Diplomarbeit, 2005
117 Seiten, Note: 1,0
1 Systemische Beratung
1.1 Begriffsbestimmung
1.1.1 System
1.1.2 Beratung
1.1.3 Systemische Beratung
1.2 Systemtheorie
1.3 Arbeitsweise der systemischen Beratung
1.4 „Grundwerkzeuge“ der systemischen Beratung
1.4.1 Hypothesenbildung
1.4.2 Zirkularität
1.4.3 Kommentare
2 Das Arbeitsfeld „Krankenhaus“ als ein Teil des Gesundheitswesens
2.1 Gesundheit – Krankheit: Begriffsbestimmung
2.2 Das Gesundheitswesen: Begriffsbestimmung
2.3 Die Krankenhauslandschaft in Deutschland
2.4 Der Krankenhausalltag im Wandel
3 Case Management
3.1 Von „Fällen“, Menschen und Management: Begriffsklärung
3.2 Definition von Case Management
3.3 Historische Entwicklung
3.4 Funktionen des Case Managements
3.4.1 Empowerment
3.4.2 Netzwerkarbeit – Die sozialökologische Perspektive
3.5 Ablauf des Case Managements
3.5.1 „Assessment“ - Einschätzung und Bedarfsklärung
3.5.2 „Planning“ - Planung
3.5.3 „Intervention“ und „Monitoring“ - Kontrollierte Durchführung
3.5.4 „Evaluation“ - Be- und Auswertung
4 Case Management im Gesundheitswesen
4.1 Integrierte Versorgung - Eine neue Anforderung an das Gesundheitswesen
4.1.1 Managed Care
4.1.2 Disease Management
4.1.3 Care Management
4.2 Case Management im Schatten von Managed Care?
5 Case Management im Krankenhaus als Anwendungsmöglichkeit systemischen Denkens
5.1 Soziale Arbeit im Krankenhaus
5.2 Das „neue“ Case Management - Eine neue Methode?
5.3 Die Methode des systemischen Case Managements
5.4 Möglichkeiten für Umsetzung von Case-Management-Modellen im Krankenhaus
5.4.1 Case-Management-Modelle
5.4.2 Case Management-Praxis in Deutschland
5.4.3 Das Augsburger Modell - Beispiel eines medizinisch-sozialen CM-Modells
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Anwendbarkeit des Konzepts der systemischen Beratung auf das Arbeitsfeld Krankenhaus zu untersuchen, mit besonderem Fokus auf die Methode des Case Managements als Antwort auf die Veränderungen im Gesundheitswesen. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie soziale Dienste unter den veränderten Bedingungen der Patientenstruktur und des Krankenhausalltags effektiv agieren können und inwieweit Case Management eine geeignete methodische Synthese darstellt.
1.1.1 System
Das Wort stammt von dem griechischen Begriff „systema“ ab und bedeutet „das Zusammengestellte“. Paracelsus (1493-1541) etwa definierte System als ein „zusammengesetztes Ganzes, das mehr ist als die Summe seiner Teile“. Heutzutage ist der Systembegriff sehr schillernd, er wird in beliebig vielen Zusammenhängen, auch in beliebig vielen Systemtheorien, für beliebig viele Dinge verwendet. Umgangssprachlich wird „System“ für irgendwie komplizierte, nicht durchschaubare Dinge benutzt. Die Anwender der Systemtheorien neigen dazu, sich nicht darauf festzulegen, was sie unter System verstehen. Deshalb ist es schwierig, eine einheitliche Definition zu geben. Systemiker sind sich bei sehr globalen Definitionen, wie etwa bei der Festlegung von Hall und Fagen (1956 zit. nach v. Schlippe 2003) einig, die System als „Satz von Elementen oder Objekten zusammen mit den Beziehungen zwischen diesen Objekten und deren Merkmalen“ verstehen.
Diese Definition zeigt das Bestreben der Theoretiker auch für soziale Systeme präzise, wenn man so will mathematische, Begriffbestimmungen vorzunehmen, wenngleich hier aber nur die Integrationsleistung des Systems angesprochen wird. Hier setzt dann auch die Kritik an. Zu einem umfassenden Systemkonzept muss neben dem strukturalen Aspekt auch noch eine funktionale und hierarchische Dimension hinzukommen. Es erscheint nicht sinnvoll, Objekte von ihren Eigenschaften zu trennen, da es doch diese Merkmale sind, die Beziehungen repräsentieren.
1 Systemische Beratung: Einführung in die Grundlagen, Begrifflichkeiten und theoretischen Hintergründe des systemischen Ansatzes sowie Darstellung zentraler Beratungsgrundwerkzeuge.
2 Das Arbeitsfeld „Krankenhaus“ als ein Teil des Gesundheitswesens: Definition zentraler Begriffe wie Gesundheit und Krankheit und Skizzierung der veränderten Strukturen und Herausforderungen im deutschen Krankenhausalltag.
3 Case Management: Umfassende Erläuterung der Methode Case Management, ihrer historischen Genese, Funktionen, Ziele wie Empowerment und Netzwerkarbeit sowie des konkreten Ablaufs in Phasen.
4 Case Management im Gesundheitswesen: Einordnung von Case Management in aktuelle gesundheitspolitische Versorgungskonzepte wie Integrierte Versorgung und Managed Care sowie Abgrenzung zu verwandten Ansätzen.
5 Case Management im Krankenhaus als Anwendungsmöglichkeit systemischen Denkens: Untersuchung der Potenziale von Case Management als methodischer Synthese für die Soziale Arbeit im Krankenhaus, inklusive einer Analyse der Praxis in Deutschland und dem Augsburger Modell als Praxisbeispiel.
Systemische Beratung, Case Management, Krankenhaus, Soziale Arbeit, Gesundheit, Krankheit, Systemtheorie, Empowerment, Netzwerkarbeit, Integrierte Versorgung, Patientenversorgung, Ressourcenorientierung, Sozialökologische Perspektive, Assessment, Fallmanagement.
Die Diplomarbeit untersucht die Anwendung der systemischen Beratung und des Case Managements in der Sozialen Arbeit im Krankenhaus, insbesondere vor dem Hintergrund veränderter gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen.
Die Arbeit behandelt systemische Theorie, den Krankenhausalltag im Wandel, die Methode Case Management (inkl. Empowerment und Netzwerkarbeit) sowie gesundheitsökonomische Aspekte wie Managed Care.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Case Management als methodische Synthese zur Bewältigung der Herausforderungen im Krankenhaus (effektivere Versorgung, Patientenorientierung) beitragen kann und ob es als innovative Methode der Sozialen Arbeit fungiert.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und systemische Ansätze sowie Konzepte der Sozialarbeit in den Kontext der Krankenhauspraxis setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen systemischer Beratung, die Analyse des Krankenhauses als Arbeitsfeld, die detaillierte Darstellung des Case Managements und dessen Einordnung in das Gesundheitswesen sowie spezifische Anwendungsformen im Krankenhaus.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Systemische Beratung, Case Management, Krankenhaussozialdienst, Empowerment, Gesundheitswesen und Ressourcenorientierung charakterisieren.
Case Management geht über die direkte Beratung hinaus; es fokussiert auf die Vernetzung von formellen und informellen Hilfsangeboten, die Steuerung der Versorgung (Advocacy, Broker-Funktion) und den ressourcenorientierten Gesamtprozess statt nur auf die direkte therapeutische Intervention.
Das Augsburger Modell ist ein erfolgreiches Beispiel für medizinisch-soziales Case Management in der Kinder-Nachsorge, das durch eine systemintegrierende Vernetzung von Hilfspartnern und die Einbeziehung der gesamten Familie als "Patient" gekennzeichnet ist.
Case Management steht oft im Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach qualitativ hochwertiger, kontinuierlicher Versorgung und dem Druck zur Kosteneffizienz (z.B. durch DRG-Abrechnung); die Arbeit warnt davor, CM lediglich als reines Instrument zur Kostenreduktion ohne sozialen Kern zu nutzen.
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