Bachelorarbeit, 2018
69 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Andreas von Heyl
3. Was ist der Leib?
3.1 Der Leib in der Bibel
3.2 Die von heylsche Definition des Leibes
3.3 Die Divergenz von Leib und Körper
3.4 Von der Würdigung des Körpers, Körperfeindlichkeit und Körperwahn
4. Was ist die Seele?
4.1 Die Seele in der Bibel
4.2 Von Heyls Definition der Seele
4.3 Die Vulnerabilität der Seele
4.4 Die Verortung der Seele und ihre Konsequenzen
5. Was ist Seelsorge?
5.1 Die Sorge um die Lebenskraft und Lebendigkeit
5.2 Das Verhältnis von Leib und Seele als Zentrum des Seelsorgeverständnisses
6. Recht und Grenze des von heylschen Seelsorgeverständnisses
6.1 Recht des von heylschen Zugangs
6.2 Grenze des von heylschen Zugangs
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem 2014 veröffentlichten Seelsorgeverständnis des Theologen Andreas von Heyl auseinander, wobei der Fokus insbesondere auf der zentralen Bedeutung des Verhältnisses von Seele und Leib liegt.
3.1 Der Leib in der Bibel
In Bezug auf die Bibel ist keine ausdifferenzierte Lehre von der Leiblichkeit bzw. dem Leib des menschlichen Individuums auszumachen (vgl. Schrey 1990, S. 638). Dennoch gibt es Textpassagen im Alten Testament und auch im Neuen Testament, die Aussagen zur menschlichen Leiblichkeit in sich tragen. So ist an erster Stelle der sog. zweite Schöpfungsbericht des 1. Buchs Mose zu nennen, in dem der menschliche Leib von dem Schöpfergott aus der Erde modelliert und ihm ein Lebenshauch eingegeben wird. Dieser Lebenshauch macht die Erdengestalt zu einem lebendigen Wesen, zu einer lebendigen Seele (vgl. Gen 2,7). Anhand dieser Bibelstelle zeigt sich, dass hier eine ganzheitliche Denkweise vorliegt, denn der Mensch wird als Leib-Seele-Einheit geschaffen. Für den evangelischen Theologen Heinz-Horst Schrey ist klar, dass sich aus Gen 2,7 verschiedene Erkenntnisse ableiten lassen, die den menschlichen Leib betreffen. Exemplarisch sei hier genannt, dass dem menschlichen Subjekt durch seine Leibhaftigkeit eine Solidarität mit anderen lebenden Wesen eigen ist. So ist der Leib des Menschen als Medium der Interaktion bzw. Verbindung, durch das die menschliche Seele ihre Beziehungsfähigkeit verliehen bekommt (vgl. Schrey 1990, S. 638).
Im Zuge der Frage nach dem Begriff des Leibes in der Bibel, ist auch die etymologische Nähe der hebräischen Vokabeln für Mensch (adam) und Erde (adāmā) zu bedenken. Nach dem 1. Buch Mose ist dem Leib daher im wahrsten Sinne des Wortes, ein irdischer Charakter zuzuschreiben. Die Frage, ob die AutorInnen des Alten Testaments das Verhältnis von Leib und Geist als uneins erachten (Dichotomie) oder zwischen Seele, Geist und Leib differenzieren (Trichotomie) führt nach Schrey ins Leere, da eine derartige Betrachtungsweise dem alttestamentlichen Denken fremd sei.
1. Einleitung: Diese Arbeit stellt das Ziel einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Seelsorgeverständnis von Andreas von Heyl dar und erläutert die methodische Herangehensweise.
2. Andreas von Heyl: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Abriss des Theologen und kontextualisiert dessen akademische Laufbahn sowie sein Engagement in der praktischen Theologie.
3. Was ist der Leib?: Hier werden die biblischen Grundlagen des Leibbegriffs sowie die spezifische Definition und die Divergenz zwischen Leib und Körper bei von Heyl erörtert.
4. Was ist die Seele?: Dieses Kapitel analysiert das biblische Verständnis der Seele sowie von Heyls Definition, deren Vulnerabilität und die Problematik der Verortung.
5. Was ist Seelsorge?: Inhaltlich wird hier die Sorge um Lebenskraft und Lebendigkeit untersucht, wobei das Verhältnis von Leib und Seele als essenzielles Zentrum der Seelsorge hervorgehoben wird.
6. Recht und Grenze des von heylschen Seelsorgeverständnisses: Das Kapitel reflektiert kritisch über die Stärken und Schwächen des heylschen Ansatzes aus verschiedenen fachwissenschaftlichen Perspektiven.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Antwort auf die Forschungsfrage und reflektiert über das Potenzial sowie die Grenzen des untersuchten Seelsorgekonzepts.
Seelsorge, Andreas von Heyl, Leib, Seele, Leiblichkeit, Ganzheitlichkeit, Lebenskraft, Lebendigkeit, Vulnerabilität, Leib-Seele-Einheit, Praktische Theologie, Ethik, Körperwahn, Menschenbild, Hirntodkriterium
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse des Seelsorgeverständnisses des Theologen Andreas von Heyl, insbesondere mit seinem Verständnis des Verhältnisses von Leib und Seele.
Die Arbeit behandelt die Begriffe Leib und Seele, die seelsorgliche Praxis, die Bedeutung der Lebenskraft sowie ethische Grenzfragen wie das Hirntodkriterium und den Umgang mit dem Körper.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie kann eine kritische Auseinandersetzung mit dem von heylschen Seelsorgeverständnis unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses von Seele und Leib aussehen?
Es handelt sich um eine interdisziplinär angelegte Untersuchung, die exegetische, ethische, medizinische und systematisch-theologische Perspektiven kombiniert.
Der Hauptteil analysiert schrittweise das Leib- und Seelenverständnis von Andreas von Heyl, leitet daraus die Bedeutung für die Seelsorge ab und diskutiert kritisch die Chancen und Grenzen dieses Modells.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Seelsorge, Leib-Seele-Einheit, Ganzheitlichkeit, Lebenskraft, Vulnerabilität und praktische Theologie.
Von Heyl differenziert zwischen dem Leib, dem als belebtes Subjekt eine höhere Würde zukommt, und dem Körper, der häufig als bloßes, objektiviertes "Dienstobjekt" oder Maschine betrachtet wird.
Für von Heyl ist die Verwundbarkeit der Seele ein notwendiges Axiom, da Seelsorge nur dann sinnvoll ist, wenn die menschliche Seele tatsächlich Krisen und eine Einschränkung ihrer Lebendigkeit erfahren kann.
Die Arbeit reflektiert von Heyls kritische Haltung gegenüber dem Hirntodkriterium, da er dieses als mit seinem Verständnis der leib-seelischen Ganzheit unvereinbar betrachtet.
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