Fachbuch, 2018
71 Seiten
1 Vorwort
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Untersuchungsrahmen
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Resozialisierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
3 Aggression verstehen
3.1 Gewalt als Mythos
3.2 Der Trugschluss des Milgram Experiments
3.3 Die Triebkraft des Menschen – Grundbedürfnisse
3.4 Das Motivationssystem
3.5 Der Aggressionsapparat
3.6 Aggression ist konstruktiv und kommunikativ
4 Auf den Lehrer kommt es an
4.1 Grundhaltung und professionelle Identität
4.2 Im Dialog stehen
4.3 Messbarkeit des Erfolgs oder Misserfolgs
4.4 Methodik
4.5 Auf die Einstellung kommt es an
4.6 Unterstützung bei alltäglichen Problemlagen
4.7 Systemisch – Konstruktivistische Haltung als theoretische Grundlage
4.8 Grenzen
5 Umsetzung einer gelingenden Täterarbeit
5.1 Normalisierungsgrundsatz
5.2 Importmodell Norwegen und weiterführende Überlegungen Ungarns
5.3 Good-lives-Ansatz (GLM) als Erweiterung des defizitorientierten Risk-Needs-Responsivity-Modells (RNR)
6 Was ist wichtig für eine gelingende Resozialisierung
6.1 Zusammenfassung
6.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie eine professionelle Beziehungsarbeit in der Resozialisierung straffällig gewordener Menschen als Chance statt als Strafe genutzt werden kann, um die Reintegration zu fördern und Rückfallquoten zu minimieren. Dabei steht die Haltung der Fachkräfte im Mittelpunkt.
3.5 Der Aggressionsapparat
Den Gegenspieler zum bereits vorgestellten Motivationssystem stellt der erwähnte Aggressionsapparat dar. Der über die fünf Sinne erhaltene Input wird im, in verschiedenen Hirnregionen befindlichen, Aggressionsapparat bewertet. So werden die Angstzentren der Mandelkerne und die Insulae - die Ekelzentren angesprochen. Wird die Bedrohung als schwer beurteilt, so erfolgt durch die Angstzentren eine zusätzliche Aktivierung des Stresszentrums im Hypothalamus und des vegetativen Erregungszentrums im Hirnstamm. Es entsteht ein aggressives Potenzial, welches sich dann als Output durch Mimik, Gestik und Stimme nach außen richtet. Bei Säugetieren, vor allem beim Menschen erfolgt, bevor sich die entstandene Aggression nach außen richtet, ein entscheidender Zwischenschritt. Eine neurobiologische Kontrollschleife, die frontlimbische Schleife wird in Gang gesetzt. Im Präfrontalen Cortex, einer Nervenzellstruktur, welcher Informationen zu Folgen aggressiven Handelns für die eigene Person, aber auch für den Adressaten gespeichert hat, wird der erhaltene Impuls verändert. Meist hat das eine Mäßigung, zur Schaffung eines angemessenen Verhältnisses von aggressiver Reaktion und Schaden zur Folge. Es wird also im Voraus abgeschätzt, welche Folgen das, von Aggression geprägte Verhalten im Nachhinein auf die Reaktion und das Verhalten des sozialen Umfeldes, die eigene Person betreffend, haben könnte. Die Abwägung zwischen aufwärtsgerichtetem Aggressionsimpuls, dem „bottom up drive“ und dem mäßigenden Abwärtsimpuls, der „top down control“ des Präfrontalen Cortex erfolgt weitgehend automatisiert und innerhalb kürzester Zeit.
1 Vorwort: Einführung in die Thematik der straffälligen Hilfe und Darlegung des Untersuchungsrahmens der Arbeit.
2 Resozialisierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Beleuchtung der Resozialisierung als gesellschaftliche Notwendigkeit und Analyse der Hindernisse durch öffentliche Meinung und Politik.
3 Aggression verstehen: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Entstehung von Aggression unter Berücksichtigung neurobiologischer Strukturen und deren Widerlegung als spontaner Trieb.
4 Auf den Lehrer kommt es an: Fokus auf die professionelle Haltung der Fachkräfte, die Bedeutung von Dialog und systemisch-konstruktivistischer Arbeit.
5 Umsetzung einer gelingenden Täterarbeit: Vorstellung von praktischen Konzepten wie dem Normalisierungsgrundsatz und dem Good-lives-Ansatz in der Resozialisierungspraxis.
6 Was ist wichtig für eine gelingende Resozialisierung: Synthese der Ergebnisse, Zusammenfassung zentraler Erfolgsfaktoren und Ausblick auf die zukünftige Gestaltung von Resozialisierungsprozessen.
Resozialisierung, Straffälligenhilfe, Beziehungsarbeit, Aggression, Motivationssystem, Präfrontaler Cortex, Soziale Arbeit, Legalprognose, Normalisierungsgrundsatz, Good-lives-Ansatz, Rückfallprävention, Systemisch-konstruktivistische Haltung, Empowerment, Wiedereingliederung, Täterarbeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Beziehungsarbeit bei der Resozialisierung straffällig gewordener Menschen und untersucht, wie professionelle Helfer durch ihre Haltung eine erfolgreiche Wiedereingliederung unterstützen können.
Die Schwerpunkte liegen auf dem neurobiologischen Verständnis von Aggression, der professionellen Grundhaltung, der Bedeutung von Sprache und Dialog sowie der Umsetzung moderner Ansätze wie dem Good-lives-Modell (GLM).
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Fachkräfte durch eine ressourcenorientierte Haltung und moderne Methoden die Wirksamkeit ihrer Arbeit verbessern und Straftäter dabei unterstützen können, ein Leben ohne Straftaten zu führen.
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse, wobei sie aktuelle neurobiologische Erkenntnisse und systemisch-konstruktivistische Ansätze mit praktischen Erfahrungen aus der sozialen Arbeit verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Entstehung von Aggression und die Bedeutung der professionellen Identität bis hin zur konkreten Umsetzung in der Täterarbeit, inklusive internationaler Vorbilder.
Wesentliche Begriffe sind Resozialisierung, Beziehungsarbeit, Aggressionsapparat, systemisch-konstruktivistische Haltung, Good-lives-Ansatz und Legalprognose.
Das Motivationssystem ist laut Autorin die einzige Struktur im Gehirn, die Verhalten verstärken kann. Die Arbeit zielt darauf ab, dieses System durch Vertrauen und soziale Akzeptanz anzusprechen, statt nur repressiv auf Fehlverhalten zu reagieren.
Die Autorin betont, dass die eigene Haltung und das Erleben der Fachkraft direkte Auswirkungen auf die Klienten haben. Eine reflektierte, wertschätzende Selbstachtsamkeit hilft, Burnout vorzubeugen und eine tragfähige, professionelle Arbeitsbeziehung zu erhalten.
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