Masterarbeit, 2009
76 Seiten, Note: 2,3
1. Allgemeine und politische Problemstellungen interner und externer Flexibilität
1.1 Lissabonstrategie im Spiegel der Kritik
1.2 Ambivalenz des „Aktiven Wohlfahrtsstaates“
1.3 Institutionalisierung externer Flexibilität als negative Individualisierung?
1.4 Tautologie der Arbeitsmarktsegmentierung
2. Deutschland und Dänemark: Äpfel und Birnen?
2.1 Dänischer Arbeitsmarkt
2.2 Dänisches Arbeitsrecht
2.3 “Was verstehen Sie unter Flexibilität?“: Entkoppelung sozialen Bewusstseins der Akteure
2.4 Ressourcen- u. Kostenorientierung
2.5 Geringqualifizierte?
2.6 Weiterbildung
3. Gespräche mit Arbeitsmarkt-Experten
3.1 Methodisches Vorgehen und Theoriebezug
3.2 Auswahl der Interviewpartner und Probleme der Erhebung
4. kritische Analyse und Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht kritisch den in Deutschland populären Vergleich mit der dänischen Arbeitsmarktpolitik und dem Konzept der "Flexicurity". Ziel ist es, die Mystifizierung dänischer Erfolgsmodelle aufzulösen und aufzuzeigen, dass die Konzepte aufgrund historisch gewachsener Unterschiede sowie grundlegend verschiedener sozialer und politischer Systeme nicht direkt übertragbar sind.
Dänisches Arbeitsrecht
Bei allen Debatten wird auch immer die Aporie eines vermeintlich völlig flexiblen, fast schon regellosen Arbeitsrechts in Dänemark vertreten. Ein Argument, das jedoch auch bei näherer Betrachtung ins Reich der Fabel verbannt werden kann und wohl eher interpretierter Wunschtraum einiger Wettbewerbsliberaler ist.
So gilt Dänemark bspw. eine Probezeit von maximal drei Monaten (ggü. sechs in Deutschland, § 622 Abs. 3 BGB) und auch Kündigungsfristen sind anders geregelt. So gibt es in Dänemark zwar keinen allgemein verbindlichen Kündigungsschutz wie in Deutschland, sondern unterschiedliche, gleichwohl bedeutsame Regelungen für verschiedene Gruppen von Beschäftigten und ihre Tarifabkommen. Dennoch ist der dänische Arbeitnehmer vor willkürlicher Kündigung geschützt, insbesondere wenn er länger als neun Monate im Betrieb, im Unternehmen beschäftigt ist, da der Rahmenvertrag zwischen dänischem Gewerkschaftsverband und Arbeitgeberverband vorschreibt, dass Kündigungen nie willkürlich erfolgen dürfen und der Arbeitnehmer nach Ablauf von neun Monaten der Beschäftigung Anspruch auf eine stichhaltige Begründung der Kündigung hat.
1. Allgemeine und politische Problemstellungen interner und externer Flexibilität: Einleitung in die komplexe Begriffswelt der Flexibilität und Darstellung der theoretischen Kaskade von internen und externen Faktoren im politisch-ideologischen Kontext.
2. Deutschland und Dänemark: Äpfel und Birnen?: Detaillierter Vergleich der beiden Arbeitsmarktsysteme, wobei die mangelnde Vergleichbarkeit aufgrund unterschiedlicher historischer und politischer Rahmenbedingungen herausgestellt wird.
3. Gespräche mit Arbeitsmarkt-Experten: Dokumentation und methodische Einordnung der qualitativen Experteninterviews sowie der daraus gewonnenen Erkenntnisse über die Wahrnehmung der Arbeitsmarktreformen.
4. kritische Analyse und Zusammenfassung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die den Paradoxon-Charakter der Flexibilitätsdebatte in Deutschland im Vergleich zur dänischen Realität verdeutlicht.
Aktivierender Sozialstaat, Arbeitsmarkt, Employability, Flexibilität, Flexicurity, Ländervergleich DE/DK, Lissabon-Strategie, Weiterbildung, Normalarbeitsverhältnis, Sozialrecht, Beschäftigungspolitik, Arbeitsmarktsegmentierung, Human Ressources.
Die Masterthesis befasst sich mit der kritischen Analyse des in Deutschland häufig herangezogenen Vergleichs mit der dänischen Arbeitsmarktpolitik und dem Flexicurity-Modell.
Im Zentrum stehen die Konzepte interner und externer Flexibilität, die Lissabon-Strategie, die institutionellen Rahmenbedingungen beider Länder und die Frage der Übertragbarkeit von Arbeitsmarktinstrumenten.
Ziel ist es, die Mystifizierung Dänemarks als "Wunder" aufzudecken und aufzuzeigen, dass die in Deutschland diskutierten Konzepte oft auf Fehlinterpretationen beruhen.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, der neben der Literaturanalyse eine Reihe von leitfadengestützten Experteninterviews mit Akteuren aus beiden Ländern umfasst.
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Unternehmensstrategien (Low-Road vs. High-Road) und die unterschiedliche Bedeutung von Qualifizierung und Weiterbildung in den beiden Ländern.
Wichtige Begriffe sind Aktivierender Sozialstaat, Flexicurity, Lissabon-Strategie, Arbeitsmarktsegmentierung und die "normative Kraft des Faktischen".
Die Arbeit verdeutlicht, dass in Dänemark ein stärkerer Konsens und ein traditionell anderes Verständnis von staatlicher Sicherheit und individueller Verantwortung besteht als im durch zunehmende Prekarisierung geprägten deutschen Kontext.
Die Lissabon-Strategie dient als übergeordneter europäischer Bezugsrahmen, der zwar in beiden Ländern die Politik beeinflusst, dort aber auf völlig unterschiedliche sozioökonomische Traditionen trifft.
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