Bachelorarbeit, 2018
74 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Reihengeschäft nach dem Umsatzsteuergesetz
2.1 Definition des Reihengeschäfts
2.1.1 Tatbestandsmerkmale
2.1.1.1 Beteiligte
2.1.1.2 Gegenstand
2.1.1.3 Umsatzgeschäfte
2.1.1.4 Unmittelbare Warenbewegung
2.2 Rechtsfolge
2.3 Ortsbestimmung
2.4 Sonderformen des Reihengeschäfts
2.4.1 Innergemeinschaftliches Reihengeschäft
2.4.2 Innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft
2.4.3 Reihengeschäft mit Drittlandsbezug
3 Entstehung und Entwicklung
4 Aktuelle Rechtslage
4.1.1 Zuordnung der Warenbewegung nach deutschem Recht
4.1.2 Zuordnung der Finanzverwaltung auf Basis des UStAE
4.1.2.1 Warenbewegung durch den ersten Unternehmer
4.1.2.2 Warenbewegung durch den letzten Abnehmer
4.1.2.3 Warenbewegung durch einen Abnehmer in der Reihe
4.1.2.3.1Gesetzliche Vermutungsregel
4.1.2.3.2Zuordnungswahlrecht
4.1.3 Zuordnung im Sinne des Unionsrechts
4.1.3.1 Auf Basis der EuGH-Entscheidung ggü. Euro Tyre
4.1.3.2 Auf Basis der EuGH-Entscheidung ggü. VSTR)
4.1.3.3 Zusammenfassend
5 Ergänzende Europäische Rechtsprechung
5.1 Kreuzmayr
5.2 Toridas
5.3 EMAG Handel Eder oHG
6 Nationale Rechtsprechung / Umsetzung
6.1 Interpretation des BFH, V. Senat, auf Basis von Euro Tyre
6.2 Interpretation des BFH, XI. Senat, auf Basis von VSTR
6.3 Nationales vs. unionsrechtliches Zuordnungskonzept
7 Auswirkung
7.1 Neuregelung von Reihengeschäften
7.2 Formulierungsvorschläge im Einzelnen
7.3 Stellungnahmen und Alternativen
7.4 Ausführung
8 Mehrwertsteueraktionsplan der Europäischen Kommission
8.1 Rechtslage ab 01.01.2019
8.1.1 Zertifizierter Steuerpflichtiger
8.2 Vereinfachung der Reihengeschäfte
8.3 Vereinfachung des Nachweises für die Beförderung
8.4 Rechtslage ab 01.07.2022
9 Stellungnahmen und Kritik
10 Fazit
Die Arbeit analysiert die umsatzsteuerliche Zuordnung der bewegten Lieferung bei Reihengeschäften unter kritischer Betrachtung der nationalen deutschen Regelungen im Vergleich zur europäischen Rechtsprechung des EuGH. Das Hauptziel ist die Untersuchung, wie in grenzüberschreitenden Lieferketten Rechtssicherheit bei der Bestimmung der steuerbefreiten innergemeinschaftlichen Lieferung erreicht werden kann, insbesondere angesichts divergierender Auffassungen zwischen Finanzverwaltung und Gerichtshof.
4.1.3.1 Auf Basis der EuGH-Entscheidung ggü. Euro Tyre
Erstmals wurde der EuGH im Jahr 2010 zu einer Stellungnahme der Warenbewegungszuordnung bei einem innergemeinschaftlichen Reihengeschäft aufgefordert, nachdem dies im Urteil zu EMAG nicht weiter ausgeführt wurde und es unionsrechtlich keinen Ansatz gab. Da dieses Urteil jedoch keine Klarheit schaffte, sorgt dies noch heute für enorme Schwierigkeiten angesichts der möglichen Interpretationen. Insbesondere daher, da die Schlussfolgerung des EuGHs von dem V. und dem XI. Senat des BHF anders aufgefasst wird. Es ist daher nicht verwunderlich, dass diese Entscheidung in diversen Aufsätzen kritisiert wird.
In der Rechtssache vom 16.12.2010 ging es um die niederländische Euro Tyre Holding BV (A), welche Waren an den einen belgischen Ersterwerber (B) verkauften. Diese wiederum veräußerten die Waren an einen weiteren belgischen Erwerber (C). Die Waren wurden in den Niederlanden aus dem Lager der Euro Tyre Holding BV vereinbarungsgemäß von B abgeholt und unmittelbar auf eigene Rechnung zu C transportiert. Noch vor dem Transport wurden die Waren von B an C verkauft. Der Fahrer der Waren wies A aus, dass die Waren nicht zu B befördert werden, sondern unmittelbar nach Belgien zu C. Sowohl der Fahrer als auch das Fahrzeug wurden von C gestellt, B jedoch in Rechnung gestellt. Die Abholung der Waren geschah unter Verwendung der belgischen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer von B.
Die Frage war nun jedoch, wem die bewegte Lieferung zugeordnet werden solle, da A ihre Lieferung als innergemeinschaftliche Lieferung ansah und daher die Steuerbefreiung dafür forderte.
Das Konzept, bei welchem nur einer, von zwei aufeinanderfolgenden Lieferungen mir einer Warenbewegung, die innergemeinschaftliche Lieferung zuzurechnen sei, behielt der EuGH gem. seinem Standpunkt bei EMAG bei. Unbeachtlich sei hierbei die Reihenfolge, in welcher die Umsatzgeschäfte getroffen wurden. Dies zeigt sich in dem vorliegenden Urteil, da zeitlich die Bestellung der Waren von B an A vor dem Umsatzgeschäft zwischen B und C getroffen wurde.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die mangelnde Rechtssicherheit bei grenzüberschreitenden Reihengeschäften innerhalb der EU und die daraus resultierenden Differenzen zwischen nationaler Finanzverwaltung und europäischer Rechtsprechung.
2 Reihengeschäft nach dem Umsatzsteuergesetz: Dieses Kapitel definiert die rechtlichen Grundlagen und Tatbestandsmerkmale des Reihengeschäfts gemäß § 3 Abs. 6 UStG sowie dessen Sonderformen.
3 Entstehung und Entwicklung: Der historische Abriss beleuchtet die Entwicklung der Reihengeschäftsregelung in Deutschland von 1934 bis zum heutigen Umsatzsteuergesetz.
4 Aktuelle Rechtslage: Es wird detailliert analysiert, wie die Zuordnung der Warenbewegung nach deutschem Recht sowie durch den EuGH erfolgt, wobei insbesondere die EuGH-Entscheidungen Euro Tyre und VSTR im Fokus stehen.
5 Ergänzende Europäische Rechtsprechung: Dieses Kapitel behandelt weitere wegweisende Urteile des EuGH, darunter die Rechtssachen Kreuzmayr, Toridas und EMAG Handel Eder oHG.
6 Nationale Rechtsprechung / Umsetzung: Hier wird die unterschiedliche Interpretation der EuGH-Vorgaben durch den V. und XI. Senat des BFH untersucht und dem nationalen Zuordnungskonzept gegenübergestellt.
7 Auswirkung: Das Kapitel befasst sich mit den Reaktionen der Finanzverwaltung auf die Rechtsprechung, insbesondere dem geplanten, aber letztlich nicht weiterverfolgten Gesetzesentwurf für einen § 3 Abs. 6a UStG-E.
8 Mehrwertsteueraktionsplan der Europäischen Kommission: Die aktuellen Reformbemühungen der EU zur Einführung eines definitiven Mehrwertsteuersystems und die Rolle des „zertifizierten Steuerpflichtigen“ werden hier erörtert.
9 Stellungnahmen und Kritik: Die kritische Auseinandersetzung von Wirtschaftsverbänden und Steuerberaterkammern mit den Reformvorschlägen der EU wird zusammengefasst.
10 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der aktuellen Rechtsunsicherheit und der Forderung nach einer unionsweit einheitlichen Regelung zur Vermeidung von Doppel- oder Nichtbesteuerung.
Reihengeschäft, Umsatzsteuergesetz, bewegte Lieferung, ruhende Lieferung, EuGH, Verfügungsmacht, innergemeinschaftliche Lieferung, Transportverantwortung, Mehrwertsteueraktionsplan, zertifizierter Steuerpflichtiger, Vorsteuerabzug, Rechtsunsicherheit, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, BFH, Mehrwertsteuersystemrichtlinie.
Die Arbeit befasst sich mit der umsatzsteuerlichen Behandlung von Reihengeschäften, bei denen mehrere Unternehmer über denselben Gegenstand Geschäfte abschließen, es jedoch nur zu einer physischen Warenbewegung kommt.
Im Zentrum stehen die Zuordnung der Warenbewegung, der Ort der Lieferung sowie die Abgrenzung von bewegten und ruhenden Lieferungen im nationalen und europäischen Kontext.
Das Ziel ist die kritische Analyse der aktuellen Rechtslage und die Untersuchung, wie eine rechtssichere und unionskonforme Zuordnung der Lieferungen in einer Reihe erreicht werden kann.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine tiefgehende juristische Analyse von Gesetzestexten, Verwaltungsanweisungen sowie der aktuellen nationalen und europäischen Rechtsprechung.
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Konzepte der Finanzverwaltung und der Gerichte (BFH und EuGH), erörtert die aktuelle Entwicklung durch den Mehrwertsteueraktionsplan und bewertet Reformvorschläge.
Reihengeschäft, Zuordnung der Warenbewegung, Verfügungsmacht, EuGH, Mehrwertsteuerrecht und Rechtssicherheit.
Deutschland stellt primär auf die Transportverantwortung ab, während der EuGH das Kriterium der Verfügungsmacht über den Gegenstand als maßgeblich für die Zuordnung der bewegten Lieferung ansieht.
Die Zertifizierung könnte laut Verbänden zu einer Zweiklassengesellschaft führen und insbesondere kleinere Unternehmen durch hohen administrativen Aufwand und fehlende Ressourcen benachteiligen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

