Bachelorarbeit, 2018
28 Seiten, Note: 2,7
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
I. Einleitung
II. Begriffsklährung
II. 1 Denken
II. 2 Sprache
III. Whorfs These der sprachlichen Relativität
III. 1 Der Hintergrundcharakter der Sprache
III. 2 Die Grammatik formt den Gedanken
III. 3 Das Prinzip der Sprachlichen Relativität
III. 4 Verschiedene Sprachwelten - Beispiele
III. 4. 1 Unterschiedliche Strukturen Von Sprachen
III. 4. 2 2000 Wörter für Schnee
III. 5 Die Hopi Zeit
III. 6 Starke und schwache Theorien
III. 7 Zusammenfassung des Prinzips der Sprachliche Relativität
IV. Diskussion der Sprachlichen Relativität
IV. 1 Kritik an der Sprachlichen Relativität
IV. 2 Die Struktur unseres Denkens, der Neuwhorfianer J. A. Lucy
IV. 3 Der Inhalt unserer Gedanken
IV. 4 Denken ohne Sprache
V. Weitere Lösungsvorschläge zu der Beziehung von Sprache und Denken
V. 1 Sprache als intermodulares System
V. Schlussbetrachtung
Diese Bachelorarbeit untersucht das Verhältnis zwischen Sprache und Denken unter besonderer Berücksichtigung der These der sprachlichen Relativität nach Benjamin Lee Whorf. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Struktur der gesprochenen Sprache das menschliche Denken beeinflusst und wie sich Sprache auf den Inhalt von Gedanken auswirkt, wobei auch die Abgrenzung von sprachunabhängigem Denken thematisiert wird.
IV. 2 Die Struktur unseres Denkens, der Neuwhorfianer J. A. Lucy
Trotz starker Kritik findet das Sprachliche Relativitätsprinzip auch seine Verteidiger und erlangt Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mit dem Argument die Sprache habe eine strukturierende Wirkung auf den Gedanken und sei deshalb unumgänglich, um bestimmte Gedanken zu fassen, erneut große Bedeutung. Dieses Argument findet seine Fortführung in der These, dass manche Sprachen bestimmte Gedankengänge wahrscheinlicher machen als andere und somit für die Sprecher zugänglicher sind.
John A. Lucy macht in seinen Arbeiten Language diversity and thought (1992a) und Grammatical Categories and Cognition (1992b), den Versuch das Prinzip (der schwachen Version) der sprachlichen Relativität empirisch zu beweisen. Er betrachtet das Prinzip der sprachlichen Relativität als eine vergleichende Hypothese, die deshalb nur vergleichend bewiesen werden könne. Die zu vergleichenden Begriffe seien die Sprache und das Denken, die getrennt voneinander untersucht werden müssten. Es reiche nicht, sich lediglich auf eine reine Analyse sprachlicher Daten zu stützen, um den Zusammenhang von Denken und Sprache zu beweisen. Das vergleichende Parameter stelle bei dieser Untersuchung die Wirklichkeit dar.
I. Einleitung: Einführung in die Debatte um Sprache und Denken, verknüpft mit dem Gedankenexperiment von Newspeak in George Orwells Roman 1984.
II. Begriffsklährung: Definition der zentralen Begriffe Denken und Sprache für den Kontext der vorliegenden Arbeit.
III. Whorfs These der sprachlichen Relativität: Darlegung des Hintergruncharakters der Sprache, der Grammatik als Formgeber des Denkens und des Prinzips der sprachlichen Relativität anhand von Beispielen wie der Hopi-Sprache.
IV. Diskussion der Sprachlichen Relativität: Kritische Auseinandersetzung mit Fishmans Einwänden sowie Vorstellung der empirischen Ansätze von J. A. Lucy und Dan I. Solbin zur schwachen Version der Theorie.
V. Weitere Lösungsvorschläge zu der Beziehung von Sprache und Denken: Vorstellung des Zentralprozessmodularismus nach Carruthers als alternativer Erklärungsansatz.
V. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Stärke und Schwäche der Relativitätsthese sowie Einordnung der Erkenntnisse in Bezug auf das einleitende Orwells-Beispiel.
Sprachliche Relativität, Denken, Benjamin Lee Whorf, Sprachdeterminismus, Grammatik, Kognition, Neuwhorfianer, J. A. Lucy, Dan I. Solbin, Sprachentwicklung, Sprachphilosophie, Newspeak, Sprachstrukturen, intermodulares System.
Die Arbeit untersucht das philosophische und sprachwissenschaftliche Verhältnis zwischen Sprache und Denken, insbesondere die Hypothese, dass unsere Sprache unser Denken beeinflusst oder sogar bestimmt.
Die Themen umfassen die sprachliche Relativitätsthese, die Auswirkungen grammatikalischer Strukturen auf das Weltbild sowie die Frage nach sprachunabhängigen kognitiven Prozessen.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Struktur der Sprache das Denken beeinflusst und ob Sprache den Inhalt unserer Gedanken prägt, ohne dabei in einen unhaltbaren Determinismus zu verfallen.
Die Arbeit nutzt eine kritische Literaturanalyse bestehender sprachphilosophischer Thesen sowie die Auswertung empirischer Studien (u.a. von J. A. Lucy und Dan I. Solbin) zur Untermauerung der schwachen Version der Relativitätsthese.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Whorfs Thesen, die kritische Diskussion durch Fishman, die empirischen Beweisversuche von Lucy und Solbin sowie die Betrachtung modularistischer Ansätze.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Sprachliche Relativität, Kognition, Sprachdeterminismus, Grammatik und Sprachphilosophie definieren.
Die starke Version (Determinismus) besagt, dass die Sprache das Denken absolut bestimmt, während die schwache Version lediglich annimmt, dass die Sprache das Denken beeinflusst und bestimmte Denkstile wahrscheinlicher macht.
Die Arbeit zeigt, dass die unterschiedliche Struktur der Hopi-Sprache, etwa beim Zeitbegriff, die Wahrnehmung der Realität anders ordnet als im Englischen oder Deutschen, was als Beleg für die schwache Version der Relativität dient.
Orwells Newspeak dient als distopisches Modell, um zu veranschaulichen, wie eine gezielte Reduktion von Sprache das Ziel verfolgt, kritisches Denken unmöglich zu machen, was als Ausgangspunkt für die philosophische Fragestellung der Arbeit fungiert.
Ja, unter Berufung auf Carruthers kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass es kognitive Prozesse und intelligentes Denken bei Tieren gibt, die nicht zwingend auf eine natürliche Sprache angewiesen sind.
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