Bachelorarbeit, 2017
64 Seiten, Note: 1.3
1. RELEVANZ UND FORSCHUNGSINTERESSE
2. HINTERGRUND: RUSSLAND - POLITIK UND MEDIEN
a) Politisches System
b) Mediensystem
3. THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN
3.1 User-Generated Content und russische Internetnutzer
3.2 Image von Politikern
4. ZUSAMMENFASSUNG UND FORSCHUNGSFRAGEN
5. METHODIK
6. ERGEBNISSE
6.1 Stichprobenbeschreibung
6.2 Das Image von Putin
a) Imagedimensionen
b) Thematischer Kontext
c) Emotionen und Anspracheformen
6.3 Exkurs: "Generalisten"
7. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht das Image des russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie es sich in Nutzerkommentaren in russischen Onlinezeitungen widerspiegelt. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der offiziell hohen landesweiten Unterstützung und der tatsächlichen Bewertung durch internetaffine, politisch interessierte Nutzer zu analysieren, wobei auch die affektive Komponente des Images sowie der Einfluss verschiedener Ereigniskontexte auf die öffentliche Wahrnehmung erforscht werden.
1. RELEVANZ UND FORSCHUNGSINTERESSE
„Spiegel der Zarenzeit“ heißt es in dem bekannten Schlager der deutschen Musikgruppe Dschinghis Khan über Moskau, das Herz Russlands. Die Stadt mit dem Roten Platz und dem Kreml – dem russischen Regierungssitz.
Das Land erlebt derzeit schwere Zeiten: Rund 16% der Bevölkerung befinden sich laut offiziellen Angaben (GKS, 01.10.16) an oder gar unter dem vom Staat bestimmten Existenzminimum (ca. 9700 Rubel pro Kopf pro Monat, also etwa 130 Euro), die Arbeitslosigkeitsrate schwankt zwischen 6 und 5.5% (GKS, 01.10.16). Dabei sollte man das politische System des Landes und das Zustandekommen der Zahlen im Hinterkopf behalten. Definiert man hingegen „Armut“ als einen Zustand, bei dem die Einnahmen gerade noch die essentiellen Ausgaben (z.B. Miete) decken und bei dem Ansammlung von Kapital für andere Ausgaben wie Hochschulbildung kaum möglich ist, ergibt sich, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung von Armut betroffen sind (Krasilnikova, 2016). Die nach der Krim-Krise eingeführten Sanktionen, der Absturz des Rubels und der Erdölpreise, die eingetretene Wirtschaftskrise und die Verwicklung Russlands in internationalen Konflikten wie der Krieg in Syrien tragen nur negativ zur Situation bei.
Vor diesem Hintergrund erscheint die breite landesweite Unterstützung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin – dem Staat in Person schlechthin – paradox. Dabei handelt es sich um repräsentative Daten des einzigen unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Russlands, Levada-Zentrum, dem das Justizministerium neuerdings gar vorgeworfen hat, im Interesse „ausländischer Agenten“ (Osteuropa, 2016) zu handeln. Rund 85% der Bevölkerung begrüßen laut neuesten Angaben (Levada, 01.12.16) die Tätigkeit von W. Putin. Trotz aller Missstände im Land. Hat der „Zar“ also immer Recht? Bevölkerungsumfragen in autokratischen Regimen sind zwar mit Vorsicht zu interpretieren, denn einige Befragte mögen eingeschüchtert und die Begriffe wie „unterstützen“ dehnbar sein. Fakt ist jedoch, dass die absolute Mehrheit der Russen hinter dem Präsidenten steht, über 63% der Wähler würden nach den Wahlen 2018 am liebsten wieder ihn in diesem Amt sehen (Levada, 16.11.16). Heißt es, dass Putin durchweg positiv bewertet wird? Dieser übergeordneten Frage geht die vorliegende Untersuchung nach.
1. RELEVANZ UND FORSCHUNGSINTERESSE: Einführung in das paradox erscheinende hohe Ansehen Putins trotz ökonomischer Krisen und die Begründung, warum die Untersuchung der Online-Kommentare für dieses Image relevant ist.
2. HINTERGRUND: RUSSLAND - POLITIK UND MEDIEN: Analyse des politisch-medialen Systems in Russland, das durch staatliche Kontrolle, mangelnde Gewaltenteilung und eine hohe Abhängigkeit der Medien geprägt ist.
3. THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN: Erörterung der Rolle von User-Generated Content im russischen Internet und Definition des psychologischen Konstrukts des Politikerimages basierend auf etablierten Theorien.
4. ZUSAMMENFASSUNG UND FORSCHUNGSFRAGEN: Herleitung der Forschungsfragen vor dem Hintergrund der Besonderheiten des russischen Kontextes und der Rolle des Internets als teilweise freierer Raum.
5. METHODIK: Detaillierte Beschreibung der quantitativen Inhaltsanalyse, der Stichprobenbildung sowie der operationalisierten Kategorien und reliabilitätsgeprüften Codierverfahren.
6. ERGEBNISSE: Präsentation der Ergebnisse hinsichtlich Stichprobenstruktur, Bewertung von Putin nach Medien, Ereignissen und Imagedimensionen sowie eine Analyse der Generalisten.
7. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND FAZIT: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse, wonach Putin vor allem für seine außenpolitische Stärke geschätzt wird, während seine innenpolitische Bilanz kritisch gesehen wird.
Wladimir Putin, Russland, Imageanalyse, Nutzerkommentare, Onlinezeitungen, Inhaltsanalyse, politische Kommunikation, Themenkompetenz, Medienkontrolle, Meinungsforschung, User-Generated Content, Autokratie, außenpolitische Handlungen, innenpolitische Kritik, politische Führung.
Die Arbeit untersucht das Image von Wladimir Putin anhand von Nutzerkommentaren in russischen Onlinezeitungen, um zu verstehen, wie kritische Nutzer in einem autoritären Umfeld ihren Präsidenten bewerten.
Die zentralen Felder sind die Bewertung von Putin nach spezifischen Imagedimensionen (z.B. Kompetenz, Integrität), thematischen Kontexten (Außen- vs. Innenpolitik) und die Rolle der emotionalen Ansprache durch die Nutzer.
Das Ziel ist die Identifizierung und Beschreibung des Images von Putin in Online-Kommentaren, um zu klären, ob er trotz innenpolitischer und wirtschaftlicher Probleme vor allem aufgrund außenpolitischer Erfolge positiv bewertet wird.
Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse mit einem nicht-experimentellen Querschnittdesign durchgeführt, wobei 150 Kommentare zu fünf spezifischen Ereignissen codiert und analysiert wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einbettung in Mediensystem- und Imageforschung, der detaillierten methodischen Vorgehensweise sowie der Auswertung der Ergebnisse bezüglich Ereigniskontexten, Imagedimensionen und emotionaler Bewertung.
Wladimir Putin, Imageanalyse, Inhaltsanalyse, Russland, politische Kommunikation, Nutzerkommentare, Medienkontrolle und Themenkompetenz sind die prägenden Begriffe.
Das Internet bietet in Russland einen Raum, in dem Nutzer im Vergleich zum staatlich dominierten Fernsehen informierter und teilweise kritischer diskutieren, was eine spannende Analyse des Politikerimages ermöglicht.
Als "Generalisten" werden jene Nutzer bezeichnet, die Putin kontextlos oder pauschal bewerten; sie bilden eine interessante Untergruppe, die trotz kritischerer Einzelaspekte oft eine treue Anhängerschaft Putins darstellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

