Bachelorarbeit, 2009
31 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einführung in das Thema
1.1 Problemstellung
2 Definitionen
2.1 Abgrenzung von anderen Begriffen
3 Einführung in die nationale Sprachkritik
3.1 Linguistisch begründete Sprachkritik
4 Der VDS – vorgestellt und kritisch betrachtet
4.1 Die Gründung und die Darstellung des VDS
4.2 Aktionen und Maßnahmen des VDS
4.3 Abgrenzung des VDS von dem Purismus
4.4 Das „Wörterbuch überflüssiger Anglizismen“
5 Gegenüberstellung der vierten und der achten Auflage
5.1 Vergleich der allgemeinen Informationen
5.2 Kritische Betrachtung der Vorworte
5.3 Vergleich an den ausgewählten Beispielen
6 Zusammenfassung der Ergebnisse
7 Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch den Einfluss von Anglizismen auf die deutsche Sprache und prüft die Wirksamkeit puristischer Ansätze zur Anglizismenvermeidung. Ziel ist es, durch einen linguistischen Vergleich zweier Auflagen des „Wörterbuchs überflüssiger Anglizismen“ des Vereins Deutsche Sprache (VDS) aufzuzeigen, dass die Sorge vor einer Sprachverdrängung unbegründet ist und eine höhere Akzeptanz von Anglizismen sinnvoll erscheint.
5.2 Kritische Betrachtung der Vorworte
Dieses Kapitel orientiert sich hauptsächlich an dem Vorwort in der 4. Auflage, da sich diesbezüglich die 8. Auflage kaum verändert hat. In den Fällen, wo die wenigen Unterschiede von Bedeutung sind, wird explizit darauf hingewiesen.
Direkt der erste Absatz des Vorwortes wirft Fragen auf, denn dort räumen die Herausgeber ein, dass jede Sprache sich verändert, die Wörter aus anderen Sprachen enthält und, dass diese Veränderungen auch wichtig sind (vgl. Pogarell 2001: 7). Diese Aussage steht im Widerspruch zu dem eigentlichen Anliegen des Werkes. Denn wenn man auf der einen Seite die Veränderung der Sprache akzeptiert und ihre Entwicklung als wichtig erachtet, warum versucht man dann auf der anderen Seite, dieser Veränderung entgegenzuwirken, indem man zur Vermeidung neuer Wörter aufruft? Anderenfalls muss man die genauen, objektiven Kriterien festlegen, die es ermöglichen zu entscheiden, welche Entlehnungen für die Entwicklung einer Sprache nützlich sind und welche überflüssig.
1 Einführung in das Thema: Hinführung zur Problematik der Anglizismenkritik und Darstellung der aktuellen Situation des Sprachwandels in Deutschland.
1.1 Problemstellung: Präzisierung des Untersuchungsgegenstands, Formulierung der Forschungsfrage und Erläuterung des methodischen Vorgehens anhand der zwei Auflagen des VDS-Wörterbuchs.
2 Definitionen: Erläuterung grundlegender Fachbegriffe wie Anglizismus und Denglisch zur Schaffung einer wissenschaftlichen Begriffsbasis.
2.1 Abgrenzung von anderen Begriffen: Abgrenzung von Phänomenen wie Pseudo-Anglizismen, Lehnwörtern und Fremdwörtern zur Schärfung des Untersuchungsbereichs.
3 Einführung in die nationale Sprachkritik: Allgemeine Hinführung zur Sprachkritik und ihren geschichtlichen Hintergründen sowie Formen.
3.1 Linguistisch begründete Sprachkritik: Erläuterung des wissenschaftlichen Ansatzes der Sprachkritik, der deskriptiv statt normierend sein soll.
4 Der VDS – vorgestellt und kritisch betrachtet: Vorstellung des Vereins Deutsche Sprache und seines Wirkens als Interessenvertretung.
4.1 Die Gründung und die Darstellung des VDS: Historischer Abriss zur Entstehung des VDS sowie eine Analyse seiner Struktur und Selbstdarstellung.
4.2 Aktionen und Maßnahmen des VDS: Übersicht der Vereinsaktivitäten wie Preisverleihungen und die Erstellung des Anglizismen-INDEX.
4.3 Abgrenzung des VDS von dem Purismus: Kritische Auseinandersetzung mit dem Versuch des Vereins, sich von puristischen Tendenzen zu distanzieren.
4.4 Das „Wörterbuch überflüssiger Anglizismen“: Kurze Vorstellung der untersuchten Wörterbuchausgaben und ihrer Konzeption.
5 Gegenüberstellung der vierten und der achten Auflage: Durchführung des Hauptvergleichs der beiden Wörterbuchauflagen.
5.1 Vergleich der allgemeinen Informationen: Analyse der formalen Unterschiede, des Umfangs und der inhaltlichen Strukturänderungen zwischen den Auflagen.
5.2 Kritische Betrachtung der Vorworte: Analyse der Argumentationslogik der Herausgeber in den Vorworten und deren Widersprüche.
5.3 Vergleich an den ausgewählten Beispielen: Detaillierte Untersuchung von Wortbeispielen zur Überprüfung der Thesen des VDS zur Eindeutschung.
6 Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Beantwortung der eingangs gestellten Forschungsfragen.
7 Fazit: Abschließende Bewertung der Anglizismen-Debatte und Plädoyer für einen bewussteren, reflektierten Umgang mit Sprache.
Anglizismen, Sprachkritik, Sprachwandel, Verein Deutsche Sprache, VDS, Wörterbuch, Fremdwörter, Sprachpurismus, Sprachgebrauch, Linguistik, Denglisch, Sprachpflege, Eindeutschung, Wortschatz, Sprachverfall.
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung des Einflusses von Anglizismen auf die deutsche Sprache, wobei das „Wörterbuch überflüssiger Anglizismen“ des Vereins Deutsche Sprache als Grundlage für eine kritische Analyse dient.
Zentrale Themen sind die kritische Analyse des Sprachpurismus, die Methodik der linguistischen Sprachkritik sowie die Untersuchung von Anglizismen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Funktionsbereichen.
Die Forschungsfrage lautet, ob nur neuartige Anglizismen als überflüssig wahrgenommen werden und ob die derzeitige starke Besorgnis um die deutsche Sprache im Hinblick auf den realen Einfluss von Anglizismen übertrieben ist.
Die Autorin führt einen komparativen linguistischen Vergleich zwischen der vierten und der achten Auflage des „Wörterbuchs überflüssiger Anglizismen“ durch, um Entwicklungen und Konsistenz in der Sprachkritik zu belegen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Sprachkritik, eine Vorstellung des VDS, eine kritische Analyse der Vorworte und einen praktischen Vergleich ausgewählter Beispiele aus den beiden Wörterbuchauflagen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Anglizismen, Sprachwandel, Sprachkritik, Sprachpurismus und linguistische Analyse charakterisiert.
Die Autorin bewertet die Vorschläge kritisch und zeigt auf, dass diese oft semantische Nuancen vernachlässigen, den Kontext ignorieren und teilweise sogar irreführend sein können, da sie nicht die gelebte Sprachpraxis widerspiegeln.
Die Autorin schlussfolgert, dass eine Gefahr der Verdrängung der deutschen Sprache durch Anglizismen nicht besteht und dass die meisten Anglizismen neutrale Objekte für Kommunikation und stilistische Varietäten sind, statt den Sprachverfall zu fördern.
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