Fachbuch, 2018
122 Seiten
1 Einführung in die Thematik des europäischen Rechtspopulismus
2 Terminologische Klärungen
2.1 Was ist Rechtsextremismus?
2.2 Was ist Rechtspopulismus?
2.2.1 Analyseschema von Tanja Wolf
2.2.2 Populismus als rhetorischer Stil
2.2.3 Populismus als (dünne) Ideologie
2.2.4 Rechtspopulismus
2.3 Abgrenzung Rechtsextremismus und Rechtspopulismus
3 Fragestellung, Gegenstand und Untersuchungsperspektive
4 Gleichheit oder Unterschied – Die politischen Biografien rechtspopulistischer Parteien in Europa
4.1 Politische Biografie der Freiheitlichen Partei Osterreichs
4.2 Politische Biografie des Front National
4.3 Politische Biografie der Alternative für Deutschland
4.4 Politische Biografie der Partei für die Freiheit
5 Die rechtspopulistischen Herausforderung Europas – Fallstudien zum Rechtspopulismus in Österreich, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden
5.1 Die Freiheitliche Partei Österreichs – Scheitern im Angesicht der Regierungsverantwortung?
5.1.1 Aufstieg unter Jörg Haider – Die österreichische Konkordanzdemokratie als Katalysator?
5.1.2 Die FPÖ im Spannungsfeld zwischen Regierungsverantwortung und Oppositionspropaganda
5.1.3 Wiedererstarken in der Opposition – Die FPÖ vor einer erneuten Regierungsbeteiligung?
5.2 Der Front National – Ruptur des bipolaren Parteiensystems in Frankreich?!
5.2.1 „Aller Anfang ist schwer“ - Der Front National profitiert von einer Umstellung des Wahlrechts
5.2.2 Präsidentschaftswahl- Ein rechts-außen Politiker in der Stichwahl, um das höchste Amt des Landes
5.2.3 Nach den Präsidentschaftswahlen- der FN am Rande der Bedeutungslosigkeit
5.2.4 „Entdiabolisierung“ als Schlüssel des Erfolgs- Marine Le Pen bringt den FN wieder in die Erfolgsspur
5.3 Die Alternative für Deutschland – Vom Euroskeptizismus zur neuen Rechten in Deutschland?
5.3.1 Richtungsstreit in der AfD – Wahlerfolg in ostdeutschen Bundesländern als rechtspopulistischer Katalysator?
5.3.2 Die Flüchtlingskrise – Ein “Geschenk“ für die AfD?
5.3.3 Rechtsruck in Deutschland – Schließt die Union die rechte Lücke?
5.4 Die Partei für die Freiheit – Wilders das „Ein-Mann-Orchester“
5.4.1 Erfolgreiches Konzept? Die PVV tritt das Erbe Fortuyns an
5.4.2 Parlamentswahl: Die PVV in einer strategisch- wertvollen Position
5.4.3 „Ein erster Rückschlag.“
5.4.4 Die PVV auf dem Weg zur stärksten Kraft?!
6 Rechtspopulismus in Europa – Altes Muster oder neue Dynamik?
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erfolgsfaktoren rechtspopulistischer Parteien in Europa im zeitlichen Verlauf, um zu ergründen, ob es sich dabei um neue Dynamiken oder etablierte Muster handelt. Durch eine vergleichende Länderauswahl (Österreich, Frankreich, Deutschland, Niederlande) wird analysiert, wie diese Parteien durch unterschiedliche Karrierestufen und Gelegenheitsstrukturen politische Relevanz gewinnen.
Die rechtspopulistische Herausforderung Europas – Fallstudien zum Rechtspopulismus in Österreich, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden
Die Analyse zur Freiheitlichen Partei Osterreichs konzentriert sich hauptsächlich auf die Wahlergebnisse des Nationalrats, wobei das Karriereleitermodell und das politische Wettbewerbsmodell als Orientierungsrahmen dienen.
Wie im geschichtlichen Abriss der Partei bereits vorgestellt, bestand die FPO ursprünglich aus ehemaligen Nationalsozialisten und vertrat deutschnationale Themen. Hierbei gilt der Verband der Unabhängigen (VdU) als Vorgänger, welche bereits nach den Nationalratswahlen 1953 im Parlament vertreten war. 1956 schloss sich der VdU der neu gegründeten Freiheitlichen Partei Osterreichs an. Interessant im Rahmen dieser Masterarbeit ist vor allem der Erfolg der Partei, seit ihrer rechtspopulistischen Ausrichtung. Die Profilierung als rechtspopulistische Partei begann mit dem Sturz von Norbert Steger durch den neuen Parteiobmann Jörg Haider. Die unter Norbert Steger liberalisierte FPO war zu diesem Zeitpunkt Juniorpartner in der SPO-FPO Bundesregierung Sinowatz. Somit hatte sie zu diesem Zeitpunkt die fünfte Stufe der Karriereleiter erreicht. Aus welchen Gründen kam es also zur Ubernahme Jörg Haiders?
1 Einführung in die Thematik des europäischen Rechtspopulismus: Umriss des Phänomens Rechtspopulismus als Parteienfamilie in Europa und Einordnung der Forschungsfrage.
2 Terminologische Klärungen: Definition der Begriffe Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zur Schaffung einer einheitlichen wissenschaftlichen Arbeitsbasis.
3 Fragestellung, Gegenstand und Untersuchungsperspektive: Festlegung des Kategoriensystems und der Forschungslogik basierend auf dem Karrierestufenmodell.
4 Gleichheit oder Unterschied – Die politischen Biografien rechtspopulistischer Parteien in Europa: Detaillierte Darstellung der Entstehungs- und Entwicklungsprozesse der untersuchten Parteien (FPÖ, FN, AfD, PVV).
5 Die rechtspopulistischen Herausforderung Europas – Fallstudien zum Rechtspopulismus in Österreich, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden: Empirische Analyse der Erfolgsfaktoren anhand spezifischer Fallstudien und politischer Rahmenbedingungen.
6 Rechtspopulismus in Europa – Altes Muster oder neue Dynamik?: Synthese der Ergebnisse zur Beantwortung der Ausgangshypothese.
7 Fazit: Kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des europäischen Rechtspopulismus.
Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Parteienforschung, Erfolgsfaktoren, Karrierestufenmodell, Politische Gelegenheitsstrukturen, Österreich, Frankreich, Deutschland, Niederlande, FPÖ, Front National, AfD, PVV, Anti-Establishment.
Die Arbeit untersucht die Erfolgsbedingungen rechtspopulistischer Parteien in Europa und analysiert, ob deren Wahlerfolge auf neuen Dynamiken oder bereits bekannten Mustern basieren.
Im Zentrum stehen die politische Angebots- und Nachfrageseite, der Einfluss soziokultureller Ereignisse sowie die strategische Ausrichtung der Parteien innerhalb des jeweiligen nationalen Parteiensystems.
Das Ziel ist es, ein Kategoriensystem zu entwickeln, das objektiv erklärt, warum rechtspopulistische Parteien in bestimmten Phasen erfolgreich sind und ob sich die Erfolgsfaktoren über die Zeit gewandelt haben.
Die Autorin nutzt eine vergleichende Länderanalyse und ein modifiziertes Karrierestufenmodell (basierend auf Pedersen und Niedermayer), ergänzt durch Ansätze der politischen Gelegenheitsstrukturen (Kopmans/Statham).
Der Hauptteil widmet sich detaillierten Fallstudien zur Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), dem französischen Front National (FN), der Alternative für Deutschland (AfD) und der niederländischen Partei für die Freiheit (PVV).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rechtspopulismus, Anti-Establishment-Rhetorik, politische Wettbewerbsmodelle, Identitätspolitik und die Rolle der Flüchtlingskrise.
Die FPÖ dient als Modell, da sie über Jahrzehnte hinweg sowohl Oppositions- als auch Regierungserfahrung gesammelt hat und somit eine breite Palette an Erfolgs- und Scheiternsbedingungen bietet.
Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass es sich bei den jüngsten Wahlerfolgen (z. B. der AfD) nicht um grundlegend neue Phänomene handelt, sondern um die Anwendung bewährter rechtspopulistischer Erfolgsmuster unter neuen landesspezifischen Bedingungen.
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