Forschungsarbeit, 2005
29 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
1. Zur Arbeit
a) Persönliches Forschungsinteresse
b) Vorhaben
2. Begriffsklärung
a) Sexualität
b) Tabuisierung
c) Kommunikation und Diskurs
3. Materialauswahl
a) Gothic Short Fiction
b) Epocheneinteilung
II. Materialdarstellung
1. Romantik
a) Raymond: A Fragment (1799)
b) Berenice (1835)
2. Zeitalter des Viktorianismus und des Realismus
a) Evelines Visitant (1862)
b) Selina Sedilia (1865)
3. Age of Transition
a) Hurst of Hurstcote (1893)
b) Jordan’s End (1923)
4. Moderne
a) A Rose For Emily (1930)
b) Sardonicus (1961)
5. Postmoderne
a) The Lady Of The House Of Love (1979)
b) Autopsy Room Four (2002)
III. Analyse
1. Sexualität und Tod als Motive
2. Tabuverschiebung
3. Gesellschaftliche Relevanz
Diese Arbeit untersucht den historischen Wandel der Tabuisierung von Sexualität innerhalb des Diskurses der englischsprachigen Gothic Short Fiction des 19. und 20. Jahrhunderts und analysiert die gesellschaftliche Relevanz dieser Entwicklung.
a) Raymond: A Fragment (1799)
Die Geschichte Raymond: A Fragment erschien unter dem Pseudonym Juvenis, was auf Latein soviel wie junger Mann oder junge Frau heißt, in The Lady’s Magazine in Großbritannien im Februar 1799 (vgl. Baldick 1992, S. 527). Somit lässt sich nicht feststellen, ob die Geschichte von einem Mann oder von einer Frau verfasst wurde, wobei die Vermutung nahe liegt, dass Letzteres der Fall ist, sowohl augrund des Erscheinungsortes, als auch weil die Frauen aus verständlichen Gründen eher dazu neigten, anonym zu veröffentlichen.
Der Text beginnt mit der Einführung des „unhappy Raymond“ (S. 23), der seine Frau Miranda vermisst. Von Miranda ist vergleichsweise wenig bekannt, außer dass sie verschwunden ist und dass Raymond sich nichts so sehr wünscht, wie „once more to posses my lovely Miranda“ (S. 23), also sie wieder (einmal) zu besitzen. Dann hört Raymond einen „distant and faint shriek“ (S. 24) und begibt sich voller Mutes in die Richtung aus welcher der Schrei kam. Nach einiger Suche, während deren er mit seiner eigenen Angst und der widerspenstigen mysteriösen Umgebung zu kämpfen hat, erreicht Raymond einen „ancient tower“ (S. 25). In diesem Turm findet er zuerst ein Skelett und dann den Schreien folgend eine (seiner Meinung nach) barbarische Szene: „He beheld a man, brandishing, exultingly, a dagger, reeking with blood, over the body of a female, who had fallen a victim to his barbarity“ (S. 26). Natürlich rächt Raymond die Unglückliche, indem er den Mörder in die „regions of eternal misery“ (S. 26) befördert. Als er jedoch die Leiche der Frau genau sehen kann, fällt er in Ohnmacht, denn es ist Miranda.
I. Einleitung: Dieses Kapitel begründet das Forschungsinteresse am Sexualitätsdiskurs, legt das Ziel der Arbeit fest und definiert zentrale Begriffe wie Sexualität, Tabuisierung sowie den theoretischen Rahmen der Kommunikation und Diskursanalyse.
II. Materialdarstellung: Hier erfolgt eine chronologische Analyse ausgewählter Gothic Short Fiction Texte von der Romantik bis zur Postmoderne hinsichtlich ihrer Darstellung von Sexualität, Tod und Tabus.
III. Analyse: Dieses Kapitel führt eine übergreifende Untersuchung der erarbeiteten Motive (Krankheit, Gewalt, Blut) durch, diskutiert Verschiebungen in den Tabubereichen und bewertet die gesellschaftliche Relevanz der literarischen Entwicklungen.
Sexualität, Tabu, Gothic Short Fiction, Diskurs, Kommunikation, Tod, Krankheit, Gewalt, Blut, Romantik, Viktorianismus, Moderne, Postmoderne, Inzest, Nekrophilie
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Tabuisierung von Sexualität in der englischsprachigen Gothic Short Fiction des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die zentralen Themenfelder sind die diskursive Konstruktion von Sexualität, die Verknüpfung von Sexualität und Tod als Motive sowie der Wandel gesellschaftlicher Normen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich die Tabuisierung der Sexualität in diesem spezifischen literarischen Diskurs historisch entwickelt hat und welche Relevanz dies für gesellschaftliche Strukturen besitzt.
Es wird eine motiv- und themenorientierte Analyse angewandt, wobei die Methoden flexibel an die jeweiligen Texte angepasst werden.
Im Hauptteil erfolgt eine Materialdarstellung und Interpretation verschiedener Kurzgeschichten, chronologisch geordnet nach literarischen Epochen.
Schlüsselwörter sind unter anderem Sexualität, Tabu, Gothic Short Fiction, Diskurs, Kommunikation, Tod, Krankheit, Inzest und Nekrophilie.
Während im 19. Jahrhundert Sexualität und Tod oft als kausal verknüpft (z.B. sexuelle Überschreitung führt zu Krankheit und Tod) dargestellt werden, lockert sich diese Verbindung in der Moderne und Postmoderne, wo der Tod teils als Erlösung oder die Sexualität als autonom betrachtet wird.
Das Motiv des Blutes dient als Medium der Übertragung zwischen den Diskursen von Sexualität und Tod und ist stark mit den Motiven der Krankheit und Gewalt verknüpft.
Dieses Genre eignet sich aufgrund seiner antigesellschaftlichen Haltung und der ständigen Auseinandersetzung mit Grenzüberschreitungen besonders gut zur Analyse struktureller Widersprüche im Sexualitätsdiskurs.
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