Bachelorarbeit, 2018
72 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Thema und Zielsetzung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Einordnung in eine wissenschaftliche Disziplin
2 Theoretische Rahmenbedingungen
2.1 Methodische Vorgehensweise
2.2 Definition und Einordnung der Begriffe
3 Phänomen des Dark Tourism
3.1 Geschichtlicher Hintergrund
3.2 Kategorisierung der unterschiedlichen Erscheinungsformen
4 Angebot und Nachfrage
4.1 Analyse der Angebotsseite
4.1.1 Bestandsaufnahme und Einordnung der Produktpalette
4.1.2 Verortung beispielhafter Destinationen
4.2 Untersuchung der Nachfragestruktur
4.2.1 Vorstellung allgemeiner Reisemotive
4.2.2 Analyse der Korrelation Schauplatzzweck - Motivation
4.2.3 Ermittlung potenzieller unbewusster Faktoren
4.3 Lokalisierung im Tourismusmarkt
5 Kritische Stellungnahme
6 Schlussbetrachtungen
6.1 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage
6.2 Ausblick
Die Bachelorarbeit zielt darauf ab, den aktuellen Forschungsstand zum Phänomen des "Dark Tourism" im deutschsprachigen Raum aufzuarbeiten, eine Kategorisierung der touristischen Angebote vorzunehmen und eine kritische moralische Bewertung des Segments durchzuführen.
3.1 Geschichtlicher Hintergrund
Basierend auf der Tatsache, dass jedes Lebewesen früher oder später stirbt und deshalb der Tod unausweichlich Teil des Lebens ist, mag es laut Stone nicht weiter verwunderlich sein, dass der Mensch schon immer vom Tod fasziniert war – sowohl seinem eigenen als auch dem von anderen. Eine Mischung aus Respekt, Ehrfurcht, morbider Neugier und Aberglaube trieb ihn schon vor langer Zeit zu Stätten des Leid und Grauens. Doch wann genau Dark Tourism zum ersten Mal in Erscheinung trat, ist nicht belegt. Eine der ersten wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Thema ist ein Verweis von Seaton auf einen Aufsatz des Schriftstellers De Quincey aus dem Jahre 1827. Dieser schreibt über den moralisch kaum vertretbaren Unterhaltungswert von Mord zu seiner Zeit.
In dem Essay ist der Begriff dunkler Tourismus oder - wie Seaton ihn nennt - Thanatourismus, noch nicht gefallen. Allerdings ist seine Beschreibung eine der ersten, die sich mit dem menschlichen Verhalten in makabren Situationen befasst. Seaton verweist außerdem darauf, dass zwischen Mittelalter und 19. Jahrhundert der Tod ein zentrales Element des täglichen Lebens war, beeinflusst von den mächtigen Institutionen Kirche und Politik. Dies spiegelt sich auch in der damaligen Kunst mit ihren Stillleben wieder, die hauptsächlich Arrangements zusammengewürfelter Alltagsgegenstände zeigen, welche sich in unterschiedlichen Stadien des Verfalls befinden, beispielsweise verdorbene Lebensmittel oder verwelkte Blumen. Sie thematisieren damit überwiegend das Vanitas-Motiv, also die Vergänglichkeit des Lebens. Zu jener Zeit etablierte sich nach Seaton der professionelle Dark Tourism. Zwischen 1770 und 1830, dem Höhepunkt der Romantik, erfreuten sich Schauplätze, die mit Tod und Gewalt in Verbindung standen, großer Beliebtheit.
1 Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Forschungsfrage und Einordnung in die Tourismuswissenschaft.
2 Theoretische Rahmenbedingungen: Absteckung der wissenschaftlichen Basis und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise (Sekundärforschung).
3 Phänomen des Dark Tourism: Historischer Exkurs zur Entstehung und Kategorisierung der Erscheinungsformen des Phänomens.
4 Angebot und Nachfrage: Detaillierte Analyse der Angebotsseite und Untersuchung der Nachfragestruktur mittels psychologischer Modelle.
5 Kritische Stellungnahme: Ethische Reflexion der touristischen Nutzung von Stätten des Leids und Identifikation allgemeiner Herausforderungen.
6 Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Dark Tourism, Thanatourismus, Schattentourismus, Holocaust-Tourismus, Reisemotivation, Angebotsanalyse, Tod und Leid, Gedenkstätten, Ethik, Kommerzialisierung, Seven Dark Suppliers, Eisbergmodell, Morbide Neugier, Memento Mori-Effekt.
Die Arbeit analysiert den "Dark Tourism" als ein touristisches Phänomen, bei dem Orte besucht werden, die mit Tod, Leid oder makabren Ereignissen in Verbindung stehen.
Die Arbeit behandelt die Definition des Begriffs, die Kategorisierung von Angeboten, die Untersuchung von Reisemotiven sowie die ethische Vertretbarkeit der Vermarktung solcher Orte.
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob der Dark Tourism ein moralisch fragwürdiges Produkt des Nischentourismus darstellt.
Es handelt sich um eine kompilatorische Sekundärforschung, die auf bestehender Literatur und wissenschaftlichen Theorien aufbaut, um eine Bestandsaufnahme des Forschungsstandes zu erstellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Angebotsseite (nach Stones "Seven Dark Suppliers") und eine Untersuchung der Nachfragestruktur unter Berücksichtigung psychologischer Reisemotive.
Dark Tourism, Reisemotivation, ethische Vertretbarkeit, Schattentourismus, Gedenkstätten und Angebotsanalyse.
Beide Begriffe beschreiben das Reisen zu Stätten des Todes; "Thanatourismus" leitet sich vom griechischen Thanatos (Gott des Todes) ab und fokussiert stärker auf die Faszination am Tod.
Die Autorin nutzt das Modell der "Seven Dark Suppliers" von Philip Stone, um die unterschiedlichen Ausprägungen, wie etwa "Dark Fun Factories" oder "Dark Camps of Genocide", strukturiert einzuordnen.
Die Ethik ist zentral, da die Kommerzialisierung von Orten des Schreckens einen moralischen Konflikt zwischen Bildungsauftrag und ökonomischen Interessen sowie der Pietät gegenüber den Verstorbenen erzeugt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

