Masterarbeit, 2018
92 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Vorbemerkungen zur Schreibweise
1.2 Motivation für das Thema
1.3 Erkenntnisleitendes Interesse, Forschungsfragen und Ziele der Arbeit
1.4 Bezugstheorien
1.4.1 Theorie der Intersubjektivität
1.5 Aufbau der Arbeit
2. Anerkennung
2.1 'Anerkennung' – das Werden eines Begriffs
2.2 Begriffe und Metaphern
2.3 Anerkennung – Aktuelle Ansätze
2.3.1 Wolfgang Müller-Commichau: 'Anerkennung in der Pädagogik'
2.3.1.1 Emotionale Kompetenz in der Anerkennungstheorie Müller-Commichaus
2.3.1.2 Dialogfähigkeit
2.3.1.3 Anerkennungstauglichkeit
2.3.2 Axel Honneth: Der Kampf um Anerkennung Ein dreistufiges Anerkennungsmodell
2.3.2.1 Liebe
2.3.2.2 Recht (rechtliche Gleichbehandlung)
2.3.2.3 (Soziale) Wertschätzung
2.3.2.4 Kritische Würdigung
2.3.3 Werner Nothdurft – Anerkennung in sozialen Interaktionen
3. Emotionale Kompetenz
3.1 Was sind Emotionen/Gefühle?
3.1.1 Emotionen: Vier historische Strömungen
3.2 Empathie, Verstehensfähigkeit, Introspektions- und Selbstreflexionsfähigkeit
3.2.1 Empathie
3.2.2 Verstehensfähigkeit
3.2.3 Introspektions- und Selbstreflexionsfähigkeit
3.3 Förderung emotionaler Kompetenz in Kontexten der Erwachsenenbildung
3.3.1 Selbstanerkennung
4. Gesprächskompetenz und Kommunikationsfähigkeit
4.1 Über die Leibgebundenheit der Sprache/Nonverbale Kommunikation
4.2 Gelingende Gespräche: Förderung der Gesprächskompetenz und Kommunikationsfähigkeit in Kontexten der Erwachsenenbildung
5. Anerkennung in der Erwachsenenbildung
5.1 Beziehungsgestaltung in Kontexten der Erwachsenenbildung Anerkennende, beziehungs- und bildungsstiftende Interaktionen
5.2 Kultur der Anerkennung
5.3 Anerkennungspädagogische Gestaltung von Such- und Lernbewegungen in Kontexten der Erwachsenenbildung
5.3.1 Die Anerkennungsskulptur
5.4 Anerkennung hat eine bejahende/ermöglichende Perspektive und begrenzende Aspekte
5.4.1 Dimensionen der Macht, Missverstehen (Verkennung), Ausbleibende Anerkennung, Wiederholungsphänomene
6. Zusammenfassung der Ergebnisse, Schlussfolgerungen und Relevanz der Anerkennungstheorien für die Gestaltung von Anerkennungsverhältnissen in Kontexten der Erwachsenenbildung
7. Resümee und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht die Gestaltung von Anerkennungsverhältnissen in der Erwachsenenbildung, wobei der Fokus auf dem Einsatz emotionaler Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit liegt. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie diese Kompetenzen als Fundament für gelingende, anerkennende Beziehungen genutzt werden können, um das Selbstwirksamkeitserleben erwachsener Lernender zu stärken und Lernprozesse nachhaltig zu fördern.
2.1 'Anerkennung' – das Werden eines Begriffs
Seit den 1990er Jahren erlebt der Begriff der Anerkennung einen Höhenflug und Anerkennungstheorien unterschiedlichster Schulen und wissenschaftlicher Disziplinen sind in aller Munde. Die Sozialphilosophie, Psychologie, Neurologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Linguistik, Ethnologie und nicht zuletzt die Pädagogik und hier der Bereich der Erwachsenenbildung nehmen interpersonale und intersubjektive, symmetrische und asymmetrische Anerkennungsverhältnisse in den Fokus. Die Entwicklungen, die diesen zur Zeit wahrnehmbaren 'Boom' des Anerkennungsbegriffs einleiteten, beginnen jedoch bereits im 18. Jahrhundert. Werner Nothdurft (2007) macht das an drei Entwicklungslinien fest. Zum einen beginnen um diese Zeit feststehende soziale Kategorien und Leitvorstellungen zu bröckeln (Ehrlosen bzw. Unwürdigen wurde die Anerkennung versagt, Ehrwürdige wurden mit sozialer Anerkennung bedacht) und es entsteht eine bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellbare Idee von persönlicher Identität, die an Attributen wie authentischer Lebensweise und Einzigartigkeit festgemacht wird (vgl. Nothdurft Werner, 2007: 110-111).
Das bedeutet, dass die „soziale Geltung der Einzigartigkeit einer Person (...) in Prozessen sozialer Anerkennung errungen werden [muss] (...). Soziale Anerkennung wird damit zum einen zur Bedingung von Selbstfindung, zum anderen kontingent; sie benötigt besondere Interaktionsbedingungen“ (Nothdurft Werner, 2007: 111). Um die zweite Entwicklungslinie zu beschreiben, fokussiert Werner Nothdurft auf Jean-Jacques Rousseau, für den das Bestreben, Anerkennung von anderen zu erhalten, ein konstitutives Element jeder menschlichen Natur darstellt. Galt die Suche nach Anerkennung in früheren Zeiten als Schwäche, als Zeichen von Egoismus und überhöhter Eigenliebe ist es für Rousseau wesentlich hier zu differenzieren. Er unterscheidet die Neigung zur Selbstwerterhöhung und die damit verbundene Herabsetzung anderer und den Selbsterhaltungstrieb vom Bedürfnis, von anderen wahrgenommen zu werden und Anerkennung und Wertschätzung zu erhalten.
1. Einleitung: Hier werden die Motivation für das Thema, die erkenntnisleitenden Fragen und die theoretischen Bezugspunkte der Masterarbeit dargelegt.
2. Anerkennung: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Anerkennungsbegriffs und diskutiert zentrale Ansätze von Müller-Commichau, Honneth und Nothdurft.
3. Emotionale Kompetenz: Es werden die Grundlagen von Emotionen sowie Kernaspekte wie Empathie und Introspektionsfähigkeit definiert und deren Förderung für die Bildungspraxis beleuchtet.
4. Gesprächskompetenz und Kommunikationsfähigkeit: Der Fokus liegt auf der Bedeutung nonverbaler Kommunikation und der Gestaltung gelingender, verstehender Dialoge im Bildungskontext.
5. Anerkennung in der Erwachsenenbildung: Das Kapitel verknüpft Theorie und Praxis, indem es Beziehungsgestaltung, Anerkennungskultur und die Machtdynamiken der Anerkennung kritisch untersucht.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse, Schlussfolgerungen und Relevanz der Anerkennungstheorie für die Gestaltung von Anerkennungsverhältnissen in Kontexten der Erwachsenenbildung: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden in 22 prägnanten Thesen zusammengefasst und auf ihre praktische Bedeutung hin reflektiert.
7. Resümee und Ausblick: Diese abschließende Reflexion fasst die Bedeutung von emotionaler und kommunikativer Kompetenz zusammen und skizziert künftige Forschungsbedarfe.
Anerkennung, Erwachsenenbildung, Emotionale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Beziehungsgestaltung, Intersubjektivität, Selbstwirksamkeit, Selbstreflexion, Empathie, Anerkennungspädagogik, Machtverhältnisse, Dialogfähigkeit, Anerkennungsskulptur, Selbstanerkennung, Identitätsbildung
Die Arbeit untersucht, wie Anerkennungsverhältnisse in der Erwachsenenbildung professionell gestaltet werden können, um die Identitätsentwicklung und Lernprozesse zu fördern.
Die Schwerpunkte liegen auf den Anerkennungstheorien, der emotionalen Kompetenz, der Gesprächs- und Kommunikationsfähigkeit sowie der pädagogischen Beziehungsgestaltung.
Ziel ist es, die wesentlichen Kompetenzen für Lehrende zu identifizieren, die eine gelingende Anerkennungskultur im erwachsenenpädagogischen Kontext ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoretische Masterarbeit, die durch fundierte Literaturrecherche relevante pädagogische und philosophische Ansätze verknüpft und auf die Praxis der Erwachsenenbildung überträgt.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Anerkennung, definiert emotionale und kommunikative Kompetenzen und überträgt diese in praktische Handlungskonzepte wie die 'Anerkennungsskulptur'.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Anerkennung, emotionale Kompetenz, Intersubjektivität, Beziehungsdidaktik und Selbstreflexion.
Dies ist ein Modellkonzept für einen intersubjektiven Resonanzraum, in dem Lernende und Lehrende durch wechselseitige Interaktion Anerkennung aushandeln und ihre jeweilige Identität stabilisieren.
Emotionale Achtsamkeit dient als reflexives Werkzeug für Lehrende, um die eigenen Gewissheiten zu erschüttern und das 'Echo' der Lernenden aufmerksamer wahrzunehmen.
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