Examensarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 1,5
Vorwort
Einleitung
1. Begriffe
1.1 Zur Begrifflichkeit der Pädagogik
1.2 Zur Begrifflichkeit der Erziehung
1.3 Zur Begrifflichkeit der Sozialisation
1.4 Zur Begrifflichkeit der Bildung
2 Entwicklung der Pädagogik in Deutschland von der Aufklärung bis zum Beginn des Dritten Reiches
2.1. Von der Aufklärung bis zur Bildung der bürgerlichen Gesellschaft um 1860
2.2 Wilhelminisches Kaiserreich und Weimarer Republik
2.3 Zusammenfassung
3 Erziehungs- und Bildungstheorien im Dritten Reich
3.1 „Erziehung“ und „Bildung“ aus nationalsozialistischer Sicht
3.1.1 Die Sichtweise des „Führers“ Adolf Hitler
3.1.1.1 Exkurs – Eliteschulen im Dritten Reich
I. Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NPEA, auch NAPOLA)
II. Die Adolf–Hitler–Schulen (AHS)
III. Ordensburgen (OB)
3.1.2 Die Sichtweise des Pädagogen Ernst Krieck
3.1.2.1 „Persönlichkeit“ bei Krieck
3.1.2.2 Staat und Gesellschaft bei Ernst Krieck
3.1.2.3 Kriecks Erziehungs- und Bildungstheorie
3.1.2.4 Zusammenfassung
3.1.3 Die Sichtweise des Pädagogen Alfred Baeumler
3.1.3.1 Totalität, Irrationalität und Aktivität
3.1.3.2 Germanismus
3.1.3.3 Symbolismus
3.1.3.4 Schule und Bildung
3.1.3.5 Exkurs 1: Waldorfschulen im Dritten Reich
3.1.3.6 Exkurs 1.2 Rosenbergs „Mythus des XX. Jahrhunderts
3.1.3.7 „Rasse“ als Begriff der Bildungstheorie Baeumlers
3.1.3.8 Schule und Bildung – Fortsetzung
3.1.3.9 Zusammenfassung
3.1.4 Die Sichtweise des Reichsjugendführers Baldur von Schirach
3.1.4.1 Die Gründung der HJ und die Eingliederung anderer Verbände
3.1.4.2 Die pädagogischen Konzepte der HJ
3.1.4.3 Schule und HJ
3.1.4.4 Dienst in der HJ
3.1.4.5 Zusammenfassung
4 Die praktische Umsetzung der Erziehungs- und Bildungstheorien in Deutschschulbüchern dieser Zeit
4.1 „Krümel“ – eine qualitative Analyse
4.2 Kriecks Theorie der Gemeinschaftserziehung in Deutschschulbüchern
4.2.1 „Pimpfenfehde“
4.3 Baeumlers „männlich-heroische Zucht“ in Deutschschulbüchern
4.3.1 Baeumlers Symbolismus in Deutschschulbüchern
4.4 Schirachs pädagogische Konzepte und die HJ in Deutschschulbüchern
4.5 Eine quantitative Untersuchung anhand von ausgewählten Schulbüchern
4.5.1 Exkurs: Ziel des Deutschunterrichts (laut Lehrplan)
4.5.2 Deutschschulbücher von 1935, 1939 und 1942 im Vergleich
4.5.3 Lehreinheiten und Umfang
4.5.4 „Deutschtum“ in den Schulbüchern
4.5.5 Kriegsgeschichten in Schulbüchern
4.6 Zusammenfassung
5. Ausblick
6. Anhang
Die Arbeit untersucht, wie Erziehung und Bildung im Dritten Reich dazu beitrugen, die Jugend ideologisch zu formen, zu lenken und für die Ziele des nationalsozialistischen Regimes instrumentell zu nutzen, wobei insbesondere der Einfluss dieser Theorien auf Deutschschulbücher analysiert wird.
3.1.1 Die Sichtweise des „Führers“ Adolf Hitler
Hitlers Ansicht über Erziehung in „Mein Kampf“ (MK) beginnt mit einer harschen Kritik gegenüber der Erziehungstheorien der vergangenen Jahre. Ohne sie wörtlich zu benennen, wendet er sich hauptsächlich gegen die Reformpädagogik. Die Erziehung „zur Demokratie, zum Sozialismus internationaler Art, zum Pazifismus […]“ (Hitler, S. 122) ist ihm zu liberal und subjektivistisch: wenn jedes Kind zu Freiheit und Eigenständigkeit erzogen wird, geht der Gedanke eines einheitlichen Volkes verloren. Das freundschaftliche Miteinander von Lehrer und Schüler läuft seinem „Führerprinzip“ ebenso zuwider, wie eine kindgemäße Erziehung (nach Flessau, 1979, S. 31). Im praktischen Sinne sind es die Lehrer, die er kritisiert.
Hitlers Erziehungs- und Bildungstheorie ist ebenso einfach, wie sie folgenschwere Risiken für die Wirtschaft trägt: „[…] Der völkische Staat hat in dieser Erkenntnis seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzüchten kerngesunder Körper. Erst in zweiter Linie kommt dann die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. Hier aber wieder an der Spitze die Entwicklung des Charakters, besonders die Förderung der Willens- und Entschlusskraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit, und erst als letztes die wissenschaftliche Schulung.“
1. Begriffe: Definition und Kontextualisierung von zentralen pädagogischen Fachbegriffen wie Erziehung, Sozialisation und Bildung.
2 Entwicklung der Pädagogik in Deutschland von der Aufklärung bis zum Beginn des Dritten Reiches: Historischer Abriss über die Entwicklung pädagogischen Denkens von der Aufklärung über das 19. Jahrhundert bis zur Weimarer Republik.
3 Erziehungs- und Bildungstheorien im Dritten Reich: Analyse der nationalsozialistischen Erziehungsideologien anhand der Ansichten von Hitler, Krieck, Baeumler und von Schirach.
4 Die praktische Umsetzung der Erziehungs- und Bildungstheorien in Deutschschulbüchern dieser Zeit: Überprüfung der theoretischen Ansätze in Schulbüchern des Deutschunterrichts mittels qualitativer und quantitativer Analysen.
5. Ausblick: Diskussion der Erkenntnisse zur Frage, ob Erziehung als Mitverantwortliche für die Funktionalität des nationalsozialistischen Systems gesehen werden kann.
Nationalsozialismus, Erziehungstheorie, Bildung, Schulbücher, Hitlerjugend, Ernst Krieck, Alfred Baeumler, Baldur von Schirach, Indoktrination, Volksgemeinschaft, völkische Erziehung, Formationserziehung, Deutschunterricht, Ideologie, Gleichschaltung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den erziehungs- und bildungstheoretischen Vorstellungen im Dritten Reich und deren praktischer Umsetzung in den Deutschschulbüchern der damaligen Zeit.
Zentrale Themen sind die pädagogischen Konzepte Hitlers, Kriecks, Baeumlers und von Schirachs sowie deren Einfluss auf die Schulpolitik und die Inhalte von Deutschschulbüchern.
Es soll untersucht werden, auf welche Art und Weise die Jugend des Dritten Reiches zu einem fatalen Gehorsam erzogen wurde und welchen Anteil Bildung und Erziehung an der Funktionalität des Systems hatten.
Die Autorin verwendet eine Kombination aus theoretischer Aufarbeitung der NS-Pädagogik und einer qualitativen sowie quantitativen Analyse ausgewählter Deutschschulbücher aus der Zeit von 1935 bis 1942.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen durch NS-Ideologen und die praktische Umsetzung dieser Theorien in Schultexten, wie z.B. in der Erzählung „Krümel“.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Erziehungstheorie, Indoktrination, Volksgemeinschaft und Formationserziehung charakterisiert.
Krieck wird als einer der prominentesten NS-Pädagogen analysiert, der bereits vor 1933 ideologische Muster entwickelte, die den Grundstein für die totale Erziehung im NS-Staat legten.
Eliteschulen wie die NPEA oder AHS dienten der gezielten Heranzüchtung einer partei- und staatsloyalen Elite, weitgehend entkoppelt von staatlichen Schulbehörden.
Die Analyse zeigt eine kontinuierliche Zunahme an „Deutschtum“-Erzählungen und kriegsverherrlichenden Inhalten, wobei der Stoff zunehmend auf die Bedürfnisse der totalen Kriegführung ausgerichtet wurde.
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