Bachelorarbeit, 2005
59 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Das Feindbild
II.1. Wesen und allgemeine Funktionen des Feindbildes
II.2. Das Feindbild im Rahmen des NS-Propagandakonzepts
II.2.1. Propaganda – ihre Bedeutung für die Nationalsozialisten
II.2.2. Entwicklung und Bedeutung des Feindbildes Jude
III. Das Selbstbild der Nationalsozialisten
IV. Die Sprachliche Realisierung des Freund-Feind-Schemas.
IV.1. Zur Geschichte der sprachlichen Realisierung des „Feindbildes Jude“
IV.2. Die sprachliche Gestaltung des Freund-Feind-Schemas im Nationalsozialismus
IV.2.1. Lexikalische Mittel
IV.2.2. Weitere sprachliche Mittel
V. Die Darstellung des Freund-Feind-Schemas in der Berichterstattung der Printmedien am Beispiel der Reichskristallnacht
V.1. Die Reichskristallnacht
V.2. Die Presse
V.3. Korpus, Methoden und Ziele der Untersuchung
V.4. Überregionale Zeitungen
V.4.1. Der Stürmer
V.4.2. Völkischer Beobachter
V.5. Regionale Zeitungen
V.5.1. Rostocker Anzeiger
V.6. Vergleich der Textanalysen
VI. Fazit
VII. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und sprachliche Ausgestaltung eines Freund-Feind-Schemas in der nationalsozialistischen Presse. Das primäre Ziel besteht darin, durch die Analyse ausgewählter Zeitungsberichte zur „Reichskristallnacht“ aufzuzeigen, mit welchen rhetorischen und linguistischen Mitteln die Nationalsozialisten das Bild des jüdischen „Feindes“ formten, um die Masse zu manipulieren und die eigene Ideologie zu festigen.
II.1. Wesen und allgemeine Funktionen des Feindbildes
“Unter Feindbild verstehen wir nicht den Feind oder den Gegner selbst, sondern etwas Drittes, das sich zwischen ihn und uns selbst schiebt, ein Bild, das sich wie alle Bilder aus einer ganzen Anzahl von Komponenten zusammensetzt, die mit dem eigentlichen Objekt oft sehr wenig oder kaum etwas zu tun haben“. Das „Feindbild’ ist das Produkt einer Propaganda, die mit semantischen, optischen und graphischen Mitteln den politisch-ideologischen Gegner dämonisiert, um [in der Regel] die eigene Herrschaft zu legitimieren“.
Grundsätzlich versucht jeder Mensch jegliche kognitive Dissonanz in seiner Persönlichkeit zu beseitigen. Er strebt danach, all seine Handlungen zu rechtfertigen. Richten sich diese Tätigkeiten gegen einen Mitmenschen bzw. gegen eine gesellschaftliche Gruppe, so muss er sowohl der Gesellschaft als auch sich selbst Erklärungen für sein Handeln vorweisen. Schreibt er nun diesem „Gegner“ bestimmte negative Eigenschaften zu und entwickelt so ein Feindbild, so wertet er automatisch sein eigenes Handeln auf und rechtfertigt es.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des gezielten Sprachgebrauchs zur Manipulation des deutschen Volkes ein und legt den theoretischen Rahmen für die Untersuchung des nationalsozialistischen Freund-Feind-Schemas fest.
II. Das Feindbild: Dieses Kapitel erläutert das Wesen von Feindbildern als Propagandainstrument und analysiert deren Integration in Hitlers ideologisches Gesamtkonzept, wobei insbesondere die Entwicklung des antisemitischen Feindbildes fokussiert wird.
III. Das Selbstbild der Nationalsozialisten: Hier wird der Kontrast zwischen der Dämonisierung der „niederen Rassen“ und der Heroisierung des „arischen“ Selbstbildes im militärischen und familiären Kontext dargelegt.
IV. Die Sprachliche Realisierung des Freund-Feind-Schemas.: Dieses Kapitel analysiert die linguistischen Mittel, von der historischen Herleitung antisemitischer Terminologie bis hin zur gezielten Verwendung von Metaphern, Superlativen und Euphemismen im „Dritten Reich“.
V. Die Darstellung des Freund-Feind-Schemas in der Berichterstattung der Printmedien am Beispiel der Reichskristallnacht: Der Hauptteil untersucht die konkrete Umsetzung der Propagandavorgaben in überregionalen und regionalen Zeitungen, basierend auf Berichten zur „Reichskristallnacht“.
VI. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Presseerzeugnisse unabhängig von ihrer Zielgruppe konsistent auf eine emotionalisierte Feindbildkonstruktion setzten und die tatsächlichen gewaltsamen Ereignisse systematisch verschleierten.
VII. Ausblick: Der Ausblick thematisiert die Aktualität der Feindbildthematik und zieht Parallelen zu modernen Entwicklungen in der „westlichen“ Welt im Umgang mit neuen kollektiven Feindbildern.
Nationalsozialismus, Propaganda, Freund-Feind-Schema, Antisemitismus, Feindbild, Reichskristallnacht, Presseanalyse, Sprachmanipulation, Lingua Tertii Imperii, Metaphorik, Entmenschlichung, Euphemismen, Völkischer Beobachter, Der Stürmer, Ideologie
Die Arbeit untersucht die sprachliche Konstruktion und Verbreitung eines spezifischen Freund-Feind-Schemas, das als zentrales Mittel der nationalsozialistischen Propaganda diente, um das deutsche Volk zu manipulieren und den Antisemitismus zu legitimieren.
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Definition von Feindbildern, die linguistische Analyse nationalsozialistischer Sprache (Metaphern, Schlagwörter, Euphemismen) sowie deren praktische Anwendung in der Presseberichterstattung während der NS-Zeit.
Das Hauptziel ist es, aufzudecken, mit welchen rhetorischen Mitteln die nationalsozialistische Presse Ereignisse wie die „Reichskristallnacht“ darstellte, um Gewalt zu rechtfertigen und die Feindbildkonstruktion in den Köpfen der Leser zu manifestieren.
Die Autorin verwendet eine deskriptiv-analytische Methode, die linguistische Kategorisierung (lexikalische Mittel, Metaphorik, agensabgewandte Darstellung) mit einer vergleichenden Textanalyse von Zeitungsartikeln kombiniert.
Der Hauptteil analysiert spezifische Artikel aus den Zeitungen „Der Stürmer“, „Völkischer Beobachter“ und „Rostocker Anzeiger“, um die sprachliche Ausgestaltung des Feindbildes „Jude“ im Kontrast zum idealisierten Selbstbild der „Arier“ aufzuzeigen.
Wichtige Begriffe sind Propaganda, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Feindbild, Sprachmanipulation, Entmenschlichung und die Analyse von pressegeschichtlichen Quellen zur Reichskristallnacht.
„Der Stürmer“ agierte als radikales Hetzblatt mit offener Denunziation, während die untersuchten Artikel im „Völkischen Beobachter“ und im „Rostocker Anzeiger“ die Propaganda oft geschickter und mit subtileren sprachlichen Mitteln in die Berichterstattung einbetteten.
Euphemismen dienten dazu, die brutale Realität der Pogrome zu verharmlosen und die gewalttätigen Übergriffe der Täter als spontane oder notwendige Reaktionen zu tarnen, um das „saubere“ Selbstbild des Regimes aufrechtzuerhalten.
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