Masterarbeit, 2018
73 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Textverständnis
2.1 Entwicklung von Lesekompetenz
2.1.1 Vorläuferfertigkeiten des Lesens
2.1.2 Ebenen des Leseverständnisses
2.2 Textverarbeitung: Von der Wahrnehmung zum Verständnis
2.2.1 Textoberfläche
2.2.2 Textbasis
2.2.3 Mentales Modell
2.2.4 Globale Kohärenzbildung und Inferenzen
3 Perspektivenübernahmefähigkeit und Theory of Mind
3.1 Der Begriff Perspektivenübernahme
3.2 Die sozial-kognitive Perspektivenübernahme
3.3 Theory of Mind als Vorläufer für die Perspektivenübernahme
3.4 Perspektivenübernahme und Sozialverhalten
4 Zusammenhang von Perspektivenübernahme und Textverständnis
5 Fragestellung und Hypothesen
6 Methode
6.1 Forschungsdesign
6.2 Sozialkompetenztraining durch das Projekt »Soziales Lernen«
6.3 Operationalisierung der abhängigen Variablen
6.3.1 Vorgehen
6.3.2 Perspektivenübernahme
6.3.3 Textverständnis – ELFE-Test
6.4 Durchführung
6.4.1 Prätest
6.4.3 Posttest
6.5 Stichprobe
7 Ergebnisse
7.1 Deskriptive Ergebnisse
7.1.1 Perspektivenübernahme
7.1.2 Textverständnis
7.2 Testung der Hypothesen
8 Diskussion
8.1 Ergebnisinterpretation
8.2 Methodenkritik
8.3 Ausblick
9 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit ein Sozialkompetenztraining bei Grundschulkindern die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme fördern und indirekt das Textverständnis positiv beeinflussen kann.
1 Einleitung
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Diese humoristische Redewendung wird wahrscheinlich jeder (deutschsprachige) Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal zu hören bekommen, wenn nicht sogar selbst verwenden. Doch längst nicht jedem ist bewusst, wieviel Bedeutung hinter dieser Aussage steckt. Lesen ist eine Schlüsselqualifikation, die uns die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht (Artelt, Stanat, Schneider & Schiefele, 2001). Ob auf Werbeplakaten, Anzeigetafeln oder Straßenschildern, geschriebene Sprache ist praktisch unumgänglich und wird häufig automatisiert und ohne große Mühe verarbeitet. Gleichermaßen verhält es sich mit Textnachrichten, Zeitungsartikeln und Büchern, welche sowohl der Kommunikation und Wissensaneignung als auch der Unterhaltung dienen. Dabei werden nicht nur Informationen und Fakten, sondern ebenso Wertvorstellungen, Ideen und kulturelle Inhalte vermittelt (Oerter, 1999).
Insbesondere in der heutigen Zeit, die geprägt ist durch den Übergang von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft, ist die Fähigkeit zu lesen bedeutender denn je. Lesekompetenz ist eine notwendige Voraussetzung, um sowohl gesellschaftlichen als auch persönlichen Ansprüchen gerecht zu werden, sei es als Fähigkeit zu Lernen oder um innerhalb einer Lesekultur Freunde zu finden (Bos, Tarelli, Bremerich-Vos, & Schwippert, 2012). Demnach sollte der Umgang mit Texten und Büchern schon frühzeitig ermöglicht und in den Alltag integriert werden. Obwohl manche Kinder schon vor der Schule erste Leseerfahrungen sammeln, beginnt das eigentliche Lesenlernen mit Beginn der Grundschulzeit. Neben der Aneignung basaler Lesefertigkeiten sind weitere Kompetenzen erforderlich, um Texte nicht nur entziffern, sondern die Inhalte auch verstehen zu können. Dies stellt insbesondere für Kinder in der Grundschule eine große Herausforderung dar.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation und stellt die Forschungsfrage nach der Förderung durch Sozialkompetenztraining.
2 Textverständnis: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Lesekompetenz, die Ebenen der Textverarbeitung sowie die Rolle der Kohärenzbildung.
3 Perspektivenübernahmefähigkeit und Theory of Mind: Hier werden die Konzepte der Perspektivenübernahme und Theory of Mind definiert und ihre Bedeutung für soziales Verhalten diskutiert.
4 Zusammenhang von Perspektivenübernahme und Textverständnis: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Ansätze und legt dar, warum Perspektivenübernahme für die Konstruktion mentaler Modelle beim Lesen essenziell ist.
5 Fragestellung und Hypothesen: Die Arbeit formuliert die Annahme, dass das Training die Perspektivenübernahme stärkt und somit das Textverständnis verbessert.
6 Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Prä-Post-Kontrollgruppendesign, die Durchführung des Sozialkompetenztrainings und die eingesetzten Testverfahren (ELFE, Chandler-Cartoon).
7 Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Verbesserung der Perspektivenübernahmefähigkeit durch das Training, während die Ergebnisse beim Textverständnis lediglich eine positive Tendenz aufweisen.
8 Diskussion: Die Diskussion interpretiert die Befunde, kritisiert methodische Aspekte wie den Stichprobenumfang und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschung.
9 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass soziale Kompetenztrainings einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Schülerpersönlichkeit und indirekt zur Lesekompetenz leisten können.
Perspektivenübernahme, Textverständnis, Sozialkompetenztraining, Grundschule, Lesekompetenz, Theory of Mind, Soziale Kognition, Leseverarbeitung, ELFE-Test, Chandler-Cartoon, Trainingseffekt, Mentale Modelle, Leseförderung, Sozialverhalten, Inferenzbildung
Die Arbeit untersucht den Einfluss eines klasseninternen Sozialkompetenztrainings auf die Perspektivenübernahmefähigkeit und das Textverständnis bei Kindern der zweiten Klasse.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Lesekompetenz, die sozial-kognitive Perspektivenübernahme sowie der Zusammenhang zwischen mentalen Repräsentationen bei der Textverarbeitung und sozialen Fertigkeiten.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit ein Sozialkompetenztraining die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme trainiert und dadurch indirekt das Textverstehen von Grundschulkindern verbessert.
Die Autorin wählte ein Prä-Post-Kontrollgruppendesign. Dabei wurden zwei zweite Klassen über einen Zeitraum von fünf Wochen (Training für eine Gruppe) untersucht und mittels standardisierter Tests (ELFE 1-6) sowie Bildergeschichten (Chandler, Silbereisen) evaluiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Text- und Perspektivenverarbeitung, die Methodik der Untersuchung und die Auswertung der erhobenen Daten hinsichtlich signifikanter Entwicklungen.
Wichtige Begriffe sind Sozialkompetenztraining, Perspektivenübernahme, Textverständnis, Theory of Mind und Lesekompetenz.
Das Training hatte einen statistisch signifikanten und praktisch großen Effekt auf die Fähigkeit der Kinder, Perspektiven anderer Personen zu übernehmen.
Ein eindeutiger, statistisch signifikanter Effekt auf das Textverständnis konnte nicht nachgewiesen werden, jedoch zeigte sich eine positive Tendenz in der Trainingsgruppe, die über die alterstypische Entwicklung hinausging.
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