Examensarbeit, 2018
89 Seiten, Note: 1,33
1 Einleitung
2 Zur Begriffsbestimmung von Lernbehinderung
2.1 Kernsymptome und Kriterien zur Feststellung
2.2 Die Klassifikationssysteme
2.2.1 Lernbehinderung nach ICD-10
2.2.2 Lernbehinderung nach DSM-V
2.3 Abgrenzung zu verwandten Begriffen
2.4 Komorbiditäten und Differentialdiagnostik
2.4.1 Lernbehinderung und Verhaltensprobleme
2.4.2 Lernbehinderung und Aggression
2.4.3 Lernbehinderung und Angst
2.4.4 Lernbehinderung und AD(H)S
2.4.5 Teilleistungs- und kombinierte Störungen als Differentialdiagnose
2.5 Prävalenz
2.6 Mögliche Auswirkungen und Folgestörungen
3 Die Ätiologie von Lernbehinderung
3.1 Ein entwicklungspsychologischer Ansatz
3.2 Das Resilienzkonzept
3.2.1 Zum Begriff Resilienz
3.2.2 Die Risiko- und Schutzfaktoren
3.2.2.1 Die Vulnerabilität
3.2.2.2 Personale Faktoren
3.2.2.3 Der familiäre Faktor: Das häusliche Umfeld
3.2.2.4 Der institutionelle Faktor: Die Schule
3.2.3 Weitere Determinanten aus der Umwelt
3.2.3.1 Der sozio-ökonomische Status
3.2.3.2 Der Migrationshintergrund
3.3 Psychologische Erklärungsmodelle
4 Frühförderung von Risikokindern
4.1 Was bedeutet Frühförderung?
4.2 Die allgemeinen Prinzipien der Frühförderung
4.3 Möglichkeiten der Frühförderung
5 Förderung von Schülern mit dem FS Lernen
5.1 Differenzierungsformen
5.1.1 Äußere Differenzierung
5.1.1.1 Das deutsche Schulsystem
5.1.1.2 Die Differenzierung nach Unterrichtsformen
5.1.1.3 Differenzierung durch Förderunterricht
5.1.2 Innere Differenzierung
5.1.2.1 Die natürliche Differenzierung
5.1.2.2 Binnendifferenzierung nach Wember
5.2 Möglichkeiten der Förderung im Unterricht
5.2.1 Prinzipien der Förderplanung und -arbeit
5.2.2 Die Förderung von Schutzfaktoren
5.2.3 Die Förderung von Kognition
5.2.4 Der Nachteilsausgleich
6 Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ätiologie von Lernbehinderungen unter Berücksichtigung von personalen sowie sozialen Determinanten und analysiert Möglichkeiten der sonderpädagogischen Prävention und Intervention, um betroffenen Kindern bessere Bildungschancen zu eröffnen.
Die Ätiologie von Lernbehinderung
Eine Lernbehinderung ist ein komplexes Bedingungsgefüge, welches verschiedene Einflussfaktoren beinhaltet, die einzeln oder im Kollektiv wirken (Mähler et al., 2008, S. 415). Ähnlich drückt es auch Schröder (2005) aus, der eine Lernbehinderung als das Resultat kumulierter Ereignisse der Lernbiographie sieht (S. 189).
Die Betrachtungsweise kann sich beziehen auf (intra)personale Faktoren, die Lebensbedingungen, das System Schule und weitere soziale Faktoren (Orthmann, 2004, S. 9). Diese werden von jedem Individuum unterschiedlich verarbeitet und können daher teilweise eine Lernbehinderung begünstigen. Dieser Abschnitt beginnt mit einer Determinante, die im Gegensatz zu den anderen, nicht direkt beeinflussbar ist: Die Heritabilität.
Der genetische Faktor ist ein möglicher Einflussfaktor von Behinderungen und Entwicklungsstörungen. Das Ausmaß von funktionalen Beeinträchtigungen zeigt sich oft erst im Entwicklungsverlauf des Kindes und ist nicht bereits bei der Geburt, wie bei körperlichen Fehlbildungen, feststellbar. Einschränkungen der Kognition sowie sozialer Kompetenzen werden erst ab dem dritten Lebensjahr diagnostiziert (Ziegenhain, 2008, S. 172-173).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das komplexe Phänomen der Lernbehinderung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich mit den Einflussfaktoren der Genese sowie Förderansätzen befasst.
2 Zur Begriffsbestimmung von Lernbehinderung: Das Kapitel definiert den Begriff, erläutert Klassifikationssysteme und geht auf Komorbiditäten sowie die Auswirkungen der Störung auf Betroffene ein.
3 Die Ätiologie von Lernbehinderung: Hier werden die verschiedenen Ursachenfaktoren beleuchtet, wobei das Resilienzkonzept sowie personale und umweltbedingte Risikofaktoren im Zentrum stehen.
4 Frühförderung von Risikokindern: Der Fokus liegt auf der Bedeutung frühzeitiger präventiver Maßnahmen und der Identifikation von Risikokindern vor dem Eintritt in das Schulsystem.
5 Förderung von Schülern mit dem FS Lernen: Dieses Kapitel behandelt konkrete Differenzierungsformen wie äußere und innere Differenzierung sowie spezifische Methoden der Förderung im schulischen Alltag.
6 Diskussion: Die Abschlussdiskussion fasst die zentralen Erkenntnisse zu Determinanten und Förderansätzen zusammen und kritisiert den Umgang mit Begrifflichkeiten sowie das selektive Schulsystem.
Lernbehinderung, Ätiologie, Resilienzkonzept, sonderpädagogische Förderung, Frühförderung, Risiko- und Schutzfaktoren, Lernschwierigkeiten, Inklusion, Differenzierung, Diagnostik, sozio-ökonomischer Status, Kausalattribution, Metakognition, Schulversagen, Teilleistungsstörungen.
Die Arbeit befasst sich mit der Ätiologie von Lernbehinderungen und untersucht, wie verschiedene Einflussfaktoren die Genese dieses Störungsbildes beeinflussen können.
Zentrale Felder sind die Begriffsbestimmung, die Ursachenforschung im Rahmen des Resilienzkonzepts, die Rolle der Frühförderung sowie pädagogische Interventionsstrategien im Unterricht.
Die Arbeit geht der Frage nach, welche Determinanten die Genese einer Lernbehinderung beeinflussen können und welche Möglichkeiten der Prävention und Intervention die Sonderpädagogik bietet.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur und empirischer Studien zur Lernbehindertenpädagogik basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition des Begriffs, eine tiefgehende Analyse der Ätiologie (einschließlich persönlicher und umweltbedingter Risikofaktoren) sowie die Darstellung von Frühförderprogrammen und schulinternen Fördermaßnahmen.
Wichtige Begriffe sind Lernbehinderung, Resilienz, Prävention, Frühförderung, Differenzierung und das sozio-ökonomische Umfeld des Kindes.
Der sozio-ökonomische Status wird als einer der bedeutendsten Einflussfaktoren identifiziert, da prekäre Lebensumstände die Entwicklung des Kindes hemmen können und häufig mit einer Überrepräsentation von Schülern in Förderschulen korrelieren.
Das Resilienzkonzept dient dazu, die Unterschiede in der Entwicklung von Kindern bei vergleichbaren Risikolagen zu erklären und ressourcenorientierte Ansätze für die sonderpädagogische Förderung abzuleiten.
Die Schule wird nicht nur als Ort der Förderung, sondern auch als potenzieller (mit)verursachender Faktor betrachtet, insbesondere durch das selektive deutsche Schulsystem und Prozesse der Etikettierung.
Ein Nachteilsausgleich dient als schulische Maßnahme, um den Lernprozess bei Lernschwierigkeiten zu unterstützen, wobei der Notenschutz ein zentrales Element darstellt, um den zeitlichen Druck bei der Leistungsbewertung zu mildern.
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