Diplomarbeit, 2001
103 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Künstlerisches Gestalten
1.1 Annäherung an einen komplexen Begriff
1.1.1 Künstlerisches Gestalten und Wahrnehmung
1.1.2 Künstlerisches Gestalten und Ästhetik
1.1.3 Künstlerisches Gestalten und Kreativität
1.2 Kunsttherapie
1.2.1 Allgemeine Darstellung der Kunsttherapie
1.2.2 Ansätze in der Kunsttherapie
1.2.3 Kunsttherapie in der Praxis
2. Psychische Erkrankung
2.1 Endogene Psychosen
2.1.1 Schizophrenien
2.1.2 Affektive Störungen
2.2 Persönlichkeitsstörungen
3. Kunstprojekt
3.1 Sozialpädagogische Didaktik/Methodik nach Johannes Schlling - theoretische Darstellung
3.1.1 Konzeptionelle Überlegungen eines Zielgruppen-Konzeptes
3.1.2 Überlegungen zur Auswertung eines Zielgruppen-Konzeptes
3.2 Zielgruppenkonzept für das Kunstprojekt mit psychisch kranken Menschen
3.3 Beschreibung der einzelnen Kunstangeboten
3.4 Reflexion des Kunstprojektes
4. Künstlerisches Gestalten – auch eine Aufgabe sozialpädagogischer Arbeitsfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Möglichkeiten des künstlerischen Gestaltens als pädagogisches Handlungsfeld innerhalb der gemeindepsychiatrischen Arbeit mit psychisch kranken Menschen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie ein solches Projekt unter Berücksichtigung sozialpädagogischer Didaktik und Methodik geplant, durchgeführt und reflektiert werden kann, um sowohl den kreativen Prozess als auch das therapeutische Milieu zu unterstützen.
1.1.1 Künstlerisches Gestalten und Wahrnehmung
Die Innen- und Außenwelt des Menschen ist an die innere und äußere Wahrnehmung gekoppelt. Die Sicht der Außenwelt entsteht u.a. durch das Erfassen dieser über die Sinnesorgane.
Ohne Wahrnehmung gibt es keine Empfindungen und umgekehrt auch nicht. Jeder genügend starke Reiz, der eines unserer Sinnesorgane trifft, erzeugt eine Empfindung ( vgl. Rohracher 1988, S.126 ). „Aus dem Zusammenwirken verschiedener Sinnesempfindungen und dem Wissen, das davon zurückbleibt, entstehen die Dinge, die uns umgeben; dazu kommt noch ihre ‚Bedeutung’: der Sinn, den sie in unserer Welt haben“ ( ebd.).
Die Wahrnehmung spielt eine entscheidende Rolle. Ohne die Wahrnehmung wäre menschliches Verhalten und Erleben nicht möglich. Wir sind auf die Deutungen und Bedeutungen der Wahrnehmung angewiesen, um uns ausdrücken zu können. So ist beispielsweise ein Stück Ton ein Medium, mittels dessen die eigenen Erlebnisse dargestellt werden können. Dies wäre ohne die Wahrnehmung nicht möglich. Die Menschen begegnen der Wirklichkeit über Empfindung und Wahrnehmung.
1. Künstlerisches Gestalten: Definition des Begriffs als kreativer Prozess und Ausdrucksform, verknüpft mit menschlichen Funktionen wie Wahrnehmung, Ästhetik und Kreativität, sowie eine theoretische Einordnung der Kunsttherapie.
2. Psychische Erkrankung: Klinische Beschreibung endogener Psychosen (Schizophrenie) und affektiver Störungen (Depression) sowie verschiedener Persönlichkeitsstörungen als Grundlage für das Verständnis der Zielgruppe.
3. Kunstprojekt: Konzeptionelle und methodische Planung eines Kunstprojekts mit psychisch kranken Menschen basierend auf dem Modell von Johannes Schilling, inklusive detaillierter Beschreibungen einzelner Kunstangebote und deren Reflexion.
4. Künstlerisches Gestalten – auch eine Aufgabe sozialpädagogischer Arbeitsfelder: Abgrenzung und Verortung der künstlerischen Arbeit im sozialpädagogischen Kontext, wobei die Betonung auf der pädagogischen Förderung und nicht auf einer therapeutischen Behandlung liegt.
Künstlerisches Gestalten, Kunsttherapie, Sozialpädagogik, Psychische Erkrankung, Schizophrenie, Depression, Wahrnehmung, Kreativitätsforschung, Didaktik, Methodik, Gruppenarbeit, Ausdrucksform, Persönlichkeitsstörungen, Identitätsfindung, Kunstprojekt
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz künstlerischer Gestaltungsmittel in der sozialpädagogischen Arbeit mit psychisch kranken Erwachsenen in einer gemeindepsychiatrischen Einrichtung.
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung des künstlerischen Gestaltens, klinische Grundlagen psychischer Erkrankungen, die sozialpädagogische Projektplanung und die praktische Durchführung sowie Reflexion von Kunstangeboten.
Das Ziel ist die theoretische und praktische Überprüfung, inwiefern künstlerisches Gestalten als pädagogisches Handlungsfeld zur Stabilisierung und Ausdrucksfähigkeit psychisch kranker Menschen genutzt werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zu psychologischen und kunsttherapeutischen Themen sowie auf ein Projektkonzept nach dem sozialpädagogischen Didaktik-/Methodik-Modell von Johannes Schilling.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Kunsttherapie und Psychopathologie konkrete Planungsschritte, Fallbeschreibungen der Zielgruppe und die Durchführung spezifischer Kunstangebote (Malen, Ton, Gipsbinden) dokumentiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Künstlerisches Gestalten, Kunsttherapie, Sozialpädagogik, Schizophrenie, Depression, Kreativität und Projektplanung charakterisiert.
Die Autorin betont, dass die pädagogische Arbeit auf die Förderung der Handlungskompetenz und Selbsttätigkeit fokussiert, während die Kunsttherapie gezielter an den Ursachen der Störung im Unbewussten arbeitet.
Das Dialogische Gestalten dient als Methode zur nonverbalen Kommunikation, die den Beziehungsaufbau zwischen Teilnehmern oder zwischen Sozialpädagoge und Klient fördert, ohne auf verbale Interpretationen angewiesen zu sein.
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