Masterarbeit, 2017
61 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Vorstellen der Superfoods
2.1. Spezielle Lebensmittelgruppen
2.2. Vorstellung gängiger Superfoods
2.2.1. Chia-Samen
2.2.2. Maca
2.2.3. Quinoa
3. Ernährungsphysiologische Untersuchung
3.1. Referenzwerte kritischer Nährstoffe
3.2. Ernährungsphysiologische Aspekte der Superfoods
3.2.1. Chia
3.2.2. Maca
3.2.3. Quinoa
3.3. Gefahren und Nachteile der Superfoods
3.4. Legitimation der Superfoods
3.5. Zwischenfazit
4. Situation der Herkunftsländer der Superfoods
5. Superfoods und der sozioökonomische Status
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Masterarbeit untersucht kritisch den Hype um sogenannte „Superfoods“ – spezifisch Chia-Samen, Maca und Quinoa – hinsichtlich ihrer ernährungsphysiologischen Relevanz für die westliche Bevölkerung, ihrer rechtlichen Einordnung als Lebensmittel sowie ihrer sozioökonomischen Auswirkungen in den Herkunftsregionen.
2.2.1.1. Herkunft und Bedeutung im Herkunftsland
Chia stammt ursprünglich aus den zentralen Tälern Mexikos und Nord-Guatemalas. Wissenschaftliche Beobachtungen gab es schon umfangreich im 16. Jahrhunderts, zur Zeit der Konquistadore, welche in dem Florentiner Codex niedergeschrieben sind. Bereits 3500 v. Chr. erwies sich Chia als ein Grundnahrungsmittel in Mexiko. Azteken und Mayas nutzen es zwischen 1500 und 900 v. Chr. für die Herstellung von Medikamenten, Lebensmitteln und Farben. Nach Mais und Bohnen war es auch das Hauptlebensmittel der präkolumbianischen Gesellschaft (vgl. Muñoz et al., 2013, S. 394 f.). Zur Zeit der Konquista stachen vier Lebensmittel in der Ernährung der Völker Südamerikas hervor. Diese waren Mais, Bohnen, Chia und Amaranth. Laut der Universidad Catolica de Chile erfüllten die Menschen damit bereits damals vor knapp 500 Jahren Anforderungen moderner Ernährungsrichtlinien wie die der Weltgesundheitsorganisation oder der Food and Agriculture Organisation (FAO) (vgl. Muñoz et al., 2013, S. 394 f.).
Ganze und gemahlene Samen wurden als Nahrung und Medizin verwandt und Öl aus Pressungen für Körperfarben. In religiösen Zeremonien dienten sie auch als Opfer. Das Wort Chia ist eine spanische Adaption aus der Sprache der Azteken des Wortes "chian", was so viel wie "ölig" bedeutet. Im Südosten Mexikos gibt es einen Bundesstaat namens "Chiapas", der nach dem durch ihn durchfließenden "Chia-Fluss", Chiapan benannt wurde, an dessen Ufern viele Chia-Pflanzen zu finden sind. Durch die spanische Eroberung wurde die Landwirtschaft zu einem großen Teil zerstört, da die einheimischen Pflanzen so sehr mit der Religion assoziiert wurden. Man brachte Weizen und andere typisch europäische Produkte nach Südamerika (vgl. Muñoz et al., 2013, S. 395). Chia zählt zu den Ölsaaten und ist eine Omega3-Quelle. Auf die Zusammensetzung wird später im Laufe dieser Arbeit genauer eingegangen. Chia birgt ein hohes Potential in der Lebensmittelindustrie, als Tierfutter, in der Medizin und Kosmetik (vgl. Muñoz et al., 2013, S. 395).
1. Einleitung: Einführung in den Ernährungstrend „Superfood“ und Formulierung der Forschungsabsichten.
2. Vorstellen der Superfoods: Definitionen spezieller Lebensmittelgruppen und detaillierte Vorstellung von Chia, Maca und Quinoa.
3. Ernährungsphysiologische Untersuchung: Analyse des Nährstoffgehalts, der gesundheitsbezogenen Werbeaussagen und möglicher Risiken.
4. Situation der Herkunftsländer der Superfoods: Untersuchung der wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen des Quinoa-Booms in den Anbauregionen.
5. Superfoods und der sozioökonomische Status: Diskussion über Superfood-Konsum als Mittel zur sozialen Abgrenzung.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Relevanz von Superfoods.
Superfood, Chia-Samen, Maca, Quinoa, Ernährungsphysiologie, Health Claims, Novel Food, Nährstoffdichte, Sozioökonomie, soziale Abgrenzung, Nahrungsergänzungsmittel, Nachhaltigkeit, Lebensmittelrecht, Gesundheitstrend, Botanicals
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Bewertung des Trends um sogenannte „Superfoods“, insbesondere Chia, Maca und Quinoa, in der heutigen Ernährung.
Die zentralen Felder umfassen die ernährungsphysiologische Untersuchung der Nährstoffe, die rechtliche Einordnung, die sozialen Bedingungen in den Herkunftsländern sowie die soziologische Betrachtung des Konsumverhaltens.
Ziel ist es, den gesundheitlichen Mehrwert der Produkte wissenschaftlich zu prüfen und zu hinterfragen, ob sie ihre Versprechungen halten oder ob heimische Alternativen genauso effektiv sein könnten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien, Ernährungsdaten (Nationale Verzehrsstudie) sowie einer rechtlichen Prüfung anhand von EU-Verordnungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Pflanzen, deren ernährungsphysiologische Untersuchung in Bezug auf kritische Nährstoffe und die Validierung der Marketing-Werbeaussagen durch klinische Studien.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Superfood, Ernährungsphysiologie, soziale Abgrenzung, Novel Food und Marketing-Analyse charakterisiert.
Im Gegensatz zu Chia oder Maca, die meist nur ergänzend konsumiert werden, fungiert Quinoa in der Küche aufgrund seiner Beschaffenheit häufiger als vollwertige Sättigungsbeilage.
Der Autor stellt fest, dass der Konsum von Superfoods oft weniger mit rein gesundheitlichen Aspekten zu tun hat, sondern als Statussymbol und Instrument der sozialen Abgrenzung dient.
Ja, der Autor verweist etwa auf Leinsamen als günstigere und ökologisch sinnvollere Alternative zu Chia sowie Rote Beete als Alternative für leistungssteigernde Effekte.
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