Magisterarbeit, 2005
102 Seiten, Note: 2
1. EINFÜHRUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. DIE RELIGIÖSE LANDSCHAFT RUMÄNIENS
2.1 Die Ethnogenese und religiöse Prägung des rumänischen Volkes
2.2 Die konfessionelle Vielfalt Rumäniens
2.3 Die Struktur und Organisation der Rumänischen Orthodoxen Kirche
3. DIE ORTHODOXE KIRCHE UNTER DEM SOZIALISMUS
3.1 Ein historischer Abriss über die staatliche Neuordnung nach dem Zweiten Weltkrieg
3.2 Die kirchengesetzlichen Bestimmungen der KPR
3.2.1 Die Gesetzesbeschlüsse des Jahres 1947
3.2.2 Die Kirchenartikel der Verfassungen von 1948, 1952 und 1965 im Vergleich
3.2.3 Das Kultgesetz von 1948
3.2.4 Die Auflösung der Unierten Kirche 1948
3.2.5 Das Familiengesetz des Jahres 1953
3.2.6 Das Strafgesetzbuch des Jahres 1960
3.2.7 Die Überwachung durch das Kultusministerium/-departement
3.2.8 Das Parteiprogramm der KPR von 1974
3.2.9 Zusammenfassung
3.3 Quantitative Aussagen zur Situation der Kirchen
3.3.1 Die konfessionelle Zusammensetzung
3.3.2 Die Struktur der Orthodoxen Kirche und der theologischen Ausbildung
3.3.3 Die Situation in den Klöstern
3.3.4 Die theologischen Printmedien
3.4 Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat
3.5 Erklärungen für den geringen Widerstand der Orthodoxen Kirche gegen das sozialistische Regime
4. DIE ORTHODOXE KIRCHE NACH 1989
4.1 Das Revolutionsgeschehen – religiös motiviert
4.2 Die neue Gesetzeslage
4.3 Die innere Erneuerung
4.4 Die Neuordnung der kirchlichen Institutionen
4.5 Die quantitative Entwicklung zwischen 1989 und 2002
4.5.1 Die konfessionelle Zusammensetzung
4.5.2 Die wichtigsten Nationalitäten Rumäniens in ihrer konfessionellen Zusammensetzung
4.5.3 Die Struktur der Orthodoxen Kirche und der theologischen Ausbildung
4.5.4 Die Situation in den Klöstern
4.5.5 Die theologischen Printmedien
4.5.6 Weitere Ergebnisse
4.6 Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des sozialistischen Regimes auf die Rumänisch-Orthodoxe Kirche und analysiert, inwiefern sich die Religiosität und die Rolle der Kirche nach dem politischen Umbruch 1989 verändert haben oder ob Kontinuitäten bestehen.
1.1 Problemstellung
(Süd-)Osteuropa steht vor neuen Herausforderungen: nach Zusammenbruch des Sozialismus ist die Eingliederung dieser Staaten in die gesamteuropäische Staatenwelt das erklärte Ziel der Politik. Neben innerstaatlichen Reformen wirtschaftlicher und politischer Art ist die schrittweise Eingliederung (Süd-)Osteuropas in die Europäische Union ein weiterer wichtiger und notwendiger Schritt. 2007 werden darum zwei weitere Staaten des ehemaligen Ostblock in die Union aufgenommen: Bulgarien und Rumänien.
Neben all den wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, die dieser Schritt für Rumänien bedeutet, stellt sich die Frage, wie diese Modernisierungsbestrebungen in der Bevölkerung auf- und angenommen werden. Werden die westlichen Werte von der Bevölkerung mitgetragen? Findet überhaupt eine Adaption westlicher Wertvorstellungen statt oder gelingt es Rumänien, die eigene Identität, trotz 40-Jähriger sozialistischer Herrschaft, bewahren zu können?
Ein Teilbereich, der bei dieser Fragestellung oftmals außen vor bleibt, ist das religiöse System. Vornehmlich auf westliche Industrienationen beschränkt verblieben sind die Diskurse und Analysen darüber, inwieweit die Modernisierung eine Säkularisierung nach sich gezogen hat. Doch zunehmend stellt sich diese Frage auch für die Staaten des ehemaligen Ostblocks. Das religiöse System steht dort vor zweierlei Gefährdungen: zum einen war es angesichts der sozialistischen Ideologie, welche die Religion als „das Opium des Volkes“ betrachtet, ein verfolgtes Subsystem der Gesellschaft, zum anderen sieht es sich in der postsozialistischen Ära neuen Herausforderungen und Bedrängnissen gegenüber: Auf dem Weg zu einem modernen Staat erscheint metaphysisches Gedankengut überflüssig und ersetzbar.
1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert die Problemstellung der Modernisierung in postsozialistischen Staaten und definiert das Ziel der Arbeit sowie den thematischen Aufbau.
2. DIE RELIGIÖSE LANDSCHAFT RUMÄNIENS: Dieses Kapitel behandelt die historischen Grundlagen der Ethnogenese sowie die religiöse Prägung des Landes und erläutert die Struktur der Orthodoxen Kirche.
3. DIE ORTHODOXE KIRCHE UNTER DEM SOZIALISMUS: Hier werden die staatlichen Eingriffe, gesetzliche Bestimmungen, Überwachungsmechanismen und die reale Situation der Kirchen während der sozialistischen Ära analysiert.
4. DIE ORTHODOXE KIRCHE NACH 1989: Der Abschnitt analysiert den Transformationsprozess, die neue Gesetzeslage, die innere Erneuerung der Kirche und die quantitative Entwicklung der Religiosität in der postsozialistischen Epoche.
Rumänien, Rumänisch-Orthodoxe Kirche, Sozialismus, Postsozialismus, Religion, Säkularisierung, Staatskirche, Kirchengeschichte, Transformationsprozess, Minderheitenkirchen, Religiosität, Gesetzgebung, Kommunistische Partei, Identität.
Die Magisterarbeit untersucht die Rolle der Rumänisch-Orthodoxen Kirche im Spannungsfeld zwischen sozialistischer Herrschaft und der postsozialistischen Modernisierung.
Das Hauptaugenmerk liegt auf der historischen religiösen Prägung Rumäniens, den staatlichen Repressionen während des Sozialismus und der Entwicklung kirchlicher Institutionen nach der Wende von 1989.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob das atheistische Ziel des Sozialismus erreicht wurde, ob das rumänische Volk areligiös wurde und ob heute Säkularisierungstendenzen wie in Westeuropa erkennbar sind.
Die Arbeit basiert auf einer historischen und kirchensoziologischen Analyse, wobei vor allem Gesetzesdokumente, statistische Daten aus Volkszählungen und zeitgenössische Berichte ausgewertet werden.
Der Hauptteil behandelt die kirchengesetzlichen Einschränkungen durch das sozialistische Regime, die Überwachung durch das Kultusministerium und den Widerstand (bzw. das Ausbleiben desselben) der Kirche gegen das System.
Zentrale Begriffe sind Rumänien, Orthodoxe Kirche, Sozialismus, Säkularisierung, Identität, Transformation und staatliche Kontrolle.
Die Orthodoxe Kirche passte sich weitgehend an das System an, um ihr Überleben zu sichern, wobei sie oft in ein Verhältnis der wechselseitigen Abhängigkeit zum Staat trat.
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass trotz der sozialistischen Atheismuskampagnen keine Anzeichen für eine Säkularisierung vorliegen; stattdessen ist eine enge nationale Verbundenheit zwischen Volk und Kirche zu beobachten.
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