Bachelorarbeit, 2010
50 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Methodischer Zugang
1.2 Forschungsstand und Literatur
1.3 Der Quellenkorpus: Die Reden der Bundespräsidenten
2 Der deutsche Widerstand und der 20. Juli 1944
3 Die Analyse der Reden
3.1 Theodor Heuss: Bekenntnis und Dank
3.1.1 Die Darstellung des 20. Juli in der Rede von Theodor Heuss
3.1.2 Die Ziele Theodor Heuss’
3.1.3 Erklärung aus dem gesellschaftlichen Kontext
3.2 Heinrich Lübke: Symbol der Selbstachtung unseres Volkes
3.2.1 Die Darstellung des 20. Juli 1944 in der Rede von Heinrich Lübke
3.2.2 Die Ziele Heinrich Lübkes
3.2.3 Erklärung aus dem gesellschaftlichen Kontext
3.3 Gustav Heinemann: Zeugnis des Ringens um Menschenrecht und Menschenwürde
3.3.1 Die Darstellung des 20. Juli in der Rede von Gustav Heinemann
3.3.2 Die Ziele Gustav Heinemanns
3.3.3 Erklärung aus dem gesellschaftlichen Kontext
4 Die Metamorphose des Erinnerungsorts?
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand dreier Gedenkreden der Bundespräsidenten Theodor Heuss (1954), Heinrich Lübke (1964) und Gustav Heinemann (1969), wie sich die Deutung des 20. Juli 1944 als deutscher Erinnerungsort im historischen Wandel verändert hat und welche Funktionen diese Interpretation für die jeweilige gesellschaftliche Gegenwart der Bundesrepublik erfüllte.
3.1 Theodor Heuss: Bekenntnis und Dank
Zwei Worte fassen den Inhalt der Rede vom 19. Juli 1954, die Theodor Heuss anlässlich des 10. Jahrestags des 20. Juli 1944 im Auditorium Maximum der Freien Universität Berlin hielt, prägnant zusammen: Bekenntnis und Dank. Zunächst einmal bekennt er sich zur Tat. Weitere Hauptaspekte seiner Rede sind die Charakterisierung des 20. Juli und seiner Anhänger, die Thematisierung des Widerstandsrechts, die Problematik des Eids, die er in einen breiteren Kontext einordnet, Hitler und der 20. Juli, der Untergang der Verschwörer und der Dank für ihre Tat.
Theodor Heuss bekennt sich nicht nur zu den Motiven, sondern auch zum ihrem Vorgehen. Trotzdem das Attentat scheiterte, schmälere das nicht den Respekt vor der Tat und ihrem Opfer für die Rettung des Vaterlands in einer Zeit, da ehrloses Handeln und Machtgier Deutschlands Ansehen beschmutzten.
Er charakterisiert die Gruppen des 20. Juli als innerlich gespalten, weil man sich darum sorgte, wie das Attentat von nachfolgenden Generationen interpretiert werden würde. Goerdeler habe bei einem Gespräch mit Heuss die Angst vor einer neuerlichen Dolchstoßlegende erwähnt. Die Dolchstoßlegende habe der Politik damals sehr geschadet und das Staatsoberhaupt fragt, ob selbiges heute wieder passieren könnte. Denn Demagogen warteten zu jeder Zeit auf ihre Chance.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach dem 20. Juli 1944 als "Erinnerungsort" vor und erläutert den methodischen Ansatz, die Reden der Bundespräsidenten als Indikatoren für den Wandel des kollektiven Gedächtnisses zu nutzen.
2 Der deutsche Widerstand und der 20. Juli 1944: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die verschiedenen Strömungen des Widerstands gegen das NS-Regime und bettet das Attentat vom 20. Juli 1944 in den Kontext des Scheiterns und der notwendigen Beweisführung für ein "anderes Deutschland" ein.
3 Die Analyse der Reden: Im Hauptteil werden die Gedenkreden von Theodor Heuss, Heinrich Lübke und Gustav Heinemann detailliert analysiert, wobei jeweils die Darstellung, die Ziele der Präsidenten und der zeitgeschichtliche Kontext beleuchtet werden.
4 Die Metamorphose des Erinnerungsorts?: Das Fazit fasst die Wandlung des Erinnerungsorts 20. Juli zusammen, der sich von einer konservativen Identifikationsfigur für einen neuen Staatsaufbau zu einem Symbol für Antitotalitarismus und demokratische Werte im Kalten Krieg entwickelte.
20. Juli 1944, Erinnerungsort, Bundespräsidenten, Widerstand, kollektives Gedächtnis, NS-Vergangenheit, Legitimierung, Patriotismus, Demokratie, Christliches Abendland, Politische Gedenkfeiern, Historischer Wandel, Staatsräson, Opfergang, Vergangenheitsbewältigung.
Die Arbeit analysiert die Gedenkreden dreier Bundespräsidenten zum 20. Juli 1944, um zu verstehen, wie sich die öffentliche Erinnerung an den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der frühen Bundesrepublik verändert hat.
Zu den zentralen Themen gehören das Konzept des "Erinnerungsorts", die politische Instrumentalisierung von Geschichte, die Rolle des Eids in der NS-Zeit und die Entwicklung eines demokratischen Selbstverständnisses in der BRD.
Das primäre Ziel ist es, die "Metamorphose" des Erinnerungsorts 20. Juli zu untersuchen: Wie und warum passten die Bundespräsidenten ihre Deutung des Widerstands an die jeweils aktuelle gesellschaftliche und politische Situation an?
Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz, der auf der Auswertung von Primärquellen (Gedenkreden) und deren Verknüpfung mit dem zeitgenössischen gesellschaftlichen Kontext und der fachwissenschaftlichen Diskussion basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Reden von Heuss, Lübke und Heinemann. Dabei werden jeweils die explizite Darstellung, die strategischen Ziele des jeweiligen Präsidenten und der zugrunde liegende gesellschaftliche Kontext expliziert.
Die Untersuchung lässt sich durch Begriffe wie Erinnerungsort, kollektives Gedächtnis, Vergangenheitsbewältigung, Patriotismus, Demokratie und die Symbolik des Widerstands gegen totalitäre Regime zusammenfassen.
Theodor Heuss setzte als erstes Staatsoberhaupt der jungen BRD einen Maßstab, indem er den 20. Juli 1944 nutzte, um das "andere Deutschland" zu betonen und den Widerstand moralisch zu legitimieren, um so die Integrationsfähigkeit der jungen Demokratie zu stärken.
Heinemann markiert einen Wendepunkt, da er den Widerstand nicht mehr nur konservativ deutet, sondern den Begriff des Patriotismus um antinationalistische und europäische Komponenten erweitert und den Widerstand in einen breiteren Kontext von Freiheitsbewegungen einordnet.
Die Einbeziehung kommunistischer Widerständler, insbesondere durch Heinemann, zeigt eine Abkehr von der rein nationalkonservativen Verengung des Widerstandsbegriffs und zielt auf eine breitere gesellschaftliche Integration ab.
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