischen Kommerzialisierung und Selbstinszenierung
4.5 Die erste Jugendkultur: der Wandervogel
4.6 Aktuelle und geschichtlich einzuordnende wichtige Jugendkulturen
4.6.1 Teddyboys oder Teds
4.6.2 Mods
4.6.3 Rocker
4.6.4 Hippies
4.6.5 Jesus Freaks
4.6.6 HipHopper
4.6.7 Technoiden
4.6.8 Skater
5. DIE JUGENDKULTUR DER...
5.1 Skinheads
5.1.1 Geschichte der Skinheads
5.1.2 Blood and Honour-, S.H.A.R.P.- und Oi!-Skinheadgruppierungen
5.1.2.1 Blood and Honour
5.1.2.2 S.H.A.R.P.
5.1.2.3 Oi!
5.1.3 Skinhead – „a way of life“, der mit Gewalt Hand in Hand geht
5.1.4 Der Stil der Skinheads
5.1.4.1 Die Frisur
5.1.4.2 Die Schuhe
5.1.4.3 Die Beinbekleidung
5.1.4.4 Oberbekleidung
5.1.4.5 Tätowierungen
5.1.5 Skinhead-Musik – Entstehung des Rechtsrock
5.2 Punks
5.2.1 Geschichte der Punkbewegung
5.2.1.1 Ursprung des Begriffs Punk
5.2.1.2 Punk und Skinhead – gibt es Gemeinsamkeiten?
5.2.2 Punk – eine Absage an den gesellschaftlichen Fortschritt
5.2.3 Straight-Edge
5.2.4 Der Kleidungsstil der Punks
5.2.4.1 Haare
5.2.4.2 Make-Up
5.2.4.3 Jacken
5.2.4.4 Hemden, T-Shirts und Pullover
5.2.4.5 Hosen und Röcke
5.2.4.6 Schuhe
5.2.4.7 Accessoires
5.3 Gothics
5.3.1 Geschichte der Gothic-Bewegung
5.3.2 Wertvorstellungen und Lebensgefühl in der schwarzen Szene
5.3.3 Gothics und Satanismus
5.3.4 Mode und Styling
5.3.4.1 Die Farbe Schwarz
5.3.4.2 Kleidung
5.3.4.3 Haare
5.3.4.4 Accessoires
5.3.4.5 Körperschmuck
5.3.5 Musik der Gothics
6. DER IDENTITÄTSBEGRIFF
6.1 Was ist Identität?
6.2 Eriksons Phasenlehre der Identitätsentwicklung
6.3 Identität und Jugendkultur
7. ABWEICHENDES VERHALTEN
7.1 Definition: abweichendes Verhalten
7.2 Gruppenprozesse und abweichendes Verhalten im Jugendalter
7.3 Skinheads, Punks und abweichendes Verhalten
7.3.1 Skinheads und abweichendes Verhalten
7.3.1.1 Rechtsradikale Jugendgewalt
7.3.1.2 Zusammenfassung der SINUS-Studie zu rechtsextremistischen Einstellungen der Deutschen
7.3.2 Punks und abweichendes Verhalten
8. STREETWORK UND AKTIONEN GEGEN RECHTE GEWALT
8.1 Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen
8.2 Aktionen gegen rechte Gewalt
8.2.1 Mut gegen rechte Gewalt
8.2.2 Aktion Courage
8.2.3 Gesicht zeigen
8.3 Streetwork mit Punks
8.4 Streetworkeinrichtungen
8.4.1 Bunte Projekte
8.4.2 Walkman
8.4.3 Klik
9. FAZIT
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen jugendlicher Identitätssuche, der Zugehörigkeit zu verschiedenen Subkulturen und der Tendenz zu abweichendem Verhalten, um Lehrkräften ein besseres Verständnis für das Verhalten ihrer Schüler zu ermöglichen.
5.1.3 Skinhead – „a way of life“, der mit Gewalt Hand in Hand geht
Das Skinhead-Sein bedeutet einen bestimmten Lebensstil und eine bestimmte Lebenshaltung zu haben und nicht etwa eine bestimmte Mode. Mit ihrem way of life grenzen sie sich gegen normale Jugendliche und Erwachsene ab und zeigen dadurch einen engen inneren Zusammenhalt, Zuverlässigkeit und Kameradschaft. Fast alle Skins verstehen sich als Zugehörige zur Schicht der Arbeiter, rechnen sich also zu der Working Class. Zentrale Werte der Skinheads sind körperliche Arbeit, also ein handwerklicher Beruf und finanzielle Unabhängigkeit. Sie sind stolz darauf aus der Arbeiterklasse zu kommen und durch ihren Arbeitsplatz finanziell unabhängig vom Staat und von den Eltern zu sein.
Mit ihrem way of life ist jedoch vor allem auch der Spaß, die Musik, die Parties, Alkohol, also allgemein die Freizeit gemeint. Die Skinhead-Szene ist eine Spaß- und Freizeitkultur. Parties bilden den zentralen Punkt der Skinhead-Gemeinschaft. Der Skin gehört zu einer Gruppe, mit der er sich identifizieren kann, so dass man ihn nur selten allein antrifft. Wenn es Möglichkeiten gibt, sich mit mehreren Skinheads zu treffen, werden diese wahrgenommen. Zu Ska- oder Oi!-Konzerten reisen die Skinheads oft mehrere hundert Kilometer weit, nur um ein Wochenende unter Gleichgesinnten zu verbringen. Wenn die Skinheads zusammen feiern, wird über vergangene Tage gesprochen, es werden neue Freundschaften aufgebaut und die Sorgen des Alltags werden für das Wochenende vergessen. Hierarchien herrschen, wenn überhaupt, nur aufgrund der Zugehörigkeitsdauer zur Szene. Respekt wird jedem gebührt, der sich in dieser Szene als treues Mitglied behauptet. Bedeutungslos erscheinen den Skinheads die materiellen und geistigen Unterschiede innerhalb der Gruppe – hier sind alle gleich. Viele Skinheads haben ihren Traum, eine Renee, so werden die weiblichen Anhänger der Skinhead-Szene genannt, als Freundin zu haben wegen des akuten Frauenmangels der Szene bereits ausgeträumt.
1. EINLEITUNG: Der Autor erläutert die Relevanz des Themas im Kontext seines zukünftigen Lehrerberufs und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Beschränkung auf die Szenen der Skinheads, Punks und Gothics.
2. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Es werden grundlegende Begriffe wie Jugend, Adoleszenz, Kultur, Subkultur, Jugendkultur und Szene definiert, um das theoretische Fundament für die weitere Analyse zu bilden.
3. EINBLICKE IN DIE BESONDERHEITEN DES JUGENDALTERS: Dieses Kapitel behandelt die psychobiologischen und psychosozialen Veränderungen im Jugendalter sowie die Bedeutung der Wertorientierung für die Identitätsbildung.
4. JUGEND(SUB)KULTUREN: Das Konzept der Subkultur wird soziologisch beleuchtet, die erste Jugendkultur (Wandervogel) vorgestellt und ein Überblick über aktuelle Jugendkulturen wie Teddyboys, Mods, Rocker oder HipHopper gegeben.
5. DIE JUGENDKULTUR DER...: Der Hauptteil konzentriert sich detailliert auf die Geschichte, den Stil, die Ideologien und die Musik der drei Subkulturen Skinheads, Punks und Gothics.
6. DER IDENTITÄTSBEGRIFF: Es wird die Definition von Identität nach Erikson vorgestellt und seine Phasenlehre der Identitätsentwicklung detailliert dargelegt.
7. ABWEICHENDES VERHALTEN: Dieses Kapitel definiert abweichendes Verhalten, analysiert Gruppenprozesse im Jugendalter und untersucht spezifisch das Gewaltpotential und abweichende Verhaltensweisen bei Punks und Skinheads.
8. STREETWORK UND AKTIONEN GEGEN RECHTE GEWALT: Der Abschluss befasst sich mit pädagogischen Strategien der akzeptierenden Jugendarbeit und stellt konkrete Initiativen gegen Rechtsextremismus sowie Streetworkeinrichtungen vor.
9. FAZIT: Der Autor resümiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer vorurteilsfreien, pädagogischen Haltung gegenüber Jugendlichen in verschiedenen Subkulturen.
Jugendkultur, Subkultur, Identität, Adoleszenz, Skinheads, Punks, Gothics, abweichendes Verhalten, Streetwork, Rechtsradikalismus, Werte, soziale Arbeit, Gruppendynamik, Rechtsextremismus, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen jugendlicher Subkulturen und deren Bedeutung für die Identitätssuche sowie das damit verbundene Potential für abweichendes Verhalten.
Neben der Definition soziologischer Begriffe stehen die Charakterisierung spezifischer Szenen (Skinheads, Punks, Gothics) sowie die Rolle der Jugendarbeit und Streetwork im Fokus.
Das Ziel ist es, Einblicke in die Lebenswelten Jugendlicher zu geben, um Vorurteile abzubauen und insbesondere Lehrern ein besseres Verständnis für die Identitätsfindung ihrer Schüler zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung basierend auf soziologischer und pädagogischer Fachliteratur sowie der Analyse bestehender Studien, wie etwa der SINUS-Studie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der Szenen Skinheads, Punks und Gothics, eine theoretische Einordnung der Identitätsentwicklung nach Erikson sowie eine Analyse von abweichendem Verhalten und Streetwork-Konzepten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendkultur, Subkultur, Identitätsfindung, abweichendes Verhalten, Rechtsextremismus und akzeptierende Jugendarbeit zusammenfassen.
Der Wandervogel wird als die erste dokumentierte Jugendkultur betrachtet, die erstmals ein spezifisch jugendliches Lebensgefühl und einen eigenen Lebensstil jenseits der Erwachsenenwelt zum Ausdruck brachte.
Der Autor stellt klar, dass eine Verbindung zum Satanismus falsch ist; die Gothics sind zwar an dunklen Themen und dem Tod interessiert, lehnen jedoch satanistische Praktiken und Friedhofsschändungen explizit ab.
Musik fungiert als zentrales Bindeglied und Identitätsmerkmal; sie schafft ein Gemeinschaftsgefühl und bietet eine Bühne zur Abgrenzung gegenüber der Mainstream-Gesellschaft.
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