Bachelorarbeit, 2016
28 Seiten, Note: 2,0
1 Motivation
2 Definition von Overconfidence
3 Maßgrößen für Overconfidence bei CEOs
3.1 Optionsbasierende Maße
3.2 Diskussion
3.3 Alternative Maße und Methoden
4 Auswirkungen auf Finanzierungsstruktur und Investitionstätigkeiten
4.1 Finanzierungs- und Kapitalstruktur
4.2 Investitionsverzerrungen
4.3 Finanzpolitik
5 Beeinflussung der innovativen Unternehmensperformance
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen von Overconfidence bei CEOs auf Unternehmensentscheidungen, insbesondere in den Bereichen Finanzierung, Investition, Finanzpolitik und Innovation.
3.1 Optionsbasierende Maße
Zunächst können Maßgrößen für Overconfidence eines CEOs auf der Basis von persönlichen Portfolio Entscheidungen des CEOs über Aktienoptionen entwickelt werden. So ist in den meisten Verträgen der CEOs (vor allem in den USA) ein großer Anteil der Vergütung durch Aktien und Optionen des eigenen Unternehmens abgedeckt. Folglich ist das Portfolio des CEOs nicht genügend diversifiziert und der CEO und sein Vermögen ist in großen Teilen dem unternehmensspezifischen Risiko ausgesetzt. Zudem enthalten viele Verträge der CEOs eine bestimmte Halte- bzw. Sperrfrist (vesting period), die ein Veräußern oder Ausüben der Optionen in der kurzen Frist verhindert. Um sein Portfolio zu diversifizieren, sollte ein rationaler und risikoaverser CEO seine Optionen noch vor dem Verfall dieser veräußern bzw. ausüben, sobald die Haltefrist abgelaufen ist. Ein guter bzw. optimaler Punkt zum Ausüben der Option hängt dann außerdem davon ab, um wie viel der aktuelle Wert der Option den Ausübungspreis zum Zeitpunkt des Kaufes übertrifft (wie viel die Option in-the-money ist), sowie dem Grad der Risikoaversion, dem Ausmaß der Unterdiversifikation und dem individuellen Vermögen des CEOs. Die CEOs zeigen die Tendenz die Optionen zu lange zu halten, da sie die Unternehmensperformance unter ihrer Führung überschätzen. Anhand eines optimalen in-the-money-Schwellenwertes sowie der Haltedauer der Optionen nach Ablauf der Haltefrist lassen sich Maße für Overconfidence ableiten und CEOs dadurch gegebenenfalls als overconfident klassifizieren.
1 Motivation: Einleitung in das Thema Overconfidence bei CEOs und Erläuterung der Forschungsfrage sowie der Struktur der Arbeit.
2 Definition von Overconfidence: Beschreibung der zentralen psychologischen Ausprägungen wie Better-than-Average Effekt, Self-attribution bias, Overprecision und Overoptimism.
3 Maßgrößen für Overconfidence bei CEOs: Diskussion von Methoden zur Identifikation von overconfidenten CEOs, insbesondere durch optionsbasierte Kennzahlen und Medienanalysen.
4 Auswirkungen auf Finanzierungsstruktur und Investitionstätigkeiten: Analyse der Effekte von Overconfidence auf die Kapitalstruktur, Investitionsentscheidungen und Finanzpolitik, inklusive der Problematik von Über- und Unterinvestition.
5 Beeinflussung der innovativen Unternehmensperformance: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Selbstsicherheit von CEOs und der Innovationskraft eines Unternehmens sowie der Rolle des Wettbewerbsumfelds.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich des Managements von overconfidenten Führungskräften.
Overconfidence, CEO, Finanzwirtschaft, Kapitalstruktur, Investitionsverhalten, Unterinvestition, Überinvestition, Finanzpolitik, Innovation, Aktienoptionen, Behavioral Finance, Risikowahrnehmung, Unternehmenserfolg, Dividendenpolitik, Rechnungswesen.
Die Arbeit untersucht, wie sich die psychologische Eigenschaft der Overconfidence (zu ausgeprägte Selbstsicherheit) von CEOs auf ökonomische Entscheidungen und die Performance von Unternehmen auswirkt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Overconfidence, deren Messbarkeit durch verschiedene Kennzahlen sowie deren Auswirkungen auf Investitionen, Finanzierung, Innovation und Unternehmenswert.
Die Arbeit fragt nach den konkreten Auswirkungen von Overconfidence bei CEOs auf die Finanzierungsstrukturentscheidungen, das Investitionsverhalten, die Finanzpolitik sowie die Innovationskraft eines Unternehmens.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse ökonomischer und psychologischer Theorien, um Modelle zur Messung und Auswirkungen von Overconfidence kritisch zu diskutieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung von Maßgrößen für Overconfidence, die Analyse von Finanzierungs- und Investitionsverzerrungen sowie die Untersuchung des Einflusses auf die Innovationsleistung.
Zu den prägenden Begriffen zählen Overconfidence, CEO, Kapitalstruktur, Investitionsverzerrungen, Innovation, Behavioral Finance und Aktienoptionen.
Ein hoher Free Cashflow kann das Problem der Unterinvestition mindern, da CEOs weniger auf externe Finanzierung angewiesen sind, fördert aber gleichzeitig die Gefahr der Überinvestition in Projekte mit negativem Kapitalwert.
Es besteht ein negativer Zusammenhang: Overconfidence führt häufig zu einem weniger konservativen Rechnungslegungsstil, bei dem Vermögenswerte eher überschätzt und Verluste verspätet realisiert werden.
In einem wettbewerbsintensiven Umfeld zwingt der Marktdruck die Unternehmen dazu, innovativer zu sein. Overconfidente CEOs, die eher bereit sind, Risiken einzugehen, können hier öfter wertvolle Innovationen generieren als rationale, vorsichtige CEOs.
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