Masterarbeit, 2018
126 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitende Bemerkungen
2. Theoretische Fundierung
2.1 Nachhaltigkeit: Wort- und Themenkarriere
2.1.1 Begriffsgeschichte, Verwendung und Kritik
2.1.2 Nachhaltigkeit als Gegenstand des öffentlichen Diskurses
2.2 Die Online-Enzyklopädie Wikipedia
2.2.1 Grundlagen, Prinzipien und Organisation
2.2.2 Zur Struktur dynamischer Hypertexte in der Wikipedia
2.3 Zur Diskurslinguistik und -analyse
2.3.1 Diskurslinguistik nach Foucault
2.3.2 Ein Rahmen für die Hyperdiskursanalyse
3. Material, digitale Methoden und Tools
4. Empirische Befunde
4.1 Überblick und quantitative Analyse
4.2 Qualitative Analyse
4.2.1 Das Diskursfragment Henkel (Unternehmen)
4.2.2 Das Diskursfragment Covestro
5. Schlussbemerkungen
6. Bibliographie
6.1 Literatur
6.2 Online-Ressourcen
7. Verzeichnis der Quellen und Tools
8. Anhang
8.1 Vereinfachtes Benutzerschema der deutschen Wikipedia
8.2 Layout der diskurslinguistischen Mehr-Ebenen-Analyse (DIMEAN)
8.3 Tabelle: Empirische Befunde
8.4 Screenshots des Diskursfragments Henkel (Unternehmen)
8.5 Screenshots des Diskursfragments Covestro
Die Arbeit untersucht, in welchem Ausmaß und auf welche Weise der Begriff Nachhaltigkeit auf den Wikipedia-Artikelseiten der 30 DAX-Unternehmen verhandelt wird. Hierbei steht die Erforschung der diskursiven Wissensaushandlung unter Berücksichtigung der spezifischen medientechnischen und sozialen Bedingungen der Wikipedia im Fokus.
2.2.1 Grundlagen, Prinzipien und Organisation
Wikipedia [...] ist ein am 15. Januar 2001 gegründetes gemeinnütziges Projekt zur Erstellung einer Enzyklopädie in zahlreichen Sprachen mit Hilfe des Wikiprinzips. Gemäß Publikumsnachfrage und Verbreitung gehört Wikipedia unterdessen zu den Massenmedien. Aufgrund der für die Entstehung und Weiterentwicklung dieser Enzyklopädie charakteristischen kollaborativen Erstellungs-, Kontroll- und Aushandlungsprozesse der ehrenamtlichen Beteiligten zählt Wikipedia zugleich zu den Social Media [Hervorhebungen im Original] (Seite „Wikipedia“).
Bereits der erste Absatz des Wikipedia-Artikels zum Lemma Wikipedia deutet die Ausmaße der Online-Enzyklopädie an. Van Dijk widerspricht der Darstellung in Teilen, wenn er konstatiert: „Die Wikipedia ist längst kein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie mehr – sie ist in weiten Teilen bereits eine Enzyklopädie“ (van Dijk 2010: 13). Gestützt wird diese Aussage durch die von der Wikipedia erhobenen Zahlen. Demnach enthält bspw. die deutsche Wikipedia mit über zwei Millionen Artikeln weit mehr Artikel als der BROCKHAUS, MEYERS KONVERSATIONS-LEXIKON oder andere klassische Printenzyklopädien (vgl. Seite „Wikipedia:Größenvergleich“).
1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in das Thema und Zielsetzung der Arbeit, die Wikipedia als linguistische Ressource zur Analyse des Nachhaltigkeitsdiskurses bei DAX-Unternehmen zu nutzen.
2. Theoretische Fundierung: Theoretischer Überblick, der die Wort- und Themenkarriere von Nachhaltigkeit beleuchtet, die Struktur der Wikipedia als Hypertext-Plattform darstellt und die Diskurslinguistik nach Foucault als Analyseraster einführt.
3. Material, digitale Methoden und Tools: Beschreibung der Datenbasis, bestehend aus 30 DAX-Unternehmens-Artikeln, sowie Erläuterung der angewandten digitalen Methoden zur Erhebung und Auswertung.
4. Empirische Befunde: Quantitative Übersicht über die untersuchten Diskursfragmente und anschließende qualitative Analyse ausgewählter Fälle (Henkel und Covestro).
5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse, die das Zusammenspiel von Akteuren, Wissen und Macht in der diskursiven Aushandlung auf Wikipedia-Seiten verdeutlicht.
Nachhaltigkeit, Wikipedia, Diskurslinguistik, DAX-Unternehmen, Hyperdiskursanalyse, DIMEAN, Wissensaushandlung, Akteure, Machtstrukturen, Online-Enzyklopädie, Digitale Methoden, CSR, Wissenskonstituierung, NPOV, Diskursfragmente
Die Arbeit analysiert, wie der Nachhaltigkeitsdiskurs auf den Wikipedia-Artikelseiten der 30 DAX-Unternehmen geführt wird und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Neben der Begriffsgeschichte der Nachhaltigkeit stehen die Strukturen der Wikipedia, medienlinguistische Aspekte von Hypertexten und die Anwendung diskursanalytischer Methoden auf digitale Texte im Mittelpunkt.
Das Ziel ist es, mithilfe einer digitalen Hyperdiskursanalyse aufzudecken, wie Unternehmen oder deren beauftragte Akteure versuchen, ihre Außendarstellung auf Wikipedia durch Wissensaushandlung zu beeinflussen.
Die Autorin nutzt eine erweiterte Form der diskurslinguistischen Mehr-Ebenen-Analyse (DIMEAN), die durch Methoden der digitalen Konversationsanalyse ergänzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Vorstellung der digitalen Tools und Methoden sowie eine empirische Analyse der gesammelten Daten aus Artikel- und Diskussionsseiten.
Wichtige Schlagworte sind Nachhaltigkeit, Wikipedia, Diskurslinguistik, Wissensaushandlung, DAX-Unternehmen und digitale Diskursanalyse.
Diskussionsseiten dienen als Raum diskursiver Aushandlung, in dem Akteure die Artikelinhalte verhandeln, Konflikte austragen und somit die Wissenskonstituierung öffentlich dokumentieren.
Bei beiden Unternehmen lässt sich eine zielgerichtete positive Einflussnahme durch Unternehmenskontakte nachweisen, die jedoch durch die Wikipedia-Gemeinschaft und das Neutralitätsprinzip (NPOV) kritisch hinterfragt und teilweise korrigiert wird.
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