Bachelorarbeit, 2004
40 Seiten, Note: 2,3
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. EINLEITUNG
2. GRUNDLAGEN
2.1. ZUR PERSON HELMUT KOHL
2.2. SCHLAGWORT „KANZLERDEMOKRATIE“
2.3. KOHLS AMTSVERSTÄNDNIS UND FÜHRUNGSSTIL
2.4. KOHLS DEUTSCHLANDPOLITIK BIS 1989
2.5. ZUR SITUATION IN DER DDR IM SOMMER 1989
2.6. INNEN- UND AUßENPOLITISCHER RAHMEN 1989/90
2.6.1. Innenpolitik – Die Koalitionsfrage
2.6.2. Außenpolitik – Die Beziehungen zu den Westmächten und zur UdSSR
3. WEGMARKEN DER DEUTSCHLANDPOLITIK KOHLS AUF DEM WEG ZUR WIEDERVEREINIGUNG
3.1. SPAZIERGANG MIT GORBATSCHOW
3.2. EXODUS
3.3. BOTSCHAFTSBESETZUNGEN
3.4. DER FALL DER MAUER
3.5. DER ZEHN-PUNKTE-PLAN
3.6. KOHL IN DRESDEN
3.7. WAHLKAMPF UND WÄHRUNGSUNION
3.8. 2+4 UND DIE LETZTEN WORTE IM KAUKASUS
3.9. TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT
4. FAZIT
Die Arbeit untersucht die Rolle des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl während des Prozesses der Wiedervereinigung, wobei insbesondere sein persönlicher Führungsstil, seine Amtsauffassung sowie die Instrumentalisierung des Systems der "Kanzlerdemokratie" im Zentrum der Analyse stehen.
3.1. Spaziergang mit Gorbatschow
In Kohls eigenen Aufzeichnungen und auch in weiten Teilen der Literatur wird ein Vorgang im Sommer 1989 als einleitender Schlüsselmoment für den „gipfeldiplomatischen“ Überbau der Deutschlandpolitik Helmut Kohls gewertet: Der freundschaftliche Spaziergang mit KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow am sommerlichen Abend des 14. Juni 1989. Nach einigen offenen und vertrauensvollen Arbeitsgesprächen über die Lage in der Sowjetunion und den Warschauer-Pakt-Staaten sowie der Diskussion von umfassenden wirtschaftlichen Hilfen der Bundesrepublik an die Sowjetunion fanden die beiden Regierungschefs am Abend des dritten Tages des Gorbatschow-Besuchs abseits des Protokolls zu einem informellen Treffen zusammen. Nach dem gemeinschaftlichen Abendessen beschlossen der Bundeskanzler und der Generalsekretär am späten Abend, nur von einem Dolmetscher begleitet im Park des Kanzlerbungalows im Palais Schaumburg spazieren zu gehen. Das folgende Gespräch bezeichnet der Altbundeskanzler gern als offen und freundschaftlich. Bei der Besprechung eines potentiellen zukunftsorientierten Vertrags zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion sprach Kohl die Problematik der deutschen Teilung an, die das Verhältnis zwischen dem deutschen und dem sowjetischen Volk belaste. Gorbatschow widersprach im Einklang mit der generell proklamierten sowjetischen Haltung, die deutsche Teilung und die Existenz zweier deutscher Staaten sei die logische und konsequente Folge der Geschichte, ein historischer gewachsener Zustand.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die historische Bedeutung der Wiedervereinigung und definiert das Ziel der Arbeit: die Untersuchung der Rolle Helmut Kohls und seines Führungsstils im Einigungsprozess.
2. GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel liefert den theoretischen und biographischen Hintergrund zu Helmut Kohl, seinem Amtsverständnis und dem Kontext der DDR-Situation sowie dem innen- und außenpolitischen Rahmen.
3. WEGMARKEN DER DEUTSCHLANDPOLITIK KOHLS AUF DEM WEG ZUR WIEDERVEREINIGUNG: Der Hauptteil analysiert chronologisch die entscheidenden Ereignisse von der ersten Annäherung an Gorbatschow bis zur deutschen Einheit.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Kohls politisches Handeln im Spannungsfeld zwischen Notwendigkeit und ökonomischen Bedenken.
Helmut Kohl, Wiedervereinigung, Kanzlerdemokratie, Deutschlandpolitik, DDR, Gorbatschow, Zehn-Punkte-Plan, 2+4-Vertrag, Einigungsprozess, Führungsstil, Außenpolitik, Mauerfall, Bonner Republik, Souveränität, Europäische Integration.
Die Arbeit analysiert das politische Handeln von Bundeskanzler Helmut Kohl während der Jahre 1989 und 1990 mit Fokus auf seine Rolle bei der deutschen Wiedervereinigung.
Im Zentrum stehen Kohls Amtsverständnis, sein Führungsstil, die Anwendung der „Kanzlerdemokratie“ sowie die zentralen Etappen der deutschen Einigungspolitik.
Der Autor möchte untersuchen, wie Helmut Kohls spezifische Regierungsweise den Verlauf der Deutschlandpolitik beeinflusste und inwieweit er den Prozess aktiv steuerte.
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse, die primär auf die Auswertung von Erinnerungen, zeitgenössischen Dokumenten und wissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene „Wegmarken“, wie den Spaziergang mit Gorbatschow, den Exodus der DDR-Bürger, den Fall der Mauer, den Zehn-Punkte-Plan und die 2+4-Verhandlungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kanzlerdemokratie, Wiedervereinigung, Deutschlandpolitik, Gipfeldiplomatie und politische Führung.
Der Zehn-Punkte-Plan wird als entscheidender Moment dargestellt, in dem Kohl die Initiative ergriff und seine Politik von einer reinen Machtsicherung hin zur aktiven Gestaltung der deutschen Einheit wandelte.
Der Autor beschreibt Kohl als einen Kanzler, der informelle Kanäle bevorzugte und sich stark auf seinen engen Beraterstab stützte, um komplexe politische Prozesse zu lenken.
Sie werden als historische Schlüsselmomente interpretiert, in denen durch persönlichen Austausch Vertrauen geschaffen wurde, was den Weg für die deutsche Souveränität ebnete.
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