Bachelorarbeit, 2016
66 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitende Bemerkungen
2. Theoretische Fundierung
2.1 Diskurslinguistik und -analyse
2.1.1 Verortung in der Linguistik
2.1.2 DIMEAN – Ein diskurslinguistisches Modell
2.2 Metapherntheorien im Überblick
2.2.1 Substitutions- und Vergleichstheorie
2.2.2 Interaktionstheorien
2.2.3 Kognitive Metapherntheorie
2.3 Metaphern im Diskurs
2.3.1 Grade der Metaphorizität
2.3.2 Metaphernfunktionen
3. Korpuslinguistischer Zugang
3.1 Methode und Methodologisches
3.2 Parameter der Korpuserstellung
4. Empirische Befunde
4.1 Quantitative Analyse
4.2 Qualitative Analyse
4.2.1 Geographie- und Geologie-Metaphorik
4.2.2 Wasser-Metaphorik
4.2.3 Kriegs- und Kampf-Metaphorik
5. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Metaphorik im medialen Diskurs über die Flüchtlingskrise im Zeitraum vom 24. Dezember 2015 bis zum 7. Januar 2016. Ziel ist es, dominante Metaphernbereiche in vier überregionalen deutschen Tageszeitungen korpuslinguistisch zu identifizieren, deren Verwendung zu analysieren und ihre Wirkung auf die Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit sowie ihre handlungsleitenden Funktionen im Diskurs aufzuzeigen.
4.2.1 Geographie- und Geologie-Metaphorik
Mit 245 Metaphern ist das Bildspenderfeld „Geographie/Geologie“ im Diskurs über die Flüchtlingskrise am stärksten ausgebaut. Bezüglich der Zusammensetzung des Feldes fällt auf, dass sich die meisten der darin enthaltenen Metaphern einem der drei Bereiche „Grenze“, „Gipfel“ und „Himmelsrichtungen“ zuordnen lassen. Diese sollen nun untersucht werden.
Die Metapher Obergrenze macht nicht nur nahezu ein Drittel der Metaphern dieses Bildspenderfeldes aus, sondern ist mit 70 Belegen auch die häufigste Metapher des Korpus. Zum dazugehörigen Lexemverband zählen Metaphern wie abgrenzen, Asyl-Obergrenze, begrenzen, Belastungsgrenze, Entgrenzung, Flüchtlingsobergrenze, Flüchtlings-Obergrenze, Grenze, Obergrenzendebatte, Obergrenzen-Vorstoß, aber auch Personalobergrenze. Die Grenzmetaphorik ist so zentral für den Diskurs, dass sie in einzelnen Texten Metaphernfelder konstituiert.
1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die Thematik der Metaphorik im Flüchtlingsdiskurs und Darlegung des Forschungsbedarfs.
2. Theoretische Fundierung: Wissenschaftliche Einbettung der Begriffe Diskurs und Metapher sowie Vorstellung des DIMEAN-Modells und zentraler Metapherntheorien.
3. Korpuslinguistischer Zugang: Erläuterung der korpuslinguistischen Methode und der spezifischen Parameter zur Erstellung des untersuchten Zeitungskorpus.
4. Empirische Befunde: Quantitative Auswertung des Korpus und qualitative Analyse der dominanten Bildspenderfelder.
5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse über die Wirkung und Funktion der untersuchten Metaphern im politischen Diskurs.
Diskurslinguistik, Metaphernanalyse, Flüchtlingskrise, Korpuslinguistik, Obergrenze, Wasser-Metaphorik, Kriegs-Metaphorik, Bildspenderfeld, Medienanalyse, Politische Rhetorik, Diskurssemantik, Lexikalisierung, Handlungsleitende Funktion, Realitätskonstitution, Zeitungsdiskurse.
Die Arbeit untersucht, welche zentralen Metaphern den Diskurs über die Flüchtlingskrise in deutschen überregionalen Zeitungen prägen und wie diese zur Sinnstiftung und Argumentation genutzt werden.
Den Schwerpunkt bilden die häufigsten bildsprachlichen Bereiche, namentlich die Geographie- und Geologie-Metaphorik, die Wasser-Metaphorik sowie die Kriegs- und Kampf-Metaphorik.
Ziel ist es, die dominanten Metaphernbereiche in der Berichterstattung zu eruieren und deren Wirkung – etwa durch die Versachlichung von Problemen oder die implizite Lenkung von Handlungsanweisungen – wissenschaftlich zu analysieren.
Es wird ein korpuslinguistischer Ansatz verfolgt, der auf der Auswertung von Primärdaten aus vier großen Tageszeitungen basiert, ergänzt durch eine qualitative Analyse auf Basis diskurslinguistischer Theorien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Diskurslinguistik und Metapherntheorien, eine detaillierte methodische Beschreibung der Korpuserstellung und eine ausführliche empirische Untersuchung der Bildspenderfelder.
Wichtige Schlagworte sind neben der Flüchtlingskrise und Diskursanalyse vor allem Konzepte wie "Obergrenze", die Bedeutung von Bildspenderfeldern sowie die realitäts- und handlungsleitende Funktion der Sprache.
Die Arbeit identifiziert "Obergrenze" als eine diskursiv etablierte Protometapher, die eine hohe Frequenz aufweist und entscheidend dazu beiträgt, ein komplexes humanitäres Thema auf ein zahlenmäßiges, "begrenzbares" Problem zu reduzieren.
Wasser-Metaphern wie "Flüchtlingsstrom" oder "Flut" dienen primär dazu, Flüchtlinge als entindividualisierte, bedrohliche Masse darzustellen, die eine handlungsleitende Wirkung im Sinne einer notwendigen "Eindämmung" entfaltet.
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