Masterarbeit, 2018
87 Seiten, Note: 1,00
1 EINFÜHRUNG: DIALEKT IN ROMANEN UND VERWENDUNG DES ‚SCOTS‘
1.1 Zielsetzung, Aufbau, Übersetzungsansatz und Literatur
1.2 Die Autorin Dilys Rose und die Relevanz von Unspeakable
2 DIALEKTÜBERSETZUNG
2.1 Begriffsklärung grundlegender sprachlicher Konzepte
2.1.1 ‚Standard(sprache)‘ oder ‚Standardvariante‘
2.1.2 ‚Varietät‘
2.1.3 ‚Dialekt‘, ‚Idiolekt‘, ‚Regiolekt‘ und ‚Soziolekt‘
2.1.4 Ausgangs- und Zielsprache sowie Kunstdialekt
2.1.5 ‚Scots‘ und lokale Ausprägungen
2.1.6 Scottish (Standard) English
2.2 Dialekt: Bedeutung und Forschungsstand
2.2.1 Weshalb Dialektsprache erhalten werden sollte
2.2.2 Strömungen in der Dialektübersetzung
2.3 Konkrete Beispiele für Übersetzungsstrategien des ‚Scots‘
2.3.1 Trainspotting
2.3.2 Outlander
2.3.3 Fazit zu den Übersetzungen in Trainspotting und Outlander
3 EXKURS: ÜBERTRAGUNG VON KREOLSPRACHEN
3.1 Klärung der Themenfelder ‚Postcolonial‘ und ‚Kreolsprachen‘
3.1.1 ‚Postcolonial Literature‘ und ‚Postcolonial Writing’
3.1.2 ‚Pidgin‘ und ‚Creole‘ bzw. ‚Kreolsprachen‘
3.2 Übersetzung von Kreolsprachen
3.2.1 Besondere Herausforderungen
3.2.2 Übersetzungsstrategien anhand von Beispielen
3.3 Ansatzpunkte für die Dialektübersetzung
4 KUNSTDIALEKT: AUSGANGSDIALEKT UND KONZEPTION IM DEUTSCHEN
4.1 Ausgangspunkt: Analyse des ‚Scots‘ der Ausgangssprache
4.2 Konzeption des Kunstdialektes der Zielsprache
5 UNTERSUCHUNG DES AUSGANGSTEXTES UND WIRKUNG DES ‚SCOTS‘
5.1 Literaturwissenschaftliche Analyse
5.2 Einschätzung des ‚Scots‘ durch Native Speaker
6 ÜBERSETZUNG
6.1 Lozenges for Love: Liebespastillen
6.2 At Lucky Lorimer´s: In Lucky Lorimers Taverne
6.3 Kommentar zur Übersetzung
7 BEWERTUNG DER ÜBERTRAGUNGSMETHODE ‚KUNSTDIALEKT‘
7.1 Entstehungsprozess des Kunstdialektes
7.2 Der Kunstdialekt im Vergleich zu bisherigen Methoden
7.3 Befragung von Lesern und Übersetzern zum deutschen Text
8 FAZIT ZUR METHODE ‚KUNSTDIALEKT‘ UND AUSBLICK
9 BIBLIOGRAPHIE
9.1 Primärliteratur
9.2 Sekundärliteratur
9.3 Internetquellen
10 ANHANG
10.1 Kapitel aus Unspeakable im Original
10.2 E-Mail-Verkehr mit native speaker des ‚Scots‘
10.3 Umfrage unter Übersetzern und Lesern
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der Übersetzung schottischer Dialektsprache (‚Scots‘) im Historienroman "Unspeakable" von Dilys Rose. Das primäre Ziel ist es, eine verfremdende Übersetzungsstrategie mittels eines neu konzipierten Kunstdialektes zu erproben, um eine Wirkungsäquivalenz zu erreichen, ohne dabei auf bestehende, regional verortbare deutsche Dialekte zurückzugreifen.
6.1 Lozenges for Love: Liebespastillen
Es ist ein trüber Sommermorgen. Thomas sitzt neben der offenen Theke für den Straßenverkauf und beschriftet Etiketten für seinen Vater: Odermennig, Amarant, Haselwurz, Schwarze Tollkirsche, Zaunrübe, Quendel-Seide, Fieberkraut, Flohkraut. Er weiß, dass all diese Substanzen sorgsam behandelt werden müssen, ihre lieblich klingenden Namen aber wiederholt er leise für sich. Die Hauptstraße lärmt laut mit dem Gequieke und Gebelle von Tieren, die gerade geschlachtet werden, dem Gekreische eingesperrter Vögel und den heiseren Rufen der Verkäufer, die Wein und Wolle, Körbe und Kraut, Pflaumen und Rattenfallen anbieten.
Buttriges Licht fließt über die Steinplatten. Seine Mutter steht am Ofen und bereitet die Mittagsmahlzeit zu. Katharine lässt die Ärmel aus der Jacke heraus, aus der er schon fast herausgewachsen ist. Anna hält ein Stück Faden über den Kopf der Katze, lässt es baumeln und lacht, als das Tier hochschnellt und nach dem Ende des Fadens hascht. Der vom Tabak verfärbte Finger seines Vaters ruht auf einer Seite im Culpeper, auf welcher die Worte ‚Himmelsarznei‘ mehrere Male auftauchen.
Wisn een ‚Himmelsarznei‘ ? , fragt Thomas, während er auf Zehenspitzen neben seinem Vater steht.
En indrer Nem für Mattiolis Mächtiges Antidot gegen Gift und Pestilenz, antwortet sein Vater. Eenge glaben, es kann die miestn Leeden hielen. Menche denken, es isn Gift und dirch den Imstand, dass es selbs giftig is, kann es indre Gifte ausm Kerper vertreeben. Und manche meenen, es kann dich der giftigen Sinde, die sich deener Seele bemechtigt hat, entledigen. Dis wir ja nun wirklich ne feene Sach.
1 EINFÜHRUNG: DIALEKT IN ROMANEN UND VERWENDUNG DES ‚SCOTS‘: Hinführung zum Thema der Dialektübersetzung in Romanen und Vorstellung der Relevanz von "Unspeakable".
2 DIALEKTÜBERSETZUNG: Theoretische Grundlegung und Überblick über bisherige Ansätze und Methoden der Dialektübersetzung.
3 EXKURS: ÜBERTRAGUNG VON KREOLSPRACHEN: Betrachtung von Kreolsprachen als Vergleichsfeld für Dialektübersetzung und Identifikation methodischer Parallelen.
4 KUNSTDIALEKT: AUSGANGSDIALEKT UND KONZEPTION IM DEUTSCHEN: Analyse des ‚Scots‘ als Ausgangsbasis und Beschreibung des Konzepts für den neuen deutschen Kunstdialekt.
5 UNTERSUCHUNG DES AUSGANGSTEXTES UND WIRKUNG DES ‚SCOTS‘: Literarische Einordnung des Romans und Evaluierung der Wirkung des Dialekts durch Rückmeldungen von Muttersprachlern.
6 ÜBERSETZUNG: Darstellung und Kommentar der praktischen Übersetzung ausgewählter Kapitel aus "Unspeakable".
7 BEWERTUNG DER ÜBERTRAGUNGSMETHODE ‚KUNSTDIALEKT‘: Kritische Reflexion des Arbeitsprozesses und Auswertung der durchgeführten Leser- und Übersetzerbefragung.
8 FAZIT ZUR METHODE ‚KUNSTDIALEKT‘ UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit und Zumutbarkeit der Methode sowie Ansätze für zukünftige Forschung.
Dialektübersetzung, Scots, Kunstdialekt, Unspeakable, Dilys Rose, Literaturübersetzung, Wirkungsäquivalenz, Verfremdung, Kreolsprachen, historische Romane, Übersetzungsstrategien, Minderheitensprachen, Sprachkontakt, Rezeptionsästhetik.
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, den schottischen Dialekt ‚Scots‘ in einer literarischen Übersetzung adäquat in das Deutsche zu übertragen, ohne dabei die spezifische Wirkung des Originals einzubüßen.
Die Themen umfassen die Theorie der Dialektübersetzung, die Untersuchung literarischer Werke als Identitätsträger, Strategien für den Umgang mit Minderheitensprachen und die kreative Entwicklung neuer übersetzerischer Methoden.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob ein künstlich geschaffener Dialekt im Deutschen eine praktikable Lösung bietet, um die Wirkungsäquivalenz bei der Übersetzung von historischem ‚Scots‘ zu wahren.
Die Autorin nutzt eine deskriptive Forschungsanalyse, vergleicht bestehende Übersetzungsstrategien (nach Berezowski und Mühleisen) und wendet eine experimentelle, verfremdende Methode an, die durch eine empirische Umfrage evaluiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische fundierte Konzeption des Kunstdialekts, die konkrete Übersetzung zweier Kapitel aus Roses Roman "Unspeakable" und die detaillierte Bewertung dieser Methode.
Kernbegriffe sind Dialektübersetzung, Kunstdialekt, ‚Scots‘, Wirkungsäquivalenz und verfremdende Übersetzung.
Die Autorin stützt sich auf Friedrich Schleiermachers Gedanken zur verfremdenden Übersetzung, um zu begründen, dass eine Übersetzung nicht das Original kopieren, sondern eine vergleichbare Leseerfahrung in der Zielsprache erzeugen sollte.
Die Umfrage zeigt ein gemischtes Bild: Während viele den Dialekt als spannendes Stilmittel wahrnehmen, berichten einige von verlangsamtem Lesefluss und einer Tendenz, den Dialekt fälschlicherweise mit bestehenden deutschen Dialekten zu assoziieren.
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