Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Relevanz und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Genossenschaften
2.1 Rechtliche Grundlage
2.2 Genossenschaftsprinzipien
2.3 Abgrenzung der Genossenschaften von anderen Unternehmensformen
2.4 Erscheinungsformen der Genossenschaft
3. Controlling
3.1 Controlling-Begriff
3.2 Funktionen des Controllings
3.3 Übertragbarkeit des Controllings auf andere Unternehmensformen
3.4 Zweck und Aufgaben des Controllings
4. Genossenschaftliches Controlling
4.1 Transferierung des klassischen Controllings auf die Unternemensform der Genossenschaften
4.2 Der Einsatz klassischer Controlling-Instrumente im genossenschaftlichen Sektor
4.2.1 Genossenschaftliches Finanzcontrolling
4.2.2 Genossenschaftliches Investitionscontrolling
4.2.3 Benchmarking in Genossenschaften
4.2.4 Berichte und Kennzahlen
4.3 Genossenschaftsspezifische Controlling-Instrumente
4.3.1 Förderplan und Förderbericht
4.3.2 Konzept des MemberValues
4.3.3 Genossenschaftliche Balanced Scorecard
5 Fazit
Die Arbeit analysiert die besonderen Anforderungen an das Controlling in Genossenschaften und untersucht, wie klassische sowie genossenschaftsspezifische Instrumente eingesetzt werden können, um den Förderauftrag der Mitglieder langfristig zu sichern und das Management zu unterstützen.
4.3.1 Förderplan und Förderbericht
Das von Boettcher im Jahre 1980 mit dem Ziel des Entgegenwirkens der Entdemokratisierung entworfene Modell aus Förderplan und Förderbericht wurde später zum Gesamtkonzept des sog. Förderauftragscontrollings weiterentwickelt. Das Ermöglichen, Fördern und Beleben der Herausbildung gemeinschaftlicher Interessen und Wünsche innerhalb der Mitgliedergruppe und der Beaufsichtigung der Führung mit Hilfe kooperativer und auf Demokratie ausgerichteter Richtlinien ist Ziel der Konzepte des Förderplans und Förderberichts. Auf eine vorhergegangene aufsichtsratsinterne Besprechung folgt die Entscheidungsfindung in der Mitgliederversammlung, wobei durch Abstimmung über die zu realisierenden und zur Verfügung stehenden Umsetzungsmaßnahmen zur Förderauftragserfüllung entschieden wird. Mit dieser Befragung der Mitglieder liegt ein Punkt zum Aufgreifen dieses bedeutenden Controlling-Aspekts vor, denn um ein Eingehen auf die Mitgliedererwartungen und -interessen möglich zu machen, werden von der Genossenschaftsleitung operativ wie auch strategisch bedeutsame Daten benötigt. Aus diesen Informationen wird anschließend ein sog. Förderplan verfasst, welcher die von der Gesamtheit der Mitglieder mehrheitlich gewählten und somit zu verfolgenden Ziele vorgibt.
Der Förderplan ist durch die Managementebene zu erstellen und sollte Vorteile bezüglich der Kosten oder des Wettbewerbs enthalten. Auch eine eventuell intendierte Idealförderung ist im Plan festzuhalten. Die Möglichkeit zur Überprüfung der dokumentierten Zielvorgaben bildet die Grundlage des Konzepts und ist zwingende Notwendigkeit. So dürfen die Pläne nicht unpräzise oder unverbindlich skizziert werden, sondern müssen mit Hilfe numerischer Wertvorgaben konkret benannt werden.
1 Einleitung: Beleuchtung der Relevanz und Problemstellung sowie Definition der Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Krisen.
2 Genossenschaften: Rechtliche Einordnung, Grundprinzipien, Abgrenzung zu anderen Unternehmensformen und Darstellung der verschiedenen Erscheinungsformen.
3. Controlling: Erläuterung des Controlling-Begriffs, der Funktionen, Aufgaben sowie der Übertragbarkeit auf verschiedene Unternehmensformen.
4. Genossenschaftliches Controlling: Detaillierte Betrachtung der Transferierung des klassischen Controllings, des Einsatzes erprobter Instrumente sowie der speziellen genossenschaftlichen Steuerungsmethoden.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Controlling-Instrumente zur Sicherung des Förderauftrags und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung dieser Methoden.
Controlling, Genossenschaften, Förderauftrag, Mitgliederförderung, MemberValue, Förderplan, Förderbericht, Balanced Scorecard, Genossenschaftsprinzipien, Finanzcontrolling, Investitionscontrolling, Benchmarking, Identitätsprinzip, Transparenz, Unternehmensführung
Die Arbeit widmet sich der Analyse von Controlling-Anforderungen in Genossenschaften und untersucht, welche Instrumente geeignet sind, um den genossenschaftlichen Förderauftrag effektiv zu unterstützen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Prinzipien der Genossenschaft, den allgemeinen Controlling-Grundlagen sowie der Adaption dieser Konzepte an die spezifische Struktur der Mitgliederförderung.
Das Ziel ist es, Chancen und Schwierigkeiten von Controlling-Tätigkeiten in Genossenschaften aufzuzeigen und Lösungsansätze für eine professionelle, mitgliederorientierte Unternehmensführung zu liefern.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Literaturrecherche basiert, um klassische Management-Instrumente mit genossenschaftlichen Besonderheiten zu verknüpfen.
Im Hauptteil werden sowohl klassische Controlling-Instrumente wie Finanz- und Investitionscontrolling als auch spezielle Instrumente wie der Förderplan, der Förderbericht und die Balanced Scorecard im genossenschaftlichen Kontext erörtert.
Zentrale Begriffe sind Genossenschaftliches Controlling, Förderauftrag, MemberValue sowie die Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und der Förderung der Mitglieder.
Im Gegensatz zu gewinnorientierten Unternehmen steht bei der Genossenschaft die Förderung des Mitglieds im Zentrum, was das Controlling zwingt, neben wirtschaftlichen Kennzahlen auch den sozialen und kulturellen Fördererfolg messbar zu machen.
Das MemberValue-Konzept operationalisiert den Förderauftrag und macht den Gesamtwert der unternehmerischen Tätigkeit für die Mitglieder sichtbar, wodurch Informationsasymmetrien zwischen Management und Mitgliedern verringert werden.
Der Förderplan ist ein zentrales Steuerungsinstrument, das durch die Managementebene erstellt wird, um die von den Mitgliedern gewählten Ziele konkret festzulegen und deren Einhaltung messbar zu machen.
Da eine konventionelle Balanced Scorecard primär auf finanzielle Aspekte ausgerichtet ist, muss sie für Genossenschaften um eine explizite Mitgliederperspektive ergänzt werden, um dem Kernauftrag der Organisation gerecht zu werden.
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