Masterarbeit, 2016
92 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Theoretischer Hintergrund und Stand der Forschung
1.1 Das zwei Jahre alte Kind und seine Sprachentwicklung
1.2 Der Wert der Mutter-Kind-Interaktion
1.3 Die kindgerichtete Sprache und ihre Wirkung auf das Kind
1.4 Eltern fördern den Spracherwerb ihrer Kinder
1.5 Sprachförderstrategien
1.5.1 Sprachlehrstrategien
1.5.2 Modellierungsstrategien
1.5.3 Weitere Sprachförderstrategien
1.6 Alltagssituationen bieten Raum für sprachliche Interaktion
1.6.1 Bilderbuchbetrachtung
1.6.2 Das gemeinsame Spiel
1.6.3 Essenssituationen
1.6.4 Medien im Alltag
2. Zielsetzung und Fragestellungen
3. Methodische Vorgehensweise
3.1 Die Einzelfallstudie
3.2 Auswahl und Durchführung des Forschungsdesigns
3.2.1 Die nicht teilnehmende Beobachtung (unter natürlichen Bedingungen)
3.2.2 Das leitfadengestützte Interview
3.2.3 Der Sprachtest SBE-2-KT
3.3 Durchführung der vorliegenden Untersuchung
3.3.1 Gegenstand der Untersuchung – familiäres und sprachliches Umfeld
3.3.2 Transkription der nicht teilnehmenden Beobachtung
3.4 Datengewinnung und Datenanalyse
3.4.1 Die qualitative Inhaltsanalyse
3.4.2 Zusätzliche quantitative Häufigkeitsanalyse
4. Ergebnisse
4.1 Sprache des Kindes und der Mutter
4.1.1 Sprachstand des Kindes
4.1.2 Der mütterliche Sprechstil und die Nutzung der kindgerichteten Sprache
4.2 Darstellungen der Ergebnisse anhand der deduktiven Kategorien
4.2.1 Ergebnisse der formalen Strategien
4.2.2 Zusammenfassung der Ergebnisse der formalen Strategien
4.2.3 Ergebnisse der inhaltlichen Strategien
4.2.4 Zusammenfassung der inhaltlichen Strategien
4.3 Besonderheiten der Mutter-Kind-Interaktion
4.3.1 Sprachäußerungen der Mutter
4.3.2 Aufforderungen
4.4 Zusammenführung der Ergebnisse mit der Theorie
5. Zusammenfassung und Diskussion
5.1 Zusammenfassung der vorliegenden Masterarbeit
5.2 Diskussion der Methodik
5.3 Diskussion der Ergebnisse
5.4 Schlussfolgerungen
6. Ausblick und Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Sprachförderstrategien einer Mutter im häuslichen Alltag anhand einer Einzelfallstudie zu analysieren und zu untersuchen, wie diese in verschiedenen Routinesituationen zur Förderung der Sprachentwicklung ihres zweijährigen Kindes eingesetzt werden.
3.2.1 Die nicht teilnehmende Beobachtung (unter natürlichen Bedingungen)
Um die sprachliche Interaktion zwischen der Mutter und dem Kind zu erfassen und diese so natürlich wie möglich im Alltag zu erheben, wurde eine nicht teilnehmende Beobachtung als eine geeignete Methode ausgewählt. Anhand der Beobachtung können die Sprachförderstrategien der Mutter und gleichzeitig auch die sprachlichen Interaktionen zwischen ihr und dem Kind festgehalten werden. Unter natürlichen Bedingungen wird das spontane Verhalten der untersuchten Personen beobachtet, ohne dass der Untersucher in die Situation eingreift oder die Handlung verändert (vgl. Zimbardo & Gerrig, 2008). „Wenn qualitativ beobachtet wird, liegt das Augenmerk auf den sozialen Interaktionen zwischen Handelnden in ihrer jeweiligen Lebensumwelt, die hinsichtlich ihrer Muster und Bedeutungen rekonstruiert werden sollen“ (Döring & Bortz, 2015, S. 333). Die qualitative Beobachtung ist gleichzeitig eine Feldbeobachtung und wird nicht in einem Labor, sondern in der natürlichen Lebensumwelt der untersuchten Personen angewandt (vgl. ebd., 2015).
Laut Atteslander ist jede Beobachtung, selbst die nicht teilnehmende, streng genommen, eine teilnehmende Beobachtung (vgl. Atteslander, 2003). „By just being in a setting the observer is not only influenced, but she/he also influences and has an effect on those being observed” (Papatheodorou & Luff, 2011, S.77). Um einer nicht teilnehmenden Beobachtung so gut es geht gerecht zu werden, befand sich der Untersucher daher während den Videoaufzeichnungen nicht im Raum. Ein weiterer Grund für die Abwesenheit des Beobachters war, die Versuche des Kindes bei der ersten Aufnahme, Kontakt zu dem Untersucher herzustellen. Dadurch war eine natürliche Alltagssituation zwischen Kind und Mutter nicht mehr gegeben. Die Daten wurden somit in dem gewohnten Umfeld, bzw. im Zuhause der Mutter-Kind-Dyade, via Video- und Tonaufzeichnung erhoben.
1. Theoretischer Hintergrund und Stand der Forschung: Dieses Kapitel erläutert die Sprachentwicklung bei Zweijährigen und die zentrale Rolle der Mutter-Kind-Interaktion sowie verschiedener Sprachförderstrategien im Alltag.
2. Zielsetzung und Fragestellungen: Hier werden die Forschungsfragen definiert, die sich auf die Anwendung von Sprachförderstrategien durch die Mutter im Alltag und auf Besonderheiten der Interaktion konzentrieren.
3. Methodische Vorgehensweise: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Einzelfallstudie, bestehend aus nicht teilnehmender Beobachtung, Interviews und dem Sprachtest SBE-2-KT.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Daten zum Sprachstand des Kindes, analysiert die mütterlichen Sprachförderstrategien anhand eines Kategoriensystems und vergleicht die Befunde mit theoretischen Ansätzen.
5. Zusammenfassung und Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, die gewählte Methodik hinterfragt und Schlussfolgerungen bezüglich der Sprachförderung im Kontext der Mutter-Kind-Dyade gezogen.
6. Ausblick und Schlussbetrachtung: Hier werden die Haupterkenntnisse resümiert und Anregungen für weiterführende Studien, insbesondere im Hinblick auf unterschiedliche soziale Hintergründe, gegeben.
Sprachförderung, Sprachentwicklung, Mutter-Kind-Interaktion, Einzelfallstudie, Sprachförderstrategien, kindgerichtete Sprache, Kleinkind, Alltagssituationen, nicht teilnehmende Beobachtung, Wortschatzerwerb, Late Talker, qualitative Inhaltsanalyse, Bilingualismus, Kommunikation, Sprachinput
Die Masterarbeit untersucht, wie eine Mutter im häuslichen Alltag Sprachförderstrategien einsetzt, um die sprachliche Entwicklung ihres zweijährigen Kindes zu unterstützen.
Im Mittelpunkt stehen die Analyse der Mutter-Kind-Interaktion, die Wirksamkeit verschiedener Sprachförderstrategien und der Einfluss von alltäglichen Routinesituationen auf das Sprechen des Kindes.
Das Hauptziel ist es zu klären, welche spezifischen Strategien die Mutter anwendet, wie sie diese gestaltet und welche Besonderheiten sich in der Mutter-Kind-Interaktion beobachten lassen.
Die Autorin nutzt einen methodischen Dreiklang (Triangulation): Eine nicht teilnehmende Video-Beobachtung in Alltagssituationen, teilstandardisierte Leitfadeninterviews mit der Mutter und den Sprachtest SBE-2-KT.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Auswertung der Videodaten, der Kategorisierung der Sprachförderstrategien (z. B. Rückmeldungen, Fragen) und der Diskussion dieser Ergebnisse im Licht der aktuellen Forschung.
Wichtige Begriffe sind Sprachförderung, Mutter-Kind-Interaktion, Einzelfallstudie, Sprachförderstrategien, kindgerichtete Sprache, Sprachstand und Late Talker.
Die Untersuchung zeigt, dass die Mutter während gemeinsamer Spielsituationen signifikant häufiger Sprachförderstrategien anwendet als bei anderen Aktivitäten wie Essen oder Fernsehen.
Die Analyse ergab, dass die Mutter die indirekte Korrektur bewusst einsetzt, um die Aussprache und den Wortschatzerwerb des Kindes zu fördern, ohne es direkt durch Strafe oder Fehlerzuweisung zu entmutigen.
Trotz der bilingualen Erziehung (One-Person-One-Language) zeigt das Kind im beobachteten Zeitraum eine starke Tendenz zur deutschsprachigen Kommunikation; die Arbeit diskutiert dies im Kontext des individuellen Spracherwerbs.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass die Mutter oft sehr dicht hintereinander spricht und dem Kind kaum Gesprächspausen lässt, um selbst auf die Fragen zu reagieren oder eigene Gedanken zu formulieren.
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