Masterarbeit, 2015
110 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Forschungsstand und Relevanz
2.1. Demographischer Wandel
2.2. Verteilungsproblematik oder Ärztemangel?
2.3. Image des Landarztes
2.4. Lösungsansätze und praktische Relevanz
2.5. Untersuchungsgegenstand „Begleitkonzept Stipendium“
2.6. Untersuchungsgegenstand klassische Imagekampagne der Kassenärztlichen Vereinigung
3. Theoretisch-konzeptioneller Rahmen
3.1. Behavioral Branding
3.2. Employer Branding
3.3. Imagekampagne
3.4 Werbewirkungsanalyse
3.4.1. Einstellungstheorie
3.4.2 Dreikomponententheorie
3.5. Hypothesengenerierung
4. Daten und Methoden
4.1 Methoden der Datenerhebung
4.1.1. Experimentelles Design
4.1.2. Kontrolle personengebundener Störvariablen
4.1.3. Klassische Einstellungsmessung
4.1.4. Methode der summierten Ratings nach Likert
4.2. Fragebogenentwicklung
4.3. Operationalisierung
4.3.1. Operationalisierung der abhängigen Variablen Niederlassungsbereitschaft
4.4. Angewandte statistische Verfahren
4.4.1. Deskriptive Verfahren
4.4.1.1. Kreuztabellen
4.4.1.2. Korrelationskoeffizient nach Pearson
4.4.2. Explorative Faktorenanalyse
4.4.3. Ermittlung der Niederlassungsbereitschaft
5. Darstellung der Ergebnisse
5.1. Beschreibung der Stichprobe
5.2 Ergebnisse aus der Überprüfung des Fragebogens
5.3. Ermittlung der Effekte der Treatments auf die Niederlassungsbereitschaft
5.3.1. Ermittlung des Effekts des Treatments auf die Niederlassungsbereitschaft der Gruppe 1
5.3.2. Ermittlung des Effekts des Treatments Imagekampagne auf die Niederlassungsbereitschaft der Gruppe 2
5.3.3. Vergleich der Effekte der Treatments Stipendium und Imagekampagne
6. Diskussion und Kritik
6.1. Kritische Betrachtung der Stichprobe
6.1.1. Kritische Betrachtung der Operationalisierung der abhängigen Variablen Niederlassungsbereitschaft
6.1.2. Kritische Betrachtung der Operationalisierung der Einstellung
6.1.3. Kritische Betrachtung der Kontrolle von Störeinflüssen der internen Validität sowie des experimentellen Designs
6.2 Diskussion der Ergebnisse
6.3 Ergebnisse der Hypothesenprüfung
6.4 Anregungen für zukünftige Forschungsfragen
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob zwei von der Kassenärztlichen Vereinigung initiierte Konzepte – ein Stipendienprogramm und eine Imagekampagne – die Niederlassungsbereitschaft von Medizinstudenten signifikant steigern können. Mittels einer Werbewirkungsanalyse wird erforscht, wie diese Maßnahmen die Einstellung angehender Ärzte zum Berufsbild und zum ländlichen Raum beeinflussen.
2.1.Demographischer Wandel
Der demographische Wandel ist die bedeutendste und zugleich problematischste sozioökonomische Entwicklung in unserer heutigen Gesellschaft. Während die Bevölkerung in den meisten Industrienationen zunehmend älter wird, nimmt die Gesamtpopulation ab. Diese Entwicklung macht sich besonders in ländlichen Regionen zuerst bemerkbar, doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Entwicklung auch die Städte erreicht.
Nach den Statistiken zufolge wird sich der Altersaufbau von heute mit dem im Jahr 2020 kaum unterscheiden, doch nach fünf Jahren große Unterschiede aufweisen. Diese Entwicklung wird besondere Probleme bei der medizinischen Versorgung von älteren Patienten aufwerfen. Zwar handelt es sich nicht nur um ein regionales Problem und betrifft die Bundesebene, doch zeigt sich in den Studien, dass besonders die ländlichen Regionen in den neuen Bundesländern von dieser Problematik betroffen sind. In einer ständig älter werdenden Gesellschaft ist die Nachfrage nach medizinischer Versorgung hoch. Es handelt sich hierbei um kein Problem, was uns in ferner Zukunft treffen wird.
Bereits in der heutigen ist die medizinische Versorgung in einigen Regionen als auch Fachgebieten, sowohl im ambulanten als auch stationären Bereich gefährdet. Hiervon ist besonders stark die hausärztliche Versorgung betroffen. Dies ist in erster Linie auf die älter werdende Allgemeinärzteschaft, die regionale Fehlverteilung und die desolate Nachwuchsausbildung zurückzuführen. Von der Veränderung der Altersstruktur ist letztendlich auch die Ärzteschaft betroffen. Am Beispiel von Rheinland-Pfalz lässt sich festhalten, dass bis zum Jahr 2026 etwa die Hälfte der Ärzte in den Ruhestand gehen wird, wenn man die Annahme vertritt, dass diese ihre Tätigkeit bis in 68 Lebensjahr fortführen. Diese Prognose ist auf das gesamte Bundesland ausweitbar. So werden immer häufiger Arztpraxen geschlossen und in bestimmten Regionen, insbesondere ländliche Regionen nicht wieder neu besetzt. Etwa 50 Prozent der momentan niedergelassenen Hausärzte sind über 55 Jahre alt. Das bedeutet, dass allein in Bayern in den nächsten zehn Jahren etwa 3.000 Hausärzte aus Altersgründen nicht mehr in der Lage sein werden ihrer Tätigkeit nachzugehen.
1. Einleitung: Vorstellung des hausärztlichen Nachwuchsproblems in Deutschland und Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich der Wirksamkeit von Förderkonzepten.
2. Forschungsstand und Relevanz: Analyse des demographischen Wandels, der Verteilungsproblematik bei Ärzten und des Images des Landarztes sowie der untersuchten Förderkonzepte.
3. Theoretisch-konzeptioneller Rahmen: Fundierung der Arbeit durch Marketingkonzepte wie Behavioral und Employer Branding sowie der Einstellungs- und Werbewirkungstheorie.
4. Daten und Methoden: Beschreibung des experimentellen Forschungsdesigns, der Datenerhebung durch Fragebögen und der angewandten statistischen Analyseverfahren.
5. Darstellung der Ergebnisse: Auswertung der Stichprobendaten und Analyse der Effekte der beiden Treatments mittels statistischer Testverfahren.
6. Diskussion und Kritik: Kritische Reflexion der Methodik, der Stichprobenauswahl sowie Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit der Maßnahmen.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Konzepte und Ausblick auf die zukünftige Versorgungssituation.
Gesundheitsökonomie, Niederlassungsbereitschaft, Ärztemangel, Landarzt, Medizinstudenten, Stipendienprogramm, Imagekampagne, Behavioral Branding, Employer Branding, Werbewirkungsanalyse, Einstellungstheorie, Dreikomponententheorie, experimentelles Design, ambulante Versorgung, Versorgungsgrad.
Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit von Fördermaßnahmen der Kassenärztlichen Vereinigung, die darauf abzielen, Medizinstudenten für eine hausärztliche Tätigkeit in ländlichen Regionen zu gewinnen.
Die zentralen Themen sind der demographische Wandel in der Ärzteschaft, Strategien des Employer Brandings zur Attraktivitätssteigerung von Berufen und die psychologische Messung von Einstellungen bei Studierenden.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob ein spezifisches Stipendienprogramm oder eine Imagekampagne die Niederlassungsbereitschaft von Medizinstudenten messbar erhöhen kann.
Es wird ein erweitertes exploratives Experiment mit einem Zweigruppen-Pretest-Posttest-Design verwendet, um Kausalbeziehungen zwischen Marketing-Treatments und der Niederlassungsbereitschaft zu untersuchen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Werbewirkungsanalyse, die Entwicklung des experimentellen Designs, die detaillierte Beschreibung der Datenerhebung sowie die statistische Auswertung der Ergebnisse mittels t-Tests und Faktorenanalysen.
Wichtige Begriffe sind Gesundheitsökonomie, Niederlassungsbereitschaft, Landarzt, Stipendienprogramm, Imagekampagne und Werbewirkungsanalyse.
Das Stipendium stellt eine finanzielle Förderung dar, die an eine spätere verpflichtende Tätigkeit in einem unterversorgten ländlichen Gebiet gebunden ist, um direkt dem Ärztemangel entgegenzuwirken.
Das Image wird als wesentlicher qualitativer Faktor für die mangelnde Attraktivität der hausärztlichen Tätigkeit auf dem Land identifiziert, weshalb die KV versucht, dieses durch Kampagnen positiv zu besetzen.
Um die interne Validität zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die gemessenen Effekte tatsächlich auf die Treatments zurückzuführen sind und nicht auf individuelle Unterschiede der Probanden, wurde die Methode der Randomisierung gewählt.
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