Masterarbeit, 2014
99 Seiten, Note: 1,0
I. BILDUNGSREGION FÜRTH
1.1. Hintergrund und Motivation
1.2. Ziel
1.3. Fragestellung
1.4. Struktur
II. KONZEPT STADTSCHULE
Potential der Stadtschule als Lernort
2.1. Begriffsklärung „Stadtschule“
2.2. Beweggründe zur Stärkung der innerstädtischen Schulstandorte
2.3. Gegenwärtige Tendenzen im deutschen Bildungssystem - Die Ganztagsschule
2.4. Handlungsoptionen für die Stadtschule als Quartierszentrum
III. GEBÄUDETYPOLOGIE
Analyse innovativer Schultypologien
3.1. Klärung des Schemas
3.2. Konzeptanalysen
3.2.1. Eerste Openluchtschool, Amsterdam (NL)
3.2.2. Ordrup Skole, Gentofte (DK)
3.2.3. Bischöfliches Cusanus Gymnasium, Koblenz (DE)
3.2.4. Bildungshaus am Westpark, Augsburg (DE)
3.2.5. Gymnasium Trudering, München (DE)
3.3. Gebäudestrukturanalysen
3.3.1. Munkegaard Skole, Gentofte (DK)
3.3.2. Schule Im Birch, Zürich (CH)
3.3.3. Ørestad Gymnasium, Kopenhagen (DK)
3.3.4. Grundschule am Arnulfpark, Müchen (DE)
3.4. Fazit
IV. ALTE FEUERWACHE FÜRTH - POTENTIAL ALS BILDUNGSSTANDORT
4.1. Grundlagen Standort Fürth
4.2. Analyse Struktur
4.3. Konzept Helmplatzquartier
4.4. Entwurf
Die Masterthesis untersucht raumtypologische Faktoren, die eine Schule zu einer zukunftsorientierten Bildungsstätte machen, und überträgt diese Erkenntnisse auf den denkmalgeschützten Bestand der Alten Feuerwache in Fürth, um diesen zu einem lebendigen Bildungsquartier zu transformieren.
2.1. BEGRIFFSKLÄRUNG „STADTSCHULE“
Um einen erleichterten Einstieg in die Thematik zu ermöglichen, vorweg ein Exkurs zur Begriffsbestimmung.
„Schule, Rathaus und Kirche sind die besonderen Gebäude einer Stadt.“1 Dieses alte Sprichwort verdeutlicht den Stellenwert der Bildungsstätte als Gebäude bereits in früheren urbanen Strukturen. Hier ist zum einen der formale, zum anderen der programmatische Unterschied gemeint. Ersteres bezieht sich auf das Erscheinungsbild, da Schule, Rathaus und Kirche als sehr repräsentative und massive Baukörper im Stadt- bzw. Gemeindebild neben den oft einfachen Bürgerhäusern herausstachen und so ihre autoritäre Rolle unterstrichen. Des Weiteren bildeten sie Zentrum für die Stadtbewohner gleichermaßen, da diese Bauten das tägliche und öffentliche Leben mitbestimmten. Mit diesen Gebäuden wurde dem Staat, der Kirche und der Bildung durch Verortung und Gestaltung eine zentrale und besondere Rolle eingeräumt. Doch diese gemeinschaftliche Stellung der drei Institutionen entspringt einem gespaltenen Hintergrund, der im Folgenden kurz erläutert wird.
Die „Stadtschule“ als fester Begriff steht in diesem Zusammenhang neben dem Rathaus sinnbildlich für den Sieg des Bürgertums über die Bildungsvorherrschaft der Kirche bis ins Spätmittelalter. Bis dahin genoss das Privileg der Bildung in Form von Lesen und Schreiben, Mathematik alleine der „klerikale Nachwuchs“.2 Die Kirche wusste um die Macht der Bildung, um sich vom Volk abzuheben und die Autorität Geistlicher zu wahren. Es gab flächendeckend Kloster-, Dom- und Pfarreischulen. Erstere waren die einzige Bezugsquelle für Bücher, die in Klöstern durch mühsame Handarbeit entstanden. Selbst über Schreibarbeiten wie Briefe besaßen diese ein Monopol und ließen sich dieses in Form von weltlichen Schreibaufträgen bezahlen. Aber in den nunmehr hochkommenden Stadtrepubliken erwachte rasch eine rebellische Gesinnung und ein Unabhängigkeitsdrang gegenüber den großen Herrschaftsorganisationen der Kirche und des Staates. Die Bürgerschaft wollte mit der Besetzung ihrer Beamten und sonstigen Funktionäre nicht mehr angewiesen bleiben auf den Klerus. Daher begannen sie, eigene „Stadtschulen“ oder „Ratsschulen“ zu gründen, in denen das für das anwachsende Gewerbe und Handel immer nötiger werdende Schreiben, Lesen und Rechnen im Vordergrund stand und als Unterlagen dafür nicht fromme Texte, sondern Geschäftsbriefe, Vollmachten, Kaufverträge, Schuldanerkennungen und ähnliche Urkunden des praktischen Lebens standen.
I. BILDUNGSREGION FÜRTH: Dieses Kapitel erläutert die Motivation für die Arbeit im Kontext der Bildungsinitiative in Fürth und definiert das Ziel, den Bestand zur Schulerweiterung zu nutzen.
II. KONZEPT STADTSCHULE: Hier werden theoretische Grundlagen der Stadtschule sowie pädagogische Tendenzen wie die Ganztagsschule und das Clustermodell analysiert.
III. GEBÄUDETYPOLOGIE: Dieses Kapitel untersucht internationale Referenzschulen und deren räumliche Konzepte als Basis für den eigenen Entwurf.
IV. ALTE FEUERWACHE FÜRTH - POTENTIAL ALS BILDUNGSSTANDORT: Im letzten Teil wird das konkrete Projekt in Fürth vorgestellt, das historische Gebäude transformiert und als urbanen Bildungs-Campus neu strukturiert.
Stadtschule, Ganztagsschule, Bildungslandschaft, Architektur, Fürth, Alte Feuerwache, Schultypologie, Lerncluster, Bestandsbau, Umnutzung, Bildungsregion, Quartierszentrum, Raumpädagogik, Stadterneuerung, Denkmalschutz.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der räumlichen Gestaltung und konzeptionellen Ausrichtung moderner Schulen im urbanen Raum sowie deren Rolle bei der Aufwertung städtischer Quartiere.
Die Schwerpunkte liegen auf dem pädagogischen Ganztagskonzept, innovativen Gebäudetypologien wie dem Lernhaus-Cluster und der Umnutzung historischer Bausubstanz.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass durch Umnutzung und intelligente Erweiterung vorhandener historischer Gebäude zeitgemäße, zukunftsorientierte Bildungsorte geschaffen werden können, ohne zwingend neue Schulstandorte in der Peripherie zu bauen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zu pädagogischen Trends, gefolgt von einer vergleichenden Analyse internationaler Referenzprojekte, deren Erkenntnisse direkt in einen spezifischen, beispielhaften Entwurf für einen Campus in Fürth einfließen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffs- und Konzeptklärung der „Stadtschule“, die detaillierte Untersuchung von Gebäudetypologien anhand von Fallbeispielen und die ortsspezifische Analyse für den Standort Fürth.
Die wesentlichen Begriffe sind Stadtschule, Ganztagsschule, Bildungslandschaft, Umnutzung und Architektur-Transformation.
Das Konzept dient als maßgebliche Inspirationsquelle, um das anonyme Großgebäude der Schule in kleinere, identitätsstiftende „Cluster“ aufzuteilen und so eine „Schule in der Schule“ zu schaffen.
Die historische Substanz wird respektiert und in ein neues Campussystem integriert, wobei durch einen gezielten Neubau als Bindeglied die notwendigen Flächen für moderne Bildungsanforderungen ergänzt werden.
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