Fachbuch, 2018
51 Seiten
1 Einleitung
2 Bewegung in der Entwicklung
2.1 Bewegung als kindliches Grundbedürfnis
2.2 Wirkung auf kognitive Fähigkeiten
2.3 Wirkung auf die körperliche Verfassung
2.3.1 Motorik
2.3.2 Körperliche Gesundheit
2.3.3 Folgen von Bewegungsmangel
2.4 Bewegung und soziale Entwicklung
3 Der Einfluss von Bewegung auf die Entwicklung des Selbst
3.1 Der Einfluss von Bewegung auf das Selbstkonzept
3.2 Der Einfluss von Bewegung auf die Selbstwirksamkeit
3.3 Negative Entwicklung des Selbst durch Bewegungsmangel
4 KiGGS-Studie
4.1 Allgemeine Informationen
4.2 Relevante Ergebnisse für die vorliegende Arbeit
5 Bewegung von Grundschulkindern heute und Möglichkeiten zur weiteren Gestaltung von Bewegung
5.1 Bewegungsräume
5.1.1 Sozialraum
5.1.2 Lebenswelt
5.1.3 Sozialökologische Zonen
5.2 Digitale Medien als Mitverursacher für Bewegungsmangel
6 Wohlbefinden
6.1 Subjektives und objektives Wohlbefinden
6.2 Körperliche Aktivität und Gesundheitszustand
6.3 Körperliche Aktivität und Ausgeglichenheit
7 Abschlussreflexion
7.1 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
7.2 Appell an die soziale Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von körperlicher und sportlicher Aktivität für die Entwicklung und das Wohlbefinden von Grundschulkindern in der heutigen, zunehmend digital geprägten Lebenswelt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, ob durch Bewegungsförderung eine Steigerung des kindlichen Wohlbefindens erreicht werden kann und welche Rolle die Soziale Arbeit dabei einnimmt.
2.1 Bewegung als kindliches Grundbedürfnis
Bewegung ist ein Grundbedürfnis von Kindern. Wie bereits in Kapitel 1 erwähnt, sind Menschen sogar schon vor der Geburt eng mit Bewegung verbunden. Weiterhin ist die aktive Bewegung ein Bedürfnis und ein Drang, welcher auf neurobiologischer Ebene erforscht werden kann. Transmitterüberschüsse, wie zum Beispiel des Glückshormons Dopamin, führen bei Kindern zu einem intensiveren Bewegungsdrang als bei Erwachsenen. Darüber hinaus sind eine ausgeprägte Tätigkeit des Pallidums (bestimmte Region innerhalb der Großhirnrinde), sowie ein erhöhter Vorrat an Eiweißspeichern dafür verantwortlich, dass sich Kinder mehr bewegen als Erwachsene (vgl. Weineck 2004, zit. nach Rauschert 2017, S. 6). Es wird deutlich, dass eine hohe Bewegungsaktivität in der Entwicklung eines Kindes durch die Biologie des Menschen prädestiniert ist. Das macht Bewegung zu einem anthropologischen Grundbedürfnis.
Je älter das Kind wird, desto mehr kann es sich aktiv bewegen – beispielsweise wenn es lernt zu laufen. Dann ist auch das Erkunden der Umwelt mit aktiver Bewegung eng verknüpft, denn Kinder laufen, um immer mehr Dinge zu entdecken. Sie nehmen ihre Umwelt als Bewegungswelt wahr, auch wenn diese nicht für Bewegung konzipiert ist (vgl. Zimmer 2008, S. 14). Kinder sehen also in unterschiedlichsten Situationen und Orten, Möglichkeiten für Bewegung. Dabei können sie ihre Phantasie benutzen, um eine Fülle an Bewegungsoptionen auszuprobieren. Dieses Verhalten muss nicht belohnt oder durch Manipulation herbeigeführt werden, sondern passiert automatisch in der Entwicklung. Durch Bewegung setzen Kinder sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander und lernen dabei sich selbst und die Gesetzmäßigkeiten der Umwelt kennen (vgl. Zimmer 2013, S. 9).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Bewegung als anthropologisches Grundbedürfnis ein und thematisiert das Spannungsfeld zwischen Bewegungsarmut und digitaler Mediennutzung bei Grundschulkindern.
2 Bewegung in der Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert die neurobiologischen Grundlagen des Bewegungsdrangs sowie die Auswirkungen von Bewegung auf kognitive Fähigkeiten, Motorik, körperliche Gesundheit und soziale Entwicklung.
3 Der Einfluss von Bewegung auf die Entwicklung des Selbst: Hier wird der Zusammenhang zwischen Bewegungserfahrungen, der Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts, der Selbstwirksamkeit sowie den negativen Folgen von Bewegungsmangel analysiert.
4 KiGGS-Studie: Dieses Kapitel stellt die Methodik und für die Arbeit relevanten Ergebnisse der KiGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) hinsichtlich Bewegungsverhalten und Adipositas vor.
5 Bewegung von Grundschulkindern heute und Möglichkeiten zur weiteren Gestaltung von Bewegung: Es werden verschiedene Bewegungsräume wie Sozialraum, Lebenswelt und sozialökologische Zonen sowie der Einfluss digitaler Medien als Mitverursacher von Bewegungsmangel untersucht.
6 Wohlbefinden: Das Kapitel definiert subjektives und objektives Wohlbefinden und untersucht deren enge Wechselbeziehung mit körperlicher Aktivität und innerer Ausgeglichenheit.
7 Abschlussreflexion: Diese fasst die Kernergebnisse zusammen und richtet einen Appell an die Soziale Arbeit, in allen Lebensbereichen aktiv zur Bewegungsförderung von Kindern beizutragen.
Bewegung, Grundschulkinder, kindliche Entwicklung, Wohlbefinden, Bewegungsmangel, KiGGS-Studie, körperliche Aktivität, digitale Medien, Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit, soziale Arbeit, Medienkonsum, Gesundheitsförderung, Psychomotorik, motorische Entwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der essenziellen Bedeutung von Bewegung für die ganzheitliche Entwicklung und das Wohlbefinden von Grundschulkindern sowie den Herausforderungen durch einen zunehmenden Bewegungsmangel im digitalen Medienzeitalter.
Die zentralen Themenfelder umfassen die physiologischen und kognitiven Wirkungen von Bewegung, die Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung (Selbstkonzept/Selbstwirksamkeit), die Analyse der aktuellen Bewegungssituation mittels der KiGGS-Studie sowie die Rolle von Institutionen und Lebenswelt.
Das primäre Ziel ist es herauszuarbeiten, ob durch die Förderung körperlicher Aktivität das Wohlbefinden von Grundschulkindern gesteigert werden kann und wie die Soziale Arbeit diese Prozesse unterstützen kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse sportwissenschaftlicher und pädagogischer Erkenntnisse, ergänzt durch die Auswertung aktueller statistischer Daten der KiGGS-Langzeitstudie.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Bewegungsentwicklung, die Analyse der aktuellen Datenlage zum Bewegungsverhalten, die Untersuchung von Bewegungsräumen und digitalen Einflüssen sowie eine detaillierte Betrachtung des subjektiven und objektiven Wohlbefindens.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bewegungsmangel, Kindliche Entwicklung, Wohlbefinden, Soziale Arbeit, KiGGS-Studie, Medienkonsum und Bewegungsförderung charakterisieren.
Im Grundschulalter findet ein bedeutender Entwicklungsschub motorischer Fähigkeiten statt. Zudem ist es eine kritische Phase für die Formung abstrakten Denkens und die Ausbildung eines stabilen Selbstkonzepts durch physische Erfolgserlebnisse.
Digitale Medien führen häufig zu einem sitzenden Lebensstil, einer Einengung des kindlichen Bewegungsraumes und einer Überforderung durch Informationsflut, was Stresssymptome auslösen und die natürliche Verarbeitung von Reizen verhindern kann.
Der Autor fordert ein gesellschaftskritisches Vorgehen der Sozialen Arbeit, das Bewegung aktiv als notwendiges Gegengewicht zum Medienkonsum fördert und Kindern in allen sozialökologischen Zonen (z.B. Schule, offene Jugendarbeit) Gelegenheiten zur natürlichen Bewegung bietet.
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