Bachelorarbeit, 2017
50 Seiten, Note: 1,6
1 Mütter und Kinder gemeinsam in Haft
2 Strafvollzug in Deutschland
2.1 Definition Strafvollzug
2.2 Aufbau und Struktur des Erwachsenenvollzuges
2.3 Besonderheiten des Frauenvollzuges
2.4 Statistische Angaben zum Strafvollzug in Deutschland
2.5 Praktische Umsetzung am Beispiel des Frauenvollzuges Chemnitz
3 Bindung von Müttern und Kindern im Strafvollzug
3.1 Bindung – eine Auseinandersetzung mit dem Begriff
3.2 Folgen von Trennung – Frühtraumatisierung
3.3 Bindungsstörungen
4 Lebensbewältigung und Handlungsfähigkeiten von Müttern im Strafvollzug
5 Lebensweltorientierung von Müttern und ihrer Kinder im Strafvollzug
6 Straffällig gewordene Mütter und ihre Kinder - eine alternative Unterbringung zu Strafvollzug
7 Konzepterstellung
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer Haftstrafe auf die Mutter-Kind-Bindung und entwickelt ein Konzept für eine alternative Unterbringungseinrichtung, die sowohl den Strafvollzug als auch die Bedürfnisse der Kinder integriert.
3.2 Folgen von Trennung – Frühtraumatisierung
Mit der von Bowlby als „ernste Angelegenheit“ bezeichneten Trennung von Mutter und Kind beschäftigte sich Dr. Bettina Bonus, Erzieherin und Doktorin der Medizin, in ihrem Band „Mit den Augen eines Kindes sehen lernen“ sehr intensiv. Sie beschrieb darin die Trennung als eine „Frühtraumatisierung“ die unter anderem dann entsteht, wenn ein Kind in der Zeit zwischen der Keimanlage im Bauch und dem vollendeten dritten bzw. siebten Lebensjahr von der leiblichen Mutter getrennt wird. Die Phase der Kindheit ist besonders dadurch gekennzeichnet, dass wichtige Entwicklungsschritte bewältigt werden müssen. Die Speicherung dieser geschieht zu einem Zeitpunkt, zu welchem das Gehirn noch nicht gefestigt ist. Neuronale Verbindungen werden durch traumatische Erfahrungen geprägt und bestimmen die weitere Entwicklung des Gehirns.
Ein Trauma bzw. eine Traumatisierung tritt grundsätzlich ein, wenn eine Person etwas erlebt, was größer ist „als sie selbst“, also ein Ereignis, bei dem sie nicht mehr in der Lage ist, es aus Kraft ihrer eigenen Persönlichkeit zu verarbeiten. Das hat zur Folge, dass das traumatische Ereignis von dem Bewusstsein des Menschen abgespalten und in die tiefsten Tiefen seiner Psyche verbannt wird, um weiter ohne Belastungen leben zu können. Es kann jedoch passieren, dass das Trauma – um Verarbeitung kämpfend – immer wieder ins Bewusstsein vordringt. In diesen Momenten werden Betroffene schmerzhaft an das traumatische Ereignis erinnert. Diese „Erinnerungsbilder“ werden auch „Flashbacks“ genannt. Gelegentlich wissen die Betroffenen jedoch nicht, wo diese Flashbacks herkommen, da sie sich selbst nicht mehr an das traumatische Ereignis erinnern können, beispielsweise weil sie viel zu jung waren.
1 Mütter und Kinder gemeinsam in Haft: Einführung in die Thematik der untrennbaren Verbindung von Mutter und Kind und die daraus resultierende Problematik der Haftstrafe.
2 Strafvollzug in Deutschland: Detaillierte Darstellung der rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen des Strafvollzugs, inklusive statistischer Daten und Praxisbeispielen.
3 Bindung von Müttern und Kindern im Strafvollzug: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Bindungstheorie sowie den traumatischen Folgen von Trennungserlebnissen für Kinder.
4 Lebensbewältigung und Handlungsfähigkeiten von Müttern im Strafvollzug: Analyse der psychologischen Folgen der Inhaftierung und des Verlusts der Lebensressourcen auf die Handlungsfähigkeit der Mutter.
5 Lebensweltorientierung von Müttern und ihrer Kinder im Strafvollzug: Anwendung des Modells der Lebensweltorientierung auf die Situation in der "totalen Institution" Justizvollzugsanstalt.
6 Straffällig gewordene Mütter und ihre Kinder - eine alternative Unterbringung zu Strafvollzug: Vorstellung eines alternativen Unterbringungsmodells, das sich am Jugendstrafvollzug in freier Form orientiert.
7 Konzepterstellung: Konkrete Ausarbeitung des Einrichtungsentwurfs anhand einer neunstufigen Checkliste (u.a. Trägerschaft, Personal, Räumlichkeiten).
8 Fazit: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe bezüglich Mutter-Kind-Einrichtungen im Vollzug.
Strafvollzug, Mutter-Kind-Bindung, Frühtraumatisierung, Lebensweltorientierung, Resozialisierung, Haftstrafe, Bindungstheorie, Handlungsfähigkeit, Frauenvollzug, Seehaus Störmthal, Konzepterstellung, Kindeswohl, Traumatisierung, Sozialarbeit, Inhaftierung.
Die Arbeit behandelt die Problematik der Unterbringung von inhaftierten Müttern und ihren Kindern und entwickelt ein alternatives Konzept für eine gemeinsame Unterbringung.
Die zentralen Themen sind der deutsche Strafvollzug, die psychologische Bindungstheorie, die Folgen von Trennung für Kinder sowie Konzepte der Sozialarbeit in totalen Institutionen.
Das Ziel ist die Erstellung eines Konzepts für eine Einrichtung, die den rechtlichen Vollzug der Freiheitsstrafe mit den emotionalen Bedürfnissen der Kinder in Einklang bringt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Untersuchung der rechtlichen Grundlagen, statistischer Auswertungen sowie der Analyse psychologischer Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Lage im Strafvollzug, die Auswirkungen von Trennung auf die frühkindliche Entwicklung sowie Strategien zur Lebensbewältigung von inhaftierten Müttern.
Die wichtigsten Schlagworte sind Strafvollzug, Mutter-Kind-Bindung, Frühtraumatisierung, Lebensweltorientierung und Resozialisierung.
Es dient als Modell für den Jugendstrafvollzug in freier Form, bei dem auf Mauern verzichtet und stattdessen auf Struktur, christliche Werte und eine familienähnliche Umgebung gesetzt wird.
Sozialarbeiter sollen als "Hauseltern" in der Einrichtung leben, eine Vorbildfunktion ausüben und Mütter in ihrem Alltag sowie bei der Erziehung und Bindungsarbeit unterstützen.
Laut der in der Arbeit zitierten Theorie erfolgt in diesem Zeitraum die Prägung durch wichtige Entwicklungsschritte; eine Trennung kann hier zu einer schwerwiegenden Frühtraumatisierung führen.
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