Magisterarbeit, 2005
118 Seiten, Note: 2,1
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 ZUM BEGRIFF KONVERSION
1.1 Definition
1.2 Gesellschaftliche und raumordnerische Bedeutung
1.3 Akteure der Liegenschaftskonversion in Wünsdorf-Waldstadt
2 METHODIK DER ARBEIT
2.1 Untersuchungsgegenstand
2.2 Herangehensweise
2.2.1 Methodischer Hintergrund
2.2.2 Zu untersuchende Thesen und Hypothesen
3 HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER GARNISONSSTADT UND IHRER UMGEBUNG
4 LAGE UND VERKEHRSRÄUMLICHE ERSCHLIESSUNG
4.1 Großräumliche Lage
4.2 Naturräumliche Lage
4.3 Politisch-administrative Situation
4.4 Verkehrsräumliche Lage
4.4.1 Einbindung in das Straßenverkehrssystem
4.4.2 Einbindung in das Schienenverkehrssystem
4.4.3 Einbindung in das Flugverkehrssystem
5 SITUATION IN DER GARNISONSSTADT NACH ABZUG DER WGT UND ENTWICKLUNGSZIELE
5.1 Planungsrechtliche Situation
5.2 Altlasten
5.3 Sozioökonomische Grundlagen
5.4 Infrastrukturelle und städtebauliche Situation
5.4.1 Gebäudebestand
5.4.2 Technische Infrastruktur
5.5 Ziele der Brandenburgischen Landesregierung
5.6 Wohnungspolitisches Konzept
5.7 Weitere Planungen und Maßnahmenvorhaben
6 GEGENWÄRTIGE SITUATION UND AUSBLICK
6.1 Sozioökonomische Situation
6.2 Infrastrukturelle Situation
6.2.1 Einrichtungen für den Gemeinbedarf
6.2.2 Technische Infrastruktur
6.2.3 Touristische Infrastruktur
6.3 Konversionsfläche im kommunalen Außenbereich
6.4 Städtebauliche Situation
6.5 Quintessenz – Herausforderung für die Stadt Zossen
6.6 Ausblick
7 URSACHEN DES ABWEICHENS ZWISCHEN SOLL- UND IST-ZUSTAND
7.1 Wohnsituation
7.2 Nachfrage an der Konversionsfläche
7.3 Bedeutungsverlust der Nachfrageorientierung
7.4 Kooperationen
7.5 Militärgeschichte des Standorts
8 FAZIT UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR DIE STADT ZOSSEN
8.1 Tabellarischer Vergleich des Soll- und Ist-Zustandes
8.2 Fazit
8.3 Handlungsempfehlungen für die Stadt Zossen
Die Arbeit analysiert kritisch den Liegenschaftskonversionsprozess der ehemaligen Wünsdorfer Garnisonsstadt der Sowjetischen Streitkräfte. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob der Konversionsprozess in Wünsdorf-Waldstadt als "totgeborenes Kind" zu bezeichnen ist oder ob eine zivile Umnutzung unter den gegebenen Voraussetzungen möglich war.
1.1 Definition
„Das zivile Brandenburg wächst um sieben Prozent.“ Diesen Satz hörte man des Öfteren nach dem 12. September 1990, als sich im ´Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland´ in Artikel 4 die UdSSR zum Abzug ihrer Truppen bis Ende 1994 verpflichtete. Infolgedessen und durch die Auflösung der NVA sollten riesige Areale in den Neuen Bundesländern einer militärischen Nutzung nicht mehr unterliegen. Durch die Neuordnung der politischen Strukturen in Europa nach 1989 verringerte sich beträchtlich die Gefahr eines erneuten militärischen Konflikts auf deutschem Boden. Somit benötigte das vereinigte Deutschland weit weniger Standorte für Verteidigungszwecke, was dazu führte, dass trotz eines Anspruches von Seiten des Bundes auf die hinterlassenen Flächen kaum Bedarf bestand.
Nicht nur Ostdeutschland und hier in besonderem Maße das Land Brandenburg, sondern auch die Alten Bundesländer und andere Staaten wie zum Beispiel die USA sind mit der Problematik vertraut, dass militärische Nutzungen auf diversen Flächen aufgegeben wurden. Man spricht von Konversion und meint im engeren Sinne die Umnutzung ehemals militärisch genutzter Flächen für zivile Zwecke. Doch geht Konversion „in ihrer gesellschaftlichen und regionalen Bedeutung weit über die zivile Umwandlung einzelner Objekte und Ressourcen hinaus“ (Kujath/Lindenau, 1995, S.3).
1 ZUM BEGRIFF KONVERSION: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Konversion, definiert ihre verschiedenen Formen und beleuchtet die raumordnerische sowie gesellschaftliche Bedeutung.
2 METHODIK DER ARBEIT: Beschreibt den Untersuchungsgegenstand, die wissenschaftliche Herangehensweise durch Experteninterviews und die zu prüfenden Thesen und Hypothesen.
3 HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER GARNISONSSTADT UND IHRER UMGEBUNG: Skizziert die Entwicklung des Standorts von der bäuerlichen Prägung über die militärische Nutzung bis zur Wendezeit.
4 LAGE UND VERKEHRSRÄUMLICHE ERSCHLIESSUNG: Analysiert die geografische Lage sowie die verkehrliche Anbindung an Straßen-, Schienen- und Flugverkehrssysteme.
5 SITUATION IN DER GARNISONSSTADT NACH ABZUG DER WGT UND ENTWICKLUNGSZIELE: Detailliert die planungsrechtliche Lage, Altlastenproblematik und die formulierten Entwicklungsziele der Landesregierung.
6 GEGENWÄRTIGE SITUATION UND AUSBLICK: Bewertet die sozioökonomische Lage, die aktuelle Wohnsituation sowie die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur.
7 URSACHEN DES ABWEICHENS ZWISCHEN SOLL- UND IST-ZUSTAND: Identifiziert die Gründe für das Scheitern der ursprünglichen Planungsziele, wie falsche Kalkulation und mangelnde Nachfrage.
8 FAZIT UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR DIE STADT ZOSSEN: Führt einen Soll-Ist-Vergleich durch und leitet konkrete Handlungsempfehlungen für die kommunale Akteure ab.
Konversion, Liegenschaftskonversion, Wünsdorf, Waldstadt, Brandenburg, Militärstandort, Stadtentwicklung, Wohnungsleerstand, Wirtschaftsförderung, Landesplanung, Infrastruktur, Standortfaktoren, Zossen, Siedlungsentwicklung, Strukturwandel
Die Arbeit untersucht den Konversionsprozess der ehemaligen sowjetischen Garnisonsstadt Wünsdorf-Waldstadt und analysiert, warum die zivile Nachnutzung hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückblieb.
Es werden insbesondere die sozioökonomische Entwicklung, die städtebauliche Situation, die Altlastenproblematik, die verkehrliche Infrastruktur sowie die Rolle der beteiligten Akteure betrachtet.
Die Hauptforschungsfrage lautet, ob die Liegenschaftskonversion in Wünsdorf-Waldstadt ein "totgeborenes Kind" darstellt, basierend auf einem Soll-Ist-Vergleich der formulierten Ziele.
Die Autor verwendet eine ex-post Evaluation, die durch eine empirische Untersuchung mittels qualitativer Leitfadengespräche mit zehn Experten aus Politik, Planung und Wirtschaft gestützt wird.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Ausgangsbedingungen, die historische Entwicklung, die Bewertung der aktuellen Situation sowie die Ursachenforschung für die Diskrepanzen zwischen Planung und Realität.
Die wesentlichen Begriffe sind Liegenschaftskonversion, Wünsdorf-Waldstadt, Stadtentwicklung, Strukturwandel und Standortkonvertierung.
Die Prognosen basierten auf unrealistischen Annahmen eines massiven Zuzugs aus Berlin; zudem fehlten adäquate Arbeitsplatzangebote und eine attraktive, funktionierende städtische Infrastruktur, um Menschen dauerhaft zu binden.
Die einseitige militärische Prägung über 100 Jahre hinweg erschwert die zivile Nachnutzung, da die Standorte für militärische Bedürfnisse abseits ziviler Zentren geplant wurden und nun kaum in bestehende Siedlungsstrukturen integrierbar sind.
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