Fachbuch, 2018
101 Seiten
1 Einführung
2 Begriffsbestimmungen und Untersuchungsgegenstand
2.1 Social Entrepreneurship
2.2 Unternehmensberichterstattung
2.3 Anspruchsgruppen und Berichtsadressaten
3 Theoretische Untersuchung zur externen Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship
3.1 Theoretische Interpretation der Berichterstattung
3.2 Besonderheiten und Hürden der externen Berichterstattung im Social Entrepreneurship
3.3 Ansätze zur Berichterstattung und Erhebung von Wirkungen im Social Entrepreneurship
3.4 Zwischenfazit und Forschungslücke
4 Qualitative Untersuchung ausgewählter Unternehmensberichte
4.1 Methodik und Datenerhebung
4.2 Identifizierte Problemfelder und Mängel der untersuchten Berichte
5 Ansatzpunkte und Empfehlungen für eine zielgruppengerechte Berichterstattung
6 Herausforderungen der externen Berichterstattung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die externe Unternehmensberichterstattung im Bereich des Social Entrepreneurship in Deutschland gestaltet werden kann, um den spezifischen Anforderungen der wesentlichen Anspruchsgruppen sowie der Natur dieses Sektors gerecht zu werden.
3.1.2 Prinzipal-Agenten-Problematik im Kontext der Informationsasymmetrie zwischen dem Social Entrepreneur und seinen Anspruchsgruppen
Die in der Realität begrenzte Informationsverarbeitungskapazität der Marktteilnehmer und Transaktionskosten resultieren in ungleichartig verteilten und unvollständigen Informationen. Dies führt zu unterschiedlichen Unsicherheitsgraden. Die Prinzipal-Agenten-Theorie basiert auf der Annahme asymmetrischer Informationsverteilung zwischen dem Prinzipal (z.B. Kapitalgeber, Anteilseigner) und dem Agenten (z.B. Kapitalnehmer, Unternehmensleitung). Die hiermit einhergehende Unsicherheit kann generell aus drei Bereichen herrühren. Erstens verzerren multivariable Umwelteinflüsse das vom Agenten beabsichtigte Ergebnis. Zweitens sind die tatsächlichen Handlungen des Agenten für den Prinzipal nicht direkt beobachtbar, wodurch es zu opportunistischem Verhalten zulasten des Auftraggebers kommen kann (moralisches Hasardspiel). Drittens verfügt der Agent über einen generellen Informationsvorsprung, da er näher am laufenden Geschäft ist (adverse Selektion bzw. Auswahl unerwünschter Vertragspartner).
Im Grundmodell besteht eine hierarchische Beziehung zwischen zwei den Eigennutzen maximierenden Parteien mit unterschiedlichen Nutzenfunktionen, in welcher der Prinzipal eine Aufgabe (bzw. Entscheidungsmacht) an den Agenten delegiert. Der Prinzipal macht dem Agenten ein Vertragsangebot, welches dieser entweder annehmen oder ablehnen kann. Im Rahmen der vertragstheoretischen Analyse lassen sich folglich Problemkreise vor und nach Vertragsschluss unterscheiden. Ersterer verhindert ggf. das Zustandekommen eines Vertrages aufgrund fehlender Transparenz und Unsicherheit in Bezug auf die Absichten des Vertragspartners und die Erfolgsaussichten des zu unterstützenden Projektes. Infolgedessen kann es zu adverser Selektion und einer zu geringen Kapitalausstattung kommen. Nach Vertragsschluss besteht die Gefahr, dass es zu Aktivitäten kommt, die dem Unternehmer opportun erscheinen, aber einseitig zu Lasten des Kapitalgebers gehen. Dieses Risiko des moralischen Hasardspiels trägt der Prinzipal. Entscheidend ist der postulierte Zielkonflikt. Während der Prinzipal eine möglichst hohe Zielerreichung anstrebt, ist dies für den Agenten nur solange rational, wie er aufgrund persönlicher Entlohnungskomponenten hiervon profitiert.
1 Einführung: Diese Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Relevanz des Social Entrepreneurship als Antwort auf Marktversagen und staatliche Defizite.
2 Begriffsbestimmungen und Untersuchungsgegenstand: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Social Entrepreneurship definiert und die relevanten Anspruchsgruppen für die Berichterstattung identifiziert.
3 Theoretische Untersuchung zur externen Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship: Hier werden theoretische Ansätze zur Notwendigkeit der Berichterstattung, insbesondere im Hinblick auf Transaktionskosten und Informationsasymmetrien, erörtert.
4 Qualitative Untersuchung ausgewählter Unternehmensberichte: Dieses Kapitel analysiert empirisch die Berichterstattungspraxis von neun ausgewählten Sozialunternehmen in Deutschland.
5 Ansatzpunkte und Empfehlungen für eine zielgruppengerechte Berichterstattung: Basierend auf den Analyseergebnissen werden konkrete Empfehlungen zur Optimierung der Berichterstattung im Social Entrepreneurship abgeleitet.
6 Herausforderungen der externen Berichterstattung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Herausforderungen zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Berichtswesens in diesem Sektor.
Social Entrepreneurship, Unternehmensberichterstattung, Wirkungsmessung, Stakeholder, Transaktionskosten, Prinzipal-Agenten-Theorie, Soziale Rendite, Social Reporting Standard, Legitimation, Reputation, Gemeinnützigkeit, Wirkungskette, Social Return on Investment, Rechenschaftslegung, Wirkungsreichweite
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten der externen Unternehmensberichterstattung von Sozialunternehmen in Deutschland.
Die zentralen Themen umfassen die Begriffsabgrenzung von Social Entrepreneurship, theoretische Perspektiven auf die Berichterstattung (z.B. Prinzipal-Agenten-Theorie) sowie die empirische Analyse bestehender Berichte.
Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Sozialunternehmen ihre Berichterstattung optimieren können, um den Informationsbedürfnissen ihrer Anspruchsgruppen gerecht zu werden und ihre Wirkung transparent darzustellen.
Die Autorin verwendet einen explorativen qualitativen Forschungsansatz, bei dem Unternehmensberichte von neun in Deutschland tätigen Sozialunternehmen systematisch analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Notwendigkeit von Berichterstattung sowie eine qualitative Untersuchung der Praxis, inklusive der Identifizierung von Problemfeldern und Mängeln.
Zu den prägenden Begriffen zählen Social Entrepreneurship, Wirkungsmessung, Transparenz, Stakeholder-Dialog und Rechenschaftslegung.
Da Sozialunternehmen sehr vielfältig sind und keine einheitliche Rechtsform existiert, fehlt es an einem allgemein akzeptierten Berichtsstandard, der sowohl finanzielle als auch soziale Wirkungen angemessen abbildet.
Der SROI wird als Instrument zur monetären Bewertung sozialer Wirkungen diskutiert, wobei die Arbeit die methodischen Herausforderungen und die begrenzte praktische Anwendung in den untersuchten Berichten hervorhebt.
Die Studie zeigt, dass viele Unternehmen auf eine "Bricolage" setzen, also individuell verfügbare Elemente zur Berichterstattung wählen, was jedoch die Vergleichbarkeit und Transparenz für externe Kapitalgeber erschwert.
Die Arbeit empfiehlt eine systematische Identifikation der Adressaten, eine klare Darstellung der Wirkungskette sowie die Anwendung standardisierter Rahmenwerke (wie den Social Reporting Standard), um Vertrauen aufzubauen und Finanzierungsmöglichkeiten zu verbessern.
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