Masterarbeit, 2018
152 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Forschungsfragen
1.3. Methodik und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen, Begriffserklärungen, Abgrenzungen und Definitionen
2.1. Funktionen des Bankensektors
2.2. Systemisches Risiko
2.3. Ansteckungsgefahr im Bankensektor
2.4. Finanzinnovationen und Schattenbanken
2.5. Finanzielle Ungleichgewichte, Kreditboom, Blasen und Finanzkrisen
2.6. Auswirkungen von Finanzkrisen auf die Realwirtschaft
3. Ansätze zur Bankenregulierung in Literatur und Forschung
3.1. Gegensätze mikro- und makroprudenzieller Aspekte
3.1.1. Mikroprudenz und Systemisches Risiko
3.1.2. Makroprudenz und Systemisches Risiko
3.2. Beziehungen zwischen mikro- und makroprudenziellen Ansätzen
4. Regularien des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) und deren Umsetzungen in den Rechtsnormen der Europäischen Union
4.1. Ansätze der Bankenregulatorik vor der Finanzkrise 2007/2008 – Basel I und II
4.1.1. Umsetzung des Basel I und Basel II Regelwerks in der Europäischen Union
4.2. Ansätze der Bankenregulatorik nach der Finanzkrise 2007/2008 – Basel III und Ausblick auf Basel IV
4.2.1. Umsetzung des Basel III Regelwerks in der Europäischen Union
4.2.2. Geplante Umsetzung des Basel IV Regelwerks in der Europäischen Union
5. Conclusio
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen mikro- und makroprudenzieller Bankenregulierung und deren Auswirkungen auf die Systemstabilität und Effizienz im Finanzsektor. Es wird analysiert, ob regulatorische Rahmenwerke – insbesondere im Kontext der Finanzkrise 2007/2008 – zu Inkonsistenzen führen und wie makroprudenzielle Ansätze dazu beitragen können, systemische Risiken effektiver zu adressieren.
2.5. Finanzielle Ungleichgewichte, Kreditboom, Blasen und Finanzkrisen
In früheren Kapiteln wurde bereits dargestellt, dass exzessive Kreditvergabe durch Finanzintermediäre, finanziert durch die starke Aufnahme von Fremdmitteln, zu hohem Risiko auf Ebene des einzelnen Intermediärs führt. Dieses Verhalten der Banken erhöht auf kollektiver Ebene das systemische Risiko im gesamten Finanzsystem.
Tatsächlich belegen empirische, wissenschaftliche Studien einen Zusammenhang von exzessiver Kreditvergabe unter hoher Verschuldung des Bankensektors in Phasen der Hochkonjunktur mit der Häufigkeit und dem Vorkommen von Finanzkrisen (Reinhart und Rogoff 2008, Dell’Ariccia et al. 2012, Jordà et al. 2013, Jordà et al. 2015).
Dell’Ariccia et al. (2012) kommen zu dem Schluss, dass rapides und exzessiv starkes Kreditwachstum, Kreditboom genannt, während einer Periode wirtschaftlichen Wachstums ein zuverlässiger Indikator für darauffolgende Finanzkrisen und finanzielle Ungleichgewichte sein kann. Die Wissenschaftler definieren einen Kreditboom anhand außergewöhnlich positiver Abweichungen in der Relation zwischen Kreditvolumen und Wirtschaftstätigkeit und zeigen in ihrer Studie, dass auf ein Drittel aller Kreditboom-Perioden eine Finanzkrise folgt. Zwei Drittel der Kreditboom-Perioden führen nicht zu starken finanziellen Ungleichgewichten und Verwerfungen auf den Finanzmärkten, sondern zu ausgedehnten Phasen niedrigen Wirtschaftswachstums oder resultieren sogar in langfristigen Wachstumsphasen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Finanzkrise 2007/2008 ein, erläutert die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt die methodische Vorgehensweise auf wissenschaftlicher Meta-Ebene.
2. Theoretische Grundlagen, Begriffserklärungen, Abgrenzungen und Definitionen: Dieses Kapitel legt das Fundament durch die Erläuterung zentraler Begriffe wie systemisches Risiko, Ansteckungseffekte, Schattenbanken und die Funktionen von Finanzinnovationen im Bankensektor.
3. Ansätze zur Bankenregulierung in Literatur und Forschung: Hier werden die theoretischen Ansätze der Bankenregulierung analysiert, wobei ein besonderer Fokus auf den Unterschieden, Ergänzungen und Konflikten zwischen mikro- und makroprudenziellen Perspektiven liegt.
4. Regularien des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) und deren Umsetzungen in den Rechtsnormen der Europäischen Union: Dieses Kapitel untersucht detailliert die historischen und aktuellen Basler Rahmenwerke (Basel I bis Basel IV) sowie deren Umsetzung im EU-Recht.
5. Conclusio: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, würdigt diese kritisch und gibt einen Ausblick auf künftige Herausforderungen in der Bankenregulierung.
Bankenregulierung, Systemisches Risiko, Mikroprudenz, Makroprudenz, Finanzstabilität, Finanzkrise 2007/2008, Basel III, Basel IV, Schattenbanken, Kreditboom, Risikomanagement, Eigenkapitalanforderungen, Liquidität, Finanzinnovationen, Verbriefung.
Die Arbeit analysiert die Bankenregulierung im Spannungsfeld zwischen der Stabilität einzelner Institute (Mikroprudenz) und der Stabilität des gesamten Finanzsystems (Makroprudenz).
Die Schwerpunkte liegen auf systemischen Risiken, der Funktionsweise des globalen Bankensektors, der Wirkung von Finanzinnovationen sowie der kritischen Auseinandersetzung mit den Basler Eigenkapitalvereinbarungen.
Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Bankenregulierung zu geben, die Ursachen für die Finanzkrise 2007/2008 kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen, ob makroprudenzielle Instrumente Krisen künftig besser abfedern können.
Es handelt sich um eine Arbeit auf wissenschaftlicher Meta-Ebene, die aktuelle Ansätze der Fachliteratur vergleicht, diese kritisch hinterfragt und die Umsetzung von regulatorischen Standards in EU-Rechtsnormen analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine tiefgehende Analyse mikro- und makroprudenzieller Ansätze sowie eine detaillierte Aufarbeitung der Basler Standardwerke und deren Implementierung.
Zentrale Begriffe sind Systemisches Risiko, Basel III/IV, Finanzstabilität, Makroprudenz und Kreditrisikomanagement.
Die Krise hat das Bewusstsein für die Grenzen der mikroprudenziellen Aufsicht geschärft und den regulatorischen Fokus massiv in Richtung makroprudenzieller Ansätze und verbindlicher Liquiditätsvorgaben verschoben.
Der mikroprudenzielle Ansatz fokussiert auf das Überleben einzelner Institute, während der makroprudenzielle Ansatz die Stabilität des Finanzsystems als Ganzes betrachtet und Wechselwirkungen zwischen Finanzakteuren sowie gesamtwirtschaftliche Rückkopplungseffekte einbezieht.
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