Bachelorarbeit, 2018
26 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Hauptteil
1. Wilhelm von Humboldt
2. Bildungstheorie nach Humboldt
3. Universitätsidee nach Humboldt
3.1 Die drei Einheitsformeln nach Humboldt
3.1.1 Die Einheit von Lehre und Forschung
3.1.2 Die Einheit von Einsamkeit und Freiheit
3.1.3 Die Einheit der Wissenschaften
2.Bildungsrelevanz der Wissensgesellschaft
2.1.Ökonomisierung der Bildung
2.2. Merkmale des gegenwärtigen Bildungsverständnisses gegenüber dem Bildungsideal nach Humboldt
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen dem neuhumanistischen Bildungsideal Wilhelm von Humboldts und den aktuellen Tendenzen der Ökonomisierung moderner Bildungsprozesse in der Wissensgesellschaft, mit dem Ziel zu klären, ob der ursprüngliche Bildungsbegriff zunehmend entfremdet und verkürzt wird.
3.1.1 Die Einheit von Lehre und Forschung
Die Forderung nach der Einheit von Lehre und Forschung durch Humboldt setzt für die Universität als Bildungsinstitution voraus (vgl. Liessmann 2008, S.106), dass der staatliche Eingriff im aufgezeigten Sinne eingeschränkt wird und der Einfluss unmittelbarer gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Absichten auf den Prozess der Wissenschaft verwehrt bleibt (vgl. Schlaeger 2007, S.286). Fragwürdig ist in diesem Sinne die aktuelle Situation, in der diese Einheitsformel der forschenden Lehre keine Verwirklichung erfährt. Entsprechend oppositionelle Reformierungen der Universitäten gefährden damit den Kern der Universitäten (vgl. Liessmann 2008, S.119).
Im Kontrast zu der von Humboldt gedachten Einheitsforderung, welche die Verknüpfung der Lehre zur eigenen Forschung meint, separiert die gegenwärtige Tendenz der graduellen Spezialisierung (vgl. Schlägel 2007, S.289) und Professionalisierung (vgl. Markshies 2010, S. 202) in den Fachdisziplinen die beiden Bereiche und bewirkt demgegenüber das Gegenteilige (vgl. Markshies 2010, S. 202).
Die Semantik der Lehre wird in diesem Kontext auf ihre Kompetenz, die effiziente Zertifizierung und somit den Arbeitsmarkt zu bedienen pointiert (vgl. Schlaeger, S.288); simultan dazu schreitet die Degradierung der zentralen Bedeutung von den Lehrveranstaltungen als Bildungsgrundlage voran (vgl. Liessmann 2008, S.111).
Humboldts theoretische Modellierungen verfolgten eine Bildung zum Ganzen, bei der Forschung und Lehre nicht als Teilung der Aktivitäten zu sehen ist, sondern in der Gemeinschaft von Lehrenden und Studierenden gebündelt werden (vgl. Markschies 2010, S.192). Die bestrebten Reformen jedoch beabsichtigen die Distanzierung der Universität von der Forschung und beschränken sie auf die Lehre (Liessmann 2008, S.119).
1. Wilhelm von Humboldt: Einführung in die Person Humboldt, sein Wirken in der neuhumanistischen Geistesströmung und die zeitgenössische Relevanz seines Bildungsansatzes.
2. Bildungstheorie nach Humboldt: Darstellung des Konzepts der allgemeinen Bildung als Selbstzweck, bei dem der Mensch im Zentrum der aktiven Welterschließung steht.
3. Universitätsidee nach Humboldt: Erläuterung der autonomen Universität als Ort der Selbstentfaltung, die sich dem utilitaristischen gesellschaftlichen Zugriff entziehen soll.
3.1 Die drei Einheitsformeln nach Humboldt: Untersuchung der strukturellen Voraussetzungen für eine freie Wissenschafts- und Bildungskultur.
3.1.1 Die Einheit von Lehre und Forschung: Analyse der Symbiose von forschendem Lernen und Lehren als Abgrenzung zur zweckorientierten Berufsausbildung.
3.1.2 Die Einheit von Einsamkeit und Freiheit: Erörterung der Prinzipien, die das wissenschaftliche Arbeiten als einen geistigen Prozess der freien Entfaltung schützen.
3.1.3 Die Einheit der Wissenschaften: Darstellung der Philosophie als integratives Zentrum für eine ganzheitliche wissenschaftliche Bildung.
2.Bildungsrelevanz der Wissensgesellschaft: Untersuchung der veränderten Anforderungen an das Bildungssystem unter dem Druck ökonomischer Globalisierungsinteressen.
2.1.Ökonomisierung der Bildung: Konkretisierung der ökonomischen Durchdringung des pädagogischen Sektors und der Umdeutung von Bildung zur Ressource.
2.2. Merkmale des gegenwärtigen Bildungsverständnisses gegenüber dem Bildungsideal nach Humboldt: Kontrastierung der heutigen utilitaristischen Praxis mit dem neuhumanistischen Ideal und Analyse der Bologna-Reformen.
Wilhelm von Humboldt, Bildungstheorie, Ökonomisierung, Wissensgesellschaft, Neuhumanismus, Einheit von Lehre und Forschung, Humankapital, Selbstbildung, Utilitarismus, Universität, Bildungsbegriff, Bologna-Reformen, Wissenschaftsfreiheit, Bildung, Selbstzweck.
Die Arbeit analysiert die Veränderungen des Bildungsbegriffs durch die ökonomischen Anforderungen der modernen Wissensgesellschaft im Vergleich zum klassischen Bildungsideal Wilhelm von Humboldts.
Im Zentrum stehen die Bildungstheorie Humboldts, seine Vorstellungen zur Universitätsstruktur und die kritische Auseinandersetzung mit modernen Entwicklungen wie der Ökonomisierung von Bildungsprozessen.
Es soll geklärt werden, ob und inwieweit die moderne Wissensgesellschaft Humboldts Bildungsidee semantisch annektiert hat und ob Bildung von einem Selbstzweck zu einem utilitaristischen Mittel zum Zweck degradiert wurde.
Die Autorin wählt einen geisteswissenschaftlich-kritischen Ansatz, der auf der Analyse bildungstheoretischer Texte und der Kontrastierung historischer Bildungsideale mit zeitgenössischen soziologischen Entwicklungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Humboldts Kerntheorien (Bildung als Selbstentfaltung, Einheitsformeln der Universität) und deren Analyse im Kontext moderner Phänomene wie Wettbewerbsfähigkeit, Effizienzstreben und Modularisierung des Studiums.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Neuhumanismus", "Ökonomisierung", "Wissensgesellschaft", "Selbstzweck" und "Humankapital" definiert.
Sie postulieren die notwendige Verknüpfung von Lehre und Forschung, die Freiheit der wissenschaftlichen Lehre in einer Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden sowie die Einheit der Wissenschaften durch einen philosophischen Ausgangspunkt.
Die Arbeit kritisiert die Bologna-Reformen als Ausdruck eines funktionalisierten Bildungssystems, das durch Standardisierung und Produktivitätsausrichtung das humboldtsche Ideal der selbstverantworteten Bildung einschränkt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

