Bachelorarbeit, 2014
42 Seiten, Note: 1,3
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
Einleitung
1. Der Neorealismus
1.1 Der Ursprung des Neorealismus
1.2 Prämissen und Kernthesen des Neorealismus
1.3 Die Theorie der „Balance of Power“
2. Der Dreißigjährige Krieg – eine Hinführung
2.1 Die Reformationszeit
2.2 Der Verfall der Reichseinheit
3. Der Dreißigjährige Krieg
3.1 Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-1623)
3.2 Dänisch-niedersächsischer Krieg (1623-1629)
3.3 Der Schwedische Krieg (1630-1635)
3.4 Schwedisch-französischer Krieg (1635-1648)
3.5 Der Westfälische Frieden (1648)
4. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die theoretische Anwendbarkeit der Kernthesen des strukturellen Neorealismus nach Kenneth Waltz auf die historischen Phänomene des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Ziel ist es zu prüfen, ob die Konzeption der „Balance of Power“ und neorealistische Systemtheorien in der Lage sind, den Kriegsverlauf und die internationale Akteursdynamik zu deuten und zu erklären.
3.1 Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-1623)
„Auf dem Hradschin, in der Prager Burg hoch über der Moldau, kam es am 23. Mai 1618 zu einem Vorfall, der für die Geschichte des Heiligen Römischen Reiches und ganz Europas in den folgenden dreißig Jahren von größter Bedeutung werden sollte: Protestantische böhmische Adelige stürzten die beiden Statthalter des seit 1611 überwiegend in Wien residierenden Böhmenkönigs Mathias –gleichzeitig Erzherzog von Österreich, Römischer König und Kaiser sowie König von Ungarn – nach heftigen Wortwechsel aus einem Fenster der Böhmischen Kanzlei. Dieser Prager Fenstersturz […] markierte den Beginn des Dreißigjährigen Krieges als eines nicht nur zeitlich zentralen Ereignisses frühneuzeitlicher Geschichte“ (Neuhaus 2010, 227).
Die Stände übernahmen die Regierung in Böhmen und begannen mit der Suche nach Verbündeten, da sie voraussehen konnten, dass der Kaiser diese Provokation nicht ignorieren würde. Den protestantischen böhmischen Adelsständen gelang es, einige nationale Reichsstände für ihre Revolte zu gewinnen. Die einflussreichsten Fürsten waren der Herzog von Savoyen und der Führer der Protestantischen Union, der pfälzische Kurfürst Friedrich. Die böhmischen Adelsstände wählten 1619 Kurfürst Friedrich von der Pfalz zum König, da dieser nicht nur die protestantischen Reichsstände anführte, sondern als Schwiegersohn des englischen Königs und enger Verwandter weiterer europäisch-protestantischer Königshäuser als Garant ausländischer Unterstützung erschien (Kampmann 2008, 36f. und Goertz 2004, 243).
Einleitung: Einführung in die Problematik und Vorstellung der Forschungsfrage, ob der Dreißigjährige Krieg neorealistisch gedeutet werden kann.
1. Der Neorealismus: Detaillierte Darstellung der Theorie nach Kenneth Waltz, einschließlich der Analyseebenen und der Konzeption der Anarchie.
2. Der Dreißigjährige Krieg – eine Hinführung: Historischer Überblick über die Reformationszeit und den Zerfall der Reichseinheit als Wurzeln des Konflikts.
3. Der Dreißigjährige Krieg: Analyse der vier Teilkriege sowie des Westfälischen Friedens unter Anwendung der neorealistischen Thesen.
4. Fazit: Kritische Reflexion der Forschungshypothese und Bewertung der Stärken und Schwächen des Neorealismus bei der historischen Analyse.
Neorealismus, Kenneth Waltz, Dreißigjähriger Krieg, Balance of Power, Anarchie, Sicherheitsdilemma, Machtgleichgewicht, Internationale Beziehungen, Heiliges Römisches Reich, Staatsbildung, Capabilities, Hard Power, Soft Power, Souveränität, Westfälischer Frieden.
Die Arbeit analysiert den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) nicht nur historisch, sondern primär aus der politikwissenschaftlichen Perspektive des Neorealismus, um die Anwendbarkeit moderner Theorieansätze auf frühneuzeitliche Konflikte zu prüfen.
Im Zentrum stehen die Konzepte des strukturellen Neorealismus, das anarchische System der internationalen Beziehungen, das Sicherheitsdilemma von Staaten sowie die Theorie der „Balance of Power“.
Die zentrale Frage lautet, ob die Phänomene des Dreißigjährigen Krieges durch die neorealistischen Konzeptionen nach Kenneth Waltz gedeutet und erklärt werden können.
Es wird eine theoretisch fundierte Literaturanalyse durchgeführt, bei der historische Ereignisse und Akteurskonstellationen des Krieges in Bezug zu neorealistischen Thesen gesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Neorealismus, einen historischen Kontext und die systematische Untersuchung der vier Kriegsphasen sowie des Friedensschlusses von 1648.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Neorealismus, Balance of Power, Anarchie, Sicherheitsdilemma und internationale Machtverhältnisse charakterisiert.
Obwohl der Neorealismus Persönlichkeiten eher ausblendet (Black-Box-Modell), erkennt der Autor an, dass Akteure wie Wallenstein durch ihre spezifischen Machtmittel und ihr Handeln durchaus Akzente im Kriegsverlauf setzen konnten.
Der Neorealismus interpretiert den Westfälischen Frieden als das Ergebnis eines „Balancing“-Prozesses, der in einem Gleichgewicht der Kräfte resultierte, um im anarchischen System das Überleben der Staaten zu sichern.
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