Masterarbeit, 2015
119 Seiten, Note: 2,0
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
2. Der klassische Realismus nach Morgenthau
2.1 Der Ursprung des klassischen Realismus
2.2 Die Biographie Morgenthaus als Baustein des klassischen Realismus
2.3 Grundannahmen und Kernthesen des klassischen Realismus
2.3.1 Die sechs Grundsätze des klassischen Realismus
2.3.2 Das „Menschenbild“ des klassischen Realismus
2.3.3 Die „Anarchie“ im klassischen Realismus
2.3.4 „Moral und Völkerrecht“ im klassischen Realismus
2.3.5 Die Bedeutung von „Macht“ im klassischen Realismus
2.3.6 Möglichkeiten zur „Begrenzung der Macht“ im klassischen Realismus
2.3.7 Die „Balance of Power“ im klassischen Realismus
3. Der Neorealismus nach K. N. Waltz
3.1 Der Ursprung des Neorealismus
3.2 Grundannahmen und Kernthesen des Neorealismus
3.2.1 Ein systemtheoretischer Ansatz für das Feld der internationalen Politik?
3.2.2 Die „Anarchie“ im Neorealismus
3.2.3 Der strukturelle Dreisatz nach Waltz: „ordering principle“, „qualities“ und „capabilities“
3.3 Die „Balance of Power“ des Neorealismus
4. Der Kalte Krieg aus der Perspektive des Realismus und des Neorealismus
4.1 Die Formierung der Gegensätze
4.2 Die Entstehung der Machtblöcke und die Eskalation des Ost-West-Konflikts
4.3 Die Ost-West-Polarität in der politischen Ideologie und der Ökonomie
4.4 Eine Zeit der relativen Entspannung?
5. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht die zentralen theoretischen Unterschiede zwischen dem klassischen Realismus nach Hans J. Morgenthau und dem Neorealismus nach Kenneth N. Waltz, um die Forschungsfrage zu beantworten, wie sich die zentralen Analysekategorien beider Denkschulen unterscheiden. Dabei wird analysiert, wie diese Paradigmen den Ost-West-Konflikt theoretisch deuten und welche Erkenntnisse sie über das Handeln von Staaten unter strukturellen Bedingungen liefern.
2.3.2 Das „Menschenbild“ des klassischen Realismus
Von entscheidender Bedeutung für Morgenthaus Theorie ist „das Menschenbild des klassischen Realismus“, denn für ihn seien, so Rohde, die Träger sämtlicher gesellschaftlicher Kräfte immer nur Einzelmenschen und von den Erkenntnissen ihres Wesens aus sollte deshalb das Wesen des Politischen erschlossen werden (vgl. Rohde 2004: 80). Morgenthau vertritt die Ansicht, dass das Streben nach Macht unter kollektiven Bedingungen stark von der Natur des Menschen geleitet werde. „Die Welt, so unvollkommen sie vom Standpunkt der Vernunft aus sein möge, ist das Ergebnis von Kräften, die der menschlichen Natur innewohnen“ (Morgenthau 1963: 49). Wie bereits im ersten Abschnitt beschrieben, entleiht Morgenthau sein Menschenbild vom theologischen Realismus des protestantischen Theologen Reinhold Niebuhr (1892-1971), der dieses Menschenbild in seinem Werk „Moral Man and Immoral Society“ (1932) dargelegt hat, und projiziert es auf die Ebene der Nationalstaaten (vgl. Gu 2000: 42). Bei der Übertragung des menschlichen Wesens auf die Ebene der Nationalstaaten wird eine weitere Grundannahme des Realismus evident, denn für den klassischen Realismus sind Staaten Körperschaften, die ein ähnliches außenpolitisches Verhalten zeigen (vgl. Menzel 2001: 78). Die zentralen Akteure im internationalen Milieu seien nach Ansicht Morgenthaus die Nationalstaaten, wobei auch den führenden Staatsmännern eine große Bedeutung zukomme, denn nur durch die Analyse ihres außenpolitischen Handelns, könne internationale Politik zuverlässig analysiert werden (vgl. Masala 2005: 27).
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Hans J. Morgenthau und Kenneth N. Waltz für die Internationalen Beziehungen und Darlegung der Forschungsfrage sowie der Hypothese der Arbeit.
2. Der klassische Realismus nach Morgenthau: Detaillierte Darstellung der Entstehung, der zentralen Begriffe, des Menschenbildes und der sechs Grundsätze des klassischen Realismus nach Morgenthau.
3. Der Neorealismus nach K. N. Waltz: Untersuchung des strukturellen Realismus, des Übergangs zur Systemtheorie und der zentralen Kategorien Anarchie sowie Capabilities.
4. Der Kalte Krieg aus der Perspektive des Realismus und des Neorealismus: Empirische Anwendung der beiden Theorieansätze auf Ereignisse und Strukturen des Ost-West-Konflikts, wie die Blockbildung und Krisenphasen.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der Hypothese über die Verschiebung der Analysekategorien vom Wesen des Menschen zur Systemstruktur.
Klassischer Realismus, Neorealismus, Hans J. Morgenthau, Kenneth N. Waltz, Internationale Beziehungen, Macht, Anarchie, Sicherheit, Systemstruktur, Kalter Krieg, Ost-West-Konflikt, Balance of Power, Selbsthilfe, Außenpolitik, Staatliches Interesse.
Die Arbeit vergleicht zwei zentrale Theorieansätze der Internationalen Beziehungen – den klassischen Realismus nach Hans J. Morgenthau und den Neorealismus nach Kenneth N. Waltz – und untersucht deren Erklärungsgehalt für internationale Politik.
Die zentralen Themen sind das Menschenbild, Macht, die Struktur des internationalen Systems, Anarchie, Sicherheitsstreben sowie das Konzept der Balance of Power, illustriert am historischen Beispiel des Kalten Krieges.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie sich die zentralen Analysekategorien des klassischen Realismus von denen des strukturellen Neorealismus unterscheiden.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, um die Konzepte beider Paradigmen gegenüberzustellen, ihre logischen Prämissen zu erarbeiten und sie anhand von Fallbeispielen des Ost-West-Konflikts empirisch zu illustrieren.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen beider Schulen separat erarbeitet. Anschließend werden diese auf den Ost-West-Konflikt angewandt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Interpretation der Weltpolitik aufzuzeigen.
Die wichtigsten Begriffe sind Realismus, Neorealismus, Anarchie, Macht, Systemstruktur, Sicherheitsdilemma und internationale Politik.
Während für Morgenthau Macht das primäre Ziel und die Triebfeder menschlichen Strebens ist, definiert Waltz Macht bzw. „Capabilities“ eher als technisches Mittel und Variable zur Sicherung des staatlichen Überlebens im anarchischen System.
Im klassischen Realismus ist die Anarchie ein gegebenes Umfeld, das Machtstreben erfordert. Im Neorealismus hingegen bildet die Anarchie die zentrale Struktur des Systems, die den Staaten „Selbsthilfe“ abverlangt und ihr Verhalten systemisch determiniert.
Beide Theorien greifen auf ihre spezifischen Logiken zurück: Während der klassische Realismus eher auf das Handeln und die Diplomatie einzelner Akteure blickt, erklärt der Neorealismus das Ende eher über strukturelle Veränderungen und ökonomische Grenzen der Machtpotenziale.
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