Examensarbeit, 2018
96 Seiten
1. Einleitung
2. Begrifflichkeiten und theoretischer Hintergrund
2.1 Bestimmung des Personenkreises
2.2 Herausforderndes Verhalten
2.3 Selbstverletzendes Verhalten
2.3.1 Ätiologie
2.4 Kommunikation
2.4.1 Kommunikation bei Menschen mit sogenannter zugeschriebener geistiger Behinderung
2.5 Pädagogische Hilfskonzepte bei selbstverletzenden Verhaltensweisen
2.5.1 Funktionales Kommunikationstraining
2.5.2 Unterstützte Kommunikation
2.5.2.1 Zielgruppe und Zielstellungen
2.5.2.2 Methoden und Ansätze
3. Explorative Studie
3.1 Vorüberlegungen
3.2 Fragestellung
3.3 Aktueller Forschungsstand und Quellenlage
3.4 Erhebungsinstrument
3.4.1 Forschungsethische Aspekte
3.5 Durchführung der Datenerhebung
3.5.1 Datenaufbereitung
3.6 Ergebnisdarstellung
3.6.1 Angaben zur Stichprobe
3.6.2 Darstellung und Ausführung der Ergebnisse
4. Konklusion und Ausblick
4.1 Inhaltliche Diskussion und Fazit
4.2 Methodische Diskussion und Fazit
4.3 Forschungsdesiderate
Die Arbeit untersucht, welchen Stellenwert das pädagogische Hilfskonzept der Unterstützten Kommunikation (UK) an Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bei der Arbeit mit SchülerInnen einnimmt, die instrumentell selbstverletzendes Verhalten zeigen. Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, inwieweit Lehrkräfte in Leipzig UK-Methoden nutzen, um diesen Verhaltensweisen entgegenzuwirken.
1. Einleitung
Die Trennung der förderpädagogischen Fachrichtungen sowohl an den lehrenden Einrichtungen, als auch an Schulen, lässt den Eindruck entstehen, SchülerInnen tragen entweder das Etikett einer ‚geistigen Behinderung‘ oder werden mit dem Stempel ‚verhaltensauffällig‘ versehen. Ein Blick in die Praxis zeigt jedoch: Geistige Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten sind oft nicht voneinander zu trennen. Dennoch sind gängige Auffassungen hinsichtlich Art und Genese herausfordernder Verhaltensweisen weitestgehend durch eine negative Beurteilung geprägt. Insbesondere einer Unterform von herausfordernden Verhaltensweisen wird in der Regel wenig Verständnis entgegengebracht, dem selbstverletzenden Verhalten. Es bildet nach wie vor ein Randthema in der Pädagogik und Forschung. In der Folge mangelt es an schlüssigen und eindeutigen Erklärungsansätzen der Verhaltensweisen, so dass es hierdurch zu einer Stigmatisierung des Personenkreises kommt. Menschen, die selbstverletzende Verhaltensweisen zeigen werden bisweilen als seltsam und abstoßend erlebt.
In einem Praktikum, lernte ich eine junge Frau kennen. Es wurde mir von einer Lehrkraft erzählt, die Schülerin spreche nicht und könne deshalb nur sehr bedingt am Unterricht teilnehmen. Bei Hefteinträgen sollte ich für sie mitschreiben – die Schülerin biss sich währenddessen in den Handrücken. In Pausensituationen sollte ich ihr Tee einschenken und ihr ein Brot zubereiten – die Schülerin schlug sich mit der Faust an die Stirn. Die selbstverletzenden Verhaltensweisen, so die Aussagen der Lehrkraft, zeige sie schon immer, seit sie an der Schule sei. Warum? – Das wisse keiner so genau, so sei sie halt – bei ‚Autisten‘ ja so üblich. Ich fühlte mich unwohl. Zum einen erschreckten mich die Verhaltensweisen der Schülerin (als auch der Umgang der Lehrkräfte mit den Verhaltensweisen), zum anderen hatte ich das Gefühl, durch meine Handlungen die Selbstbestimmung der Schülerin nicht zu gewährleisten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Stigmatisierung von SchülerInnen mit geistiger Behinderung und herausforderndem Verhalten und schildert ein praktisches Fallbeispiel, das die Notwendigkeit von Kommunikation verdeutlicht.
2. Begrifflichkeiten und theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert geistige Behinderung, herausforderndes Verhalten und selbstverletzendes Verhalten und verknüpft diese mit dem Konzept der Unterstützten Kommunikation als pädagogischem Hilfsmittel.
3. Explorative Studie: Hier werden die Vorüberlegungen, die Fragestellung und die methodische Vorgehensweise der qualitativen Befragung von Lehrkräften an Leipziger Förderschulen detailliert dargestellt.
4. Konklusion und Ausblick: Das Fazit wertet die Ergebnisse der Untersuchung aus, diskutiert die Bedeutung von UK in der Praxis und benennt Forschungsdesiderate für die zukünftige pädagogische Arbeit.
Menschen mit zugeschriebener geistiger Behinderung, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, herausforderndes Verhalten, selbstverletzendes Verhalten, Kommunikation, Unterstützte Kommunikation, pädagogische Hilfskonzepte, Empowerment, qualitative Inhaltsanalyse, Lehrkräfte, Förderschule, Sprache, Teilhabe, Stigmatisierung, Verhaltensanalyse
Die Arbeit befasst sich mit der Verwendung von Methoden der Unterstützten Kommunikation als pädagogisches Hilfskonzept für SchülerInnen mit zugeschriebener geistiger Behinderung, die selbstverletzende Verhaltensweisen als Ausdrucksmittel nutzen.
Die zentralen Themen sind der theoretische Hintergrund zu geistiger Behinderung und herausforderndem Verhalten, die Rolle der Kommunikation sowie die praktische Anwendung und Wirkung von UK-Methoden im Förderschulalltag.
Das Ziel ist es, herauszufinden, welchen Stellenwert UK-Methoden bei der Arbeit mit nicht-lautsprachlich kommunizierenden SchülerInnen haben, die selbstverletzendes Verhalten zeigen, und wie Lehrkräfte diese Methoden im Alltag umsetzen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf teilstrukturierten Leitfadeninterviews mit Lehrkräften, die mittels der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe und eine explorative Studie, die das Erleben der Lehrkräfte, deren Erklärungsansätze für das Verhalten und die praktische Umsetzung von UK an Leipziger Schulen analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind selbstverletzendes Verhalten, Unterstützte Kommunikation, geistige Entwicklung, Förderschule, Kommunikationseinschränkungen und Empowerment.
Den befragten Lehrkräften ist das Konzept der UK bekannt; sie bewerten es als wichtige Chance zur Teilhabe, weisen jedoch auf personelle und individuelle Grenzen bei der Umsetzung hin.
Die Arbeit argumentiert, dass nicht-lautsprachlich kommunizierende SchülerInnen bei fehlenden alternativen Ausdrucksmöglichkeiten auf herausforderndes Verhalten zurückgreifen, um Bedürfnisse mitzuteilen oder auf widrige Lebensbedingungen aufmerksam zu machen.
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