Magisterarbeit, 2004
112 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Postmoderne
2.1 Allgemeine Überlegungen
2.2 Begriffsbildung
2.3 Die wissenschaftliche Debatte
2.4 Konzepte der Abgrenzung
2.5 Arbeitsdefinition
3. Christoph Ransmayr und die Romane „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ und „Die letzte Welt“
3.1 Biographisches – Christoph Ransmayr, ein Kind seiner Zeit?
3.2 Entstehung und Rezeption der Romane
4. Die postmoderne Literatur
4.1 Postmoderner Roman oder postmoderne Lesart?
4.2 Merkmale postmoderner Literatur
5. Aspekte der Postmoderne in „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ und „Die letzte Welt“
5.1 Das Verschwinden des Autors
5.2 Intertextualität und Polysemie – Der Text als offenes Kunstwerk
5.3 Der Zerfall des Subjekts
5.4 Wirklichkeit versus Fiktion
5.5 Apokalypse, Mensch und Natur
6. Schlussbemerkung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Postmodernität der Romane „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ und „Die letzte Welt“ von Christoph Ransmayr zu untersuchen. Dabei wird nicht primär der Beweis erbracht, ob die Werke als postmodern einzustufen sind, sondern aufgezeigt, inwiefern sie postmoderne Aspekte widerspiegeln, wie diese sich manifestieren und welche Parallelen zwischen den inhaltlich verschiedenen Werken bestehen, um so die Problematik des Kategoriendenkens in der Literaturwissenschaft zu beleuchten.
1. Einleitung
Zumindest eines haben die Postmoderne und der österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr gemeinsam: Beide erlebten in den 1980er Jahren einen Höhepunkt des öffentlichen bzw. literaturwissenschaftlichen Interesses. Nach intensiven Diskussionen und theoretischen Überlegungen schon Ende der 60er und in den 70er Jahren lief die Postmoderne-Debatte Mitte der 80er Jahre mit namhaften Vertretern wie Jürgen Habermas, Jean François Lyotard, Richard Rorty oder Jonathan Culler auf ihren vorläufigen Höhepunkt zu. Ähnlich verhält es sich mit Christoph Ransmayr, dessen zweiter Roman „Die letzte Welt“ 1988 für Furore sorgte und nach dessen Veröffentlichung „endlich ein neues Talent“ in der deutschsprachigen Literaturlandschaft gefeiert werden konnte. Zahllose Buchbesprechungen, Rezensionen und Porträts füllten die Feuilletons der großen sowie der kleinen lokalen und überregionalen Zeitungen und Zeitschriften.
Mit den „Metamorphosen“, dem Hauptwerk des römischen Dichters Ovid und dessen persönlichen Schicksal der Verbannung als Vorlage, schrieb Christoph Ransmayr einen Roman, welcher durch seine leichte, spielerische Konstruktion und durch seine poetische Sprache begeisterte. Das Romandebüt des Schriftstellers erfolgte allerdings schon 1984. Ebenfalls mit einer ungewöhnlichen Kombination von fiktionalen und dokumentarischen Elementen in „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ zeichnete Ransmayr die Geschichte einer von der Wissenschaft und Öffentlichkeit wenig beachteten österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition aus den Jahren 1872-1874 nach und verließ damit zum zweiten Mal nach seiner ersten Buchveröffentlichung „Strahlender Untergang“ den journalistischen Bereich.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Postmoderne und Christoph Ransmayrs Werk, Darstellung des literaturwissenschaftlichen Interesses an beiden in den 1980er Jahren und Skizzierung der Forschungsabsicht.
2. Die Postmoderne: Analyse der Postmoderne als interdisziplinäres Phänomen, ihrer Begriffsgeschichte, der wissenschaftlichen Debatte und der Abgrenzung von Moderne und Modernismus zur Erstellung einer Arbeitsdefinition.
3. Christoph Ransmayr und die Romane „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ und „Die letzte Welt“: Biographische Einordnung des Autors und Darstellung der Entstehungs- sowie Rezeptionsgeschichte der beiden Romane.
4. Die postmoderne Literatur: Theoretische Auseinandersetzung mit der Existenz und den Merkmalen postmoderner Literatur sowie Erörterung, ob ein postmoderner Kanon oder eine postmoderne Lesart zweckmäßiger ist.
5. Aspekte der Postmoderne in „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ und „Die letzte Welt“: Konkrete Textanalyse der Romane hinsichtlich zentraler postmodernen Charakteristika wie Autorenverlust, Intertextualität, Zerfall des Subjekts, Wirklichkeit versus Fiktion und Apokalypse.
6. Schlussbemerkung: Zusammenfassung der Analyseergebnisse, Betonung der unterschiedlichen Schwerpunktsetzung der Romane und Bestätigung der Einstufung als postmoderne Literatur auf Basis des aufgezeigten Rahmens.
Postmoderne, Christoph Ransmayr, Die letzte Welt, Die Schrecken des Eises und der Finsternis, Literaturwissenschaft, Intertextualität, Dekonstruktion, Subjektzerfall, Wirklichkeit, Fiktion, Apokalypse, Pluralismus, Erzähltechnik, Ovid, Narrativik.
Die Magisterarbeit untersucht die Romane „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ und „Die letzte Welt“ von Christoph Ransmayr im Kontext postmoderner Literaturtheorien.
Zentrale Felder sind die Theoretisierung der Postmoderne, die Autorschaft, der Status des Subjekts, das Verhältnis von Fakten und Fiktion sowie die Bedeutung von Apokalyptik im modernen und postmodernen Kontext.
Das Ziel ist es, die spezifische Ausprägung der Postmodernität in Ransmayrs Romanen aufzuzeigen, ihre Manifestation in den Texten zu belegen und zu verdeutlichen, dass eine pauschale Kategorisierung literarischer Werke aufgrund der inhärenten Pluralität der Postmoderne problematisch ist.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sich auf postmoderne Theorien (u.a. Jean-François Lyotard, Jacques Derrida) stützt, um spezifische Romanmerkmale wie Intertextualität und die Dekonstruktion des Autors zu deuten.
Im Hauptteil werden zentrale postmoderne Motive in den Werken Ransmayrs analysiert, insbesondere das Verschwinden des Autors, die Bedeutung der Intertextualität als offenes Konstrukt und die Art und Weise, wie die Romane mit den binären Gegensätzen von Wahrheit und Fiktion sowie Vernunft und Wahnsinn spielen.
Postmoderne, Christoph Ransmayr, Intertextualität, Dekonstruktion, Subjektzerfall und Apokalyptik sind die prägenden Begriffe.
Die Suche nach dem Autor wird als dekonstruktives Element eingesetzt: Die Figuren Cotta und Mazzini scheitern bei ihrer Suche nach einem authentischen Ursprung, wodurch Ransmayr verdeutlicht, dass die moderne Suche nach einem eindeutigen Sinn oder Autor obsolet ist.
Ransmayr nutzt Phantasie nicht als rein positive Alternative, sondern als eine gleichwertige Kraft zur Vernunft, die in einer postmodernen Apokalypse, die ohne göttliche Erneuerungsperspektive auskommt, den Zerfall der Zivilisation begleitet und reflektiert.
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