Bachelorarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Der biographische Kontext Simón Bolívars
2.1 Kindheit, Jugend und Bildung
2.2 Kampf um die Unabhängigkeit und politische Ambitionen
2.3 Bolívar als Staatenlenker
3. Ursachen und Entwicklungen der Unabhängigkeitsbestrebungen
3.1 Zusammensetzung der Bevölkerung und Missstände auf spanischer Seite
3.2 Die französische Herrschaft als Beginn der Separationsbewegung
3.3 Fehlende Einigkeit unter den Amerikanern
4. Bolívars politische Vorstellungen
4.1 Gründe und Voraussetzungen für den Kongress von Angostura
4.2 Bolívars Idealbild eines Staates anhand der Rede von Angostura
4.3 Bewertung und Einordnung seiner Vorstellungen
4.4 Die Entwicklung von Bolívars politischen Vorstellungen im Rückblick
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Vorstellungen Simón Bolívars anhand seiner berühmten Rede von Angostura aus dem Jahr 1819. Ziel ist es, seine Konzepte zur Staatsführung, zum Volkswillen sowie zur Gewaltenteilung kritisch zu analysieren und zu prüfen, inwieweit er demokratische Ideale mit autoritären Tendenzen innerhalb eines südamerikanischen Großstaates verband.
4.2 Bolívars Idealbild eines Staates anhand der Rede von Angostura
In seiner Rede vor den Kongressteilnehmern stellte Bolívar in ausführlicher und rhetorisch geschickter Form seine Ansichten über die politische Zukunft Venezuelas dar und bezeichnete sich dabei selbst als einen wahren Republikaner. Darüber hinaus setzte er seine Vorstellungen für einen Verfassungsentwurf in den Kontext anderer Regierungssysteme aus der Gegenwart und Vergangenheit. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er sich der besonderen Situation der Amerikaner bewusst war und bezog sich auf die koloniale Vergangenheit und die daraus resultierenden Probleme für die Bildung eines unabhängigen Staates.
Bolívar lobte die erste Verfassung Venezuelas für die neuen Errungenschaften wie die Gleichheit unter der Bevölkerung, die Rede- und Pressefreiheit und die Menschenrechte. Dennoch hielt er diese Verfassung für reformbedürftig und forderte zu allererst die Abschaffung der föderativen Verfassung Venezuelas. Ein Land wie Venezuela war in seinen Augen nicht geeignet für den Föderalismus. Seiner Ansicht nach mussten sich das System und die Gesetzte einem Land anpassen und nicht umgekehrt. Bolívar hielt den Föderalismus für ein schwaches und kompliziertes System. Darüber hinaus kritisierte er die Tatsache, dass in der venezolanischen Verfassung der Kongress zum Teil exekutive Gewalt ausübe und er warf dem ersten Kongress vor, sich zu sehr von den einzelnen Provinzen geleitet haben zu lassen. Das Ziel einer gemeinschaftlichen Republik war so unerreichbar geworden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein, beleuchtet die Bedeutung Bolívars für das heutige Venezuela und legt die Forschungsfrage sowie die methodische Herangehensweise dar.
2. Der biographische Kontext Simón Bolívars: Dieses Kapitel zeichnet Bolívars Lebensweg nach, insbesondere seine prägenden Europa-Reisen und seinen Weg vom Militärführer zum Staatenlenker.
3. Ursachen und Entwicklungen der Unabhängigkeitsbestrebungen: Hier werden die sozio-ökonomischen Hintergründe und die tiefsitzenden Missstände innerhalb der spanischen Kolonialgesellschaft als Auslöser der Unabhängigkeitskriege analysiert.
4. Bolívars politische Vorstellungen: Das Hauptkapitel untersucht detailliert Bolívars Verfassungsideen in der Rede von Angostura, inklusive seiner Forderungen nach einem erblichen Senat und einer vierten Moralinstanz.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, inwieweit Bolívars politisches Wirken zwischen republikanischen Idealen und autoritärem Machterhalt oszillierte.
Simón Bolívar, Rede von Angostura, Unabhängigkeitskrieg, Verfassung, Großkolumbien, Aufklärung, Zentralismus, Föderalismus, Pardos, Sklaverei, Gewaltenteilung, Erbsenat, Moralinstanz, Republikanismus, Machtpolitik
Die Arbeit analysiert die politischen Vorstellungen Simón Bolívars, wie sie in seiner Rede von Angostura 1819 formuliert wurden, um seinen Beitrag zur politischen Gestaltung des befreiten Südamerikas einzuordnen.
Im Fokus stehen der Einfluss der Aufklärung auf Bolívar, die soziale Struktur der damaligen Kolonialgesellschaft sowie die Spannung zwischen demokratischem Anspruch und seinem tatsächlichen autoritären Regierungsstil.
Ziel ist es zu klären, ob Bolívar tatsächlich eine demokratische Republik anstrebte oder ob seine Vorschläge, wie etwa eine lebenslange Präsidentschaft, lediglich der Konsolidierung seiner eigenen Macht dienten.
Die Arbeit orientiert sich am klassischen Dreischritt des historischen Verstehens nach Droysen, bestehend aus Heuristik, Kritik und Interpretation von Quellenmaterial.
Der Hauptteil behandelt ausführlich die konkreten Verfassungsentwürfe Bolívars, wie das Zweikammersystem, die Rolle des Erbsenats und die kontroverse Idee einer vierten "Moralinstanz".
Die zentralen Begriffe sind Bolívar, politische Ideologie, Unabhängigkeit, Verfassungsentwurf, Lateinamerika und das Spannungsfeld zwischen Eliteherrschaft und Volkssouveränität.
Bolívar betrachtete den Föderalismus als ein für Venezuela zu schwaches und kompliziertes System, das in der Vergangenheit zum Scheitern der ersten Republik beigetragen habe und keine notwendige Stabilität gewährleiste.
Er forderte eine staatliche "Moralinstanz" nach dem Vorbild des antiken Areopags, die über die Einhaltung von Sitten, Erziehung und moralischer Integrität in Staat und Gesellschaft wachen sollte.
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